Froitzheims Wort- & Bildpresse


10. März 2010

Pfusch am Satzbau

Kategorie: LEUTCHEN DES SCHURNALISMUS, Zukunft der Medien – AdminUlf – 00:00

Die Frage, ob der Wirtschaftsjournalismus in der Krise versagt hat , ist zu wichtig, um sie teils in der Fachsprache Soziologisch zu verhandeln und ansonsten mit schiefen Bildern um sich zu werfen. Dies tun leider der Kommunikationswissenschaftler Hans-Jürgen Arlt und der Ex-FR-Chefredakteur Wolfgang Storz in einer Studie für die gewerkschaftsnahe Otto-Brenner-Stiftung, die jetzt unter dem Titel “Wirtschaftsjournalismus in der Krise: Zum massenmedialen Umgang mit Finanzmarktpolitik” erschienen ist.

Kernthese: Was die Medien rund um die Finanzkrise abgeliefert haben, war Pfusch am Bau. Vor allem ARD aktuell und dpa bekommen ihr Fett weg. Die dpa keilte gleich zurück und hielt den Autoren methodische Fehler vor: Arlt und Storz hätten willkürlich die Erklärstücke der Agentur außer Acht gelassen und sich auf die oberflächlicheren Zusammenfassungen gestützt.

Um auf carta.info über die Studie diskutieren zu können, muss man sich zwar durch manchen Pfusch am Satzbau quälen… (weiterlesen…)

9. März 2010

Soziologisch als 3. Fremdsprache

Kategorie: LEUTCHEN DES SCHURNALISMUS – AdminUlf – 19:39

Sie interessieren sich für Medien und Journalismus, sonst wäre Sie wahrscheinlich nicht hier. Dann wissen Sie bestimmt auch, was Öffentlichkeit ist. Oder vielleicht doch nicht? Ich habe es als Student gelernt, mir aber nie komplett und korrekt merken können – bis ich das Zitat jetzt per Gugelbuchsuch wiederfand.

Bei mir war vor allem hängengeblieben, dass Soziologisch eine Fremdsprache ist, die sehr viele Worte macht, so viele, dass man am Ende selbst einen scheinbar klaren deutschen Begriff nicht mehr begreift. Noch skurriler wird die Sache dadurch, dass bei der Übersetzung des Wortes "Öffentlichkeit" ins Soziologische ein Text entsteht, der für den Laien wie normales Deutsch aussieht, nur eben in einer schier dadaistischen Aneinanderreihung von Wörtern ohne den Unterhaltungswert einer bundespostalischen Versackbeutelung. Oder kapieren Sie etwa beim ersten Lesen, was der frühere Verwaltungsbeamte Luhmann aus Oerlinghausen mir damals sagen wollte?

"Ins Soziologische übersetzt, besagt Öffentlichkeit soviel wie Neutralisierung von Rollenanforderungen, die aus engeren Teilsystemen der Gesellschaft stammen, damit auch eine Lockerung, wenn nicht Aufhebung der Selbstbindungen, die der Einzelne durch Verhalten in engeren Systemen eingegangen ist."

Niklas Luhmann, Politische Planung: Aufsätze zur Soziologie von Politik und Verwaltung, Westdeutscher Verlag 1971

Dann, so fürchte ich, Sie sind Soziologe oder Soziologin aus Leidenschaft.

Nein, ich möchte jetzt in Ihrem Kommentar nicht lesen, wie "Öffentlichkeitsarbeit" in der soziologischen Übersetzung heißt. Ich verabscheue Leute, die sich Mühe geben, unverständlich zu schreiben. Und wie Sie am Beispiel des Niklas Luhmann sehen, trage ich das dem Urheber selbst dann noch nach, wenn er längst nicht mehr unter uns weilt.

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3. März 2010

Ulrike Simon fühlt Bodo Hombach auf den Zahn

Kategorie: LEUTCHEN DES SCHURNALISMUS – AdminUlf – 13:58

Man muss als Journalist einen Bodo Hombach wirklich nicht mögen. Aber was in seinem Kopf vorgeht, hat in unserer Branche meist Nachrichtenwert (außer wenn er als Keynotespeaker bzw. Podiumsteilnehmer sein Repertoire an altbewährten Pointen rezykliert).

Kollegin Ulrike Simon hat dem OberWAZzer in einem Interview für die FR auf den Zahn gefühlt. Das verlegerische Schwergewicht versteigt sich darin unter anderem zu der Behauptung, sein personell stark verdünnisiertes Unternehmen sei eine "Journalismus-Manufaktur".

Lesenswert.

2. März 2010

Worüber der Erste vom Ersten froh ist

Kategorie: LEUTCHEN DES SCHURNALISMUS, Zukunft der Medien – AdminUlf – 12:21
"Ich bin froh, dass mit Florian Silbereisen und Andy Borg zwei herausragende Protagonisten dieses Genres bei uns sind."

Volker Herres, ARD-Programmdirektor und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Journalistenschule, muss das wohl sagen (in diesem Fall: gefragt von DWDL). Er behauptet zum Glück nicht, dass er sich das selbst begeistert anschaut. Dann hätte er nämlich einen enormen Geschmackswandel durchgemacht.

1. März 2010

Nur 42 ct./min. aus dem Mobilnetz

Kategorie: Tele-Komisches – AdminUlf – 13:21

Kaum vergehen ein paar Jahre, schon reagiert die Bundesschneckenpostnetzagentur auf die Realität. Seit heute heißen die so genannten "Geteilte-Kosten-Dienste", die unter 0180er-Vorwahlen angeboten werden, "Service-Dienste". Das ist zwar auch nicht unbedingt immer wahr, aber längst nicht mehr so verlogen wie der alte Name, so dass das immerhin ein Fortschritt ist. (weiterlesen…)

28. Februar 2010

“Qualität unter Druck”…

Kategorie: LEUTCHEN DES SCHURNALISMUS, Zukunft der Medien – AdminUlf – 21:02

..war das Thema einer Diskussion der beiden Tutzinger Akademien über die Aussichten des Journalismus und der Massenmedien. Dazu nach Klick auf "weiterlesen" einige mehr oder weniger heftige Zitate: (weiterlesen…)