Wider den Nutzerrechtsextremismus

Die Süddeutsche Zeitung stellt ihren Gastautor Leonard Dobusch (35) als Juniorprofessor für Organisationstheorie an der FU Berlin vor, der zur Urheberrechtsregulierung „forscht“ und bei netzpolitik.org bloggt. Nun ist das Urheberrecht wirklich nicht das natürliche Biotop von Organisationstheoretikern. Vielleicht erklärt das, warum Dobusch immer wieder durch Texte auffällt, die mehr mit dem Wunschdenken von erklärten Feinden des Urheberrechts zu tun haben als mit der Realität. Kürzlich polemisierte der Herr Professor anlässlich der Aufregung um das Thema Panoramafreiheit also nun „wider den Urheberrechts-Extremismus„*, den er zu erkennen glaubt, und dabei hobelte er mal wieder an den Fakten herum – frei nach dem Grundsatz „was nicht passt, wird passend gemacht“.
* Wie perfide die Wortschöpfung ist, erkennen Sie übrigens, wenn Sie den Urheber mal weglassen. Weiterlesen

Dirk von Gehlen über C3S – ein Mashup

Unter der Überschrift „Künstlerselbsthilfe“ gibt Dirk von Gehlen im heutigen SZ-Feuilleton wieder einmal eine Kostprobe seines mit Voreingenommenheit gewürzten Halbwissens in Fragen des Urheberrechts zum Besten. Es geht um die Idee einer zweiten Musik-Verwertungsgesellschaft neben der Gema.

Da Kollege Gehlen auf Angebote, sein schlagseitiges Weltbild durch Input von Informationen und nähere Erläuterung anderer Sichtweisen auszutarieren, bis dato äußerst zurückhaltend reagiert hat und das „Lob der Kopie“ als Mutter aller kreativen Dinge singt, bietet es sich an, seine Einlassungen in Form eines Mashups zu überarbeiten:

Vor etwas mehr als zehn Jahren machte der amerikanische Jurist Lawrence Lessig in Stanford eine Idee publik, die viele für unrealistisch hielten. Lessig hatte die Situation im Urheberrecht analysiert…

Falsch, mein Lieber, und das wissen Sie. Er hat mitnichten das Urheberrecht as we know it, sondern das in den USA geltende Copyright zerfieselt. Was Lessig störte, wäre in deutscher Terminologie am besten mit „Leistungsschutzrecht der Verleger“ umschrieben, wie sich anhand einer Rede aus dem August 2002 schön nachvollziehen lässt. Weiterlesen

Wie man heute Musiker ausbeutet

Wer findet, unter dem Filegeshäre leidende Musiker sollten sich doch einfach über Konzerte finanzieren, sei dieser Text von Anselm Kreuzer empfohlen.

Ich möchte nie mehr lesen, Piraten seien nicht gegen das Urheberrecht

Die niedersächsischen Piraten haben nämlich im (bekanntlich gescheiterten) Wahlkampf zugegeben, dass nichts von Urheber- und Patentrecht halten:

Schranken2Schranken1

Damit ist jetzt auch geklärt, warum manche Leute Bruno Kramm für den „Urheberrechtschefclown“ seiner Partei halten.

Information will frei sein, aber nicht gratis

Heute drüber gestolpert, Quelle leider weggeclickt:

Der alte Slogan „Information wants to be free“ wird immer in einer aus dem Zusammenhang gerissenen Form zitiert. Was immer fehlt:

Information wants to be expensive.

 

Diesen Satz kann ich nur bestätigen.