Kleiner Backup-Guide für Mac-Nutzer

Aus gegebenem Anlass habe ich in den letzten einiges zum Thema Backup gelesen. Da viele Menschen darüber schreiben, ohne wirklich verstanden zu haben, was beim Anlegen von Sicherungskopien passiert, möchte ich hier kurz erklären, weshalb es für Mac-Nutzer kein Entweder-Oder geben sollte: TimeMachine, das serienmäßige Backup-Programm, ersetzt kein per SuperDuper erzeugtes 1:1-Abbild der Mac-Volumes, und auch umgekehrt nicht. Ich verwende beides – und zwar jeweils doppelt.

  1. TimeMachine ist praktisch, um stündlich den jeweiligen Zwischenstand für Datei-Wiederherstellungen zu sichern. Um ein komplett abgemurkstes System zu rekonstruieren, ist es allenfalls die Ultima ratio. Weshalb? Ganz einfach: Die Software baut mitnichten exakt das neu auf, was man vorher hatte, sondern setzt bestimmte Programme unabhängig voneinander neu auf. Dabei kann nicht nur Apple Mail mit kleineren Überraschungen irritieren. Gravierender ist, dass kapriziöse, aber teuer gekaufte Software wie eine alte Adobe Creative Suite, wenn man Pech hat, ihren Lizenzschlüssel nicht wiederfindet.
  2. Externe Festplatten gehen kaputt. Bei mir war es so, dass die interne HDD sich als deutlich langlebiger erwies als die angestöpselte, obwohl die eigentlich viel weniger bewegt wird. Deshalb bin ich dazu übergegangen, zwei eigenständige TimeMachines – also keine logischen Laufwerke, sondern wirklich zwei getrennte physische Festplatten – abwechselnd zu nutzen. MacOS kann damit umgehen: Jede Platte wird nur alle zwei Stunden aufgerufen; sie bilden aber zusammen dennoch eine einzige virtuelle Zeitmaschine. Dass beide Geräte gleichzeitig den Geist aufgeben, ist nicht anzunehmen, vor allem wenn man zwei unterschiedliche Fabrikate nimmt (ich habe eine Seagate und eine WD). Geht eine kaputt, hat man immer noch eine höchstens zwei Stunden alte Kopie des Datenbestandes der internen Platte.
  3. SuperDuper ist ein Klassiker, der zwar nicht die Fähigkeit besitzt, stündliche Backups automatisch anzulegen, dafür Smart Updates beherrscht: Bei jedem Durchlauf wird das aktualisiert (hinzugefügt, gelöscht, überschrieben), was sich seit dem letzten Sicherungslauf geändert hat. Das über USB angeschlossene Backup des Startvolumes ist bootfähig und kann wiederum 1:1 auf eine frisch formatierte interne Platte kopiert werden, die dann ihrerseits auch wieder vom Fleck weg bootfähig ist. Egal ob die innere HDD oder SSD crasht, durch Ungeschicklichkeit neu aufgebaut oder gegen eine größere ersetzt werden muss, man ist immer so schnell und mühelos wie möglich wieder auf dem alten Stand. Bei TimeMachine ist das nicht in jedem Fall gewährleistet.
  4. Auch diese Rückfallebene kommt nicht ohne Netz und doppelten Boden aus. Es ist zweitrangig, ob man mit SuperDuper täglich, an bestimmten Wochentagen oder wöchentlich das Backup aktualisiert, aber man sollte es ebenfalls mit zwei physisch getrennten Platten machen. Eine davon hat man im Arbeitszimmer, die andere in einem anderen Gebäude. Schließlich kann es ja sein, dass ein Hausratschaden eintritt, wie man ihn aus dem Kleingedruckten der Police kennt – Einbruch, Überspannung, Wasserrohrbruch in der darüberliegenden Wohnung oder gar Feuer (von Malware reden wir jetzt mal besser nicht). Die beiden Exemplare wechselt man am besten im Wochenrhythmus aus. Dann hat man im allerschlimmsten Notfall nur eine Woche für den Papierkorb gearbeitet. Wenn überhaupt: Die aktuellen Projekte, an denen man arbeitet, kann man zusätzlich auf einer SD-Karte oder in der Cloud sichern.

Wer mich jetzt für einen paranoiden Sicherheitsfanatiker hält, dem sei gesagt, dass die heutigen Festplatten zwar gigantische Datenmengen aufnehmen, wenig Strom fressen, außerdem leise und billig sind, aber leider nicht so robust, wie wir das gerne hätten. Bei mir haben sich neulich innerhalb von acht Tagen zwei Stück verabschiedet, obwohl ich sie nicht einmal grob angeschaut, geschweige denn angefasst hätte.

P.S.: Verschlüsseln der externen Platten nicht vergessen!

Apple ist seiner Zeit zurück

Weiß jemand, wie das kommt? Das Datum ist korrekt eingestellt (automatisch, MEZ).
Datumsbug Mavericks

Abenteuer Apple: Mavericks versucht ein Backup

Daten soll man regelmäßig sichern, und deshalb ist die Time Machine von Apple eine gute Sache: Jede Stunde speichert das Betriebssystem MacOS alles, was sich in dieser Zeit verändert hat, so dass man stundenweise zurückgehen kann, wenn man Daten verschusselt hat.

Leider hat die neue MacOS-Version Mavericks böse Kinderkrankheiten, und mit der schnellen USB-Version 3.0 hat Apple auch Probleme. Weil das MacBook Pro nur zwei solche Buchsen hat, ist man gezwungen, USB-Hubs zu benutzen. Schließt man seine Backup-Festplatten über einen solchen Hub an, kann es passieren, dass der Rechner später beim Aufwachen aus dem Ruhezustand zu der irrigen Ansicht kommt, sein Benutzer habe den USB-Stecker gezogen. Dann muss man ihn wirklich abziehen und neu einstöpseln. Apple-Techniker raten in solchen Fällen, Festplatten direkt an den Computer anzuschließen, können einem aber auch nicht verraten, wie man an die zweite Buchse sechs oder sieben weitere USB-Geräte anschließen soll, ohne dass dies Probleme bereitet. Und als wäre dies nicht ärgerlich genug,  ist die Time Machine spätestens seit Einführung von Mavericks (MacOS 10.9) im Oktober unberechenbar. Vielleicht war auch schon Mountain Lion (10.8) problematisch;  da kann ich allerdings nicht mitreden, denn ich hatte bis vor kurzem den sehr zuverlässigen und ausgereiften Schneeleoparden (10.6.8) auf meinem alten MacBook.

Für meine weiteren Gespräche mit dem Apple-Support habe ich gestern einmal die Funktion „Bildschirmaufnahme“ von Quicktime benutzt, um zu protokollieren, was genau abläuft. Vielleicht hilft dieser Input den Technikern, herauszufinden, wo der Fehler liegt. Falls jemand, der dies liest, ähnliche Erfahrungen gemacht hat, bitte ich darum, hier einen Kommentar zu hinterlassen, in dem möglichst genau geschrieben ist, wie sich Time Machine verhalten hat, wie die Festplatte ans MacBook angeschlossen ist (USB 3.0 oder 2.0, Hub oder direkt) und ob das Problem nur sporadisch auftritt oder automatische Backups gar nicht mehr möglich sind.

Hier ist das Protokoll meines Versuchs, die Datensicherung ans Laufen zu kriegen:

Eine Toshiba-Festplatte (2,5 Zoll, 2.0 TB, USB 3.0) korrekt formatiert mit „MacOS Extended (Journaled)“ und GUID-Partitionstabelle, ist jetzt direkt an eine USB 3.0-Buchse des MacBook Pro angeschlossen. Als Time Maschinen-Volume dient die erste Partition mit 1 TB. Das erste Backup mit Time Machine war wenige Stunden zuvor über einen USB-3.0-Hub des Anbieters Goobay geglückt. Nach mehreren gelungenen Aktualisierungen über den Hub wurde die Festplatte über den Finder abgemeldet und unmittelbar an den Computer angeschlossen, wie es der Senior-Supporter von der Apple-Hotline empfohlen hatte.

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Was wusste ich über Jobs, das Isaacson noch nicht wusste?

Walter Isaacsons Steve-Jobs-Biografie hatte ich mir nicht geleistet, weil mir das nach dem Tod des Apple-Gründers nicht mehr wichtig war. Jetzt habe ich einen Hinweis darauf entdeckt, dass der Autor (der im Gegensatz zu mir persönlichen Zugang zu Jobs hatte) ein von mir kalt* geschriebenes Jobs-Porträt als Quelle verwendet haben soll – und zwar entnehme ich dies einer Website, die mir wie ein digitaler Raubdruck erscheint. Falls hier jemand das Original hat: Könnten Sie bitte mal im Quellenverzeichnis nachschauen? Laut der Schwarzkopie hätte Isaacson das Medium (die „Capital“) nicht erwähnt; statt dessen steht dort das Ressort („Unternehmen“).

Ich bin da einfach neugierig. Hätte Isaacson mich angemailt, hätte ich ihm natürlich verraten, wo ich meine Information gefunden hatte – in seinem Heimatland USA.

* „Kalt“ heißt vom Schreibtisch aus, also per Telefon und Internet recherchiert. So muss man leider arbeiten, wenn der zu Porträtierende für Journalisten keine Zeit und/oder die Redaktion für große Reisen kein Budget hat.

Mach‘ Liebe, keinen Korea-Krieg!


Apple-Chef Cook sollte sich auf die Hippie-Wurzeln der Firma besinnen – und Samsung die andere Wange hinhalten.

Tote können sich nicht wehren. Deshalb mahnte der griechische Gelehrte Cheilon von Lakedemonien, es möge seine böse Zunge bändigen, wer über einen Verblichenen spricht. Walter Isaacson, offizieller Biograf des 2011 dahingeschiedenen Steve Jobs, ist frei von solchen Hemmungen. Der amerikanische Journalist posaunte bekanntlich aus, Apples Oberhaupt hätte „den letzten Penny“ aus seiner mit 40 Milliarden Dollar gefüllten Kriegskasse gerne dafür gegeben, Googles Anti-iPhone-Software Android mit einem – Zitat – „thermonuklearen“ Angriff ausradieren zu können. Das soll Steve Jobs gesagt haben? Derselbe Steven Paul Jobs, der der sich im Hippie-Alter weigerte, Tiere zu essen und aus der Haut fuhr, wenn auch nur ein falsches Wort seine Firma verließ? Mein Gott, Walter: Wenn Sie sich das Zitat nicht aus den Fingern gesogen haben, um die Auflage Ihres Buchs zu pushen, muss der Verstand dieses Genies schon von Metastasen zerfressen gewesen sein.

Reden wir lieber über Nachfolger Tim Cook, über ihn darf man herziehen. Das sollte man auch, Weiterlesen