Handygebühren: Mobilfunker verbreiten PR-Unsinn

Mobilfunk-Netzbetreiber verdienen nicht nur, wenn ihre Kunden jemanden anrufen, sondern auch, wenn diese angerufen werden. Je nach Tarif, den der Kunde (aus-)nutzt, verdienen sie daran sogar viel mehr als an Gesprächen ihrer Kunden, die sie an andere Netze vermitteln müssen.

Jetzt halbiert die Bundesnetzagentur den Betrag, den sie der Konkurrenz für die Weiterleitung eines aus einem Fremdnetz ankommenden Telefonats in Rechnung stellen dürfen. Statt 6,6 Cent sollen künftig 3,3 Cent pro Minute genügen. Begründung der staatlichen Aufpasser: Die neuen Sätze spiegeln die angesichts besser ausgelasteter Netze sinkenden Kosten wider.

Da aber jeder Handynetzbetreiber mit jedem anderen Gespräche austauscht und ergo sowohl bezahlt als auch kassiert, sollte man eigentlich meinen, dass es sich im Großen und Ganzen um ein Nullsummenspiel handelt. Dennoch protestierten Vodafone D2, Telekom und O2 (nicht aber eplus) gegen die Senkung. Weiterlesen

Falten gestalten


Wollten Sie nicht schon immer mal jemanden richtig alt aussehen lassen? Passen Sie auf, dass es keiner mit Ihnen macht!

Wenn der Mensch die Wahl hat zwischen Text und Foto, schaut er immer zuerst auf das Bild. Deshalb gibt es die „Bild“-Zeitung, deshalb haben wir hier im Heft diese schönen großen Aufmacherfotos. Sie, lieber Leser, haben ja gerade auch die Karikatur angeschaut, bevor Ihr Gehirn freundlicherweise Ihre Augen weiterdirigiert hat zu meiner Kolumne. Ich muss gestehen: Als Leser, besser gesagt Gucker, falle ich natürlich auch auf die uralte Masche herein.

Bei Facebook, Xing oder Google plus funktioniert das genauso wie auf Papier. Neulich glotzt mich da plötzlich ein komischer alter Knabe an. Wie kommt der in meinen Stream? Weiterlesen

Warum Apple-Konkurrenten es so schwer haben…

…mit Android-Telefonen Geld zu verdienen, begreift, wer diesen Beitrag des c’t-Kollege Jörg Wirtgen gelesen hat.

Apfelessig oder Achilles‘ wütende Verse

Der Berliner Kollege Hajo Schumacher – als Kolumnist auch unter dem Alias Achim Achilles geläufig – versprüht auf SpOn eine volle Ladung Apfelessig. Einerseits gesteht er selbstkritisch, dass er einst zu denen gehörte, die unbezahlt redaktionelle Reklame fürs iPhone gemacht haben. Andererseits muss er loswerden, dass er sich Dinge von den Apple-Produkten erhofft hat, die dann nicht so funktionierten.

Weil er nun völlig übersäuert ist, überreagiert sich Hansjo-Achim an seinen Mit-Applekunden ab, dass die Gemeinde der professionellen Applehasser ihren Spaß hat.

Natürlich funktioniert der Gag zuverlässig, im Bundestag säßen lauter Abgeordnete, die allein deshalb mit ihren Fettfingern die Displays ihrer iPads versauen, weil das Teil einen höheren Angeberfaktor hat als ein Leitzordner. Schöne Standup-Comedy-Nummer, die an niedere Vorurteile appelliert; berechenbarer Applaus bei allen, die sich nie in parlamentarische Bestuhlung quetschen mussten. Weiterlesen

Wenn Autoredakteure über Mobilfunk schreiben


„Als Downloadgeschwindigkeit verspricht man (Porsche, Anm. ujf) bis zu 7,2 Mb pro Sekunde. … Noch arbeitet die Datenübertragung in der Regel mit 3G, teilweise auch schon mit UMTS. Um den Faktor zehn dürfte sich die Übertragungsgeschwindigkeit beschleunigen, wenn in wenigen Jahren die bestehenden Systeme durch LTE (Long Term Evolution) abgelöst werden.“

SZ (Print), 16.8.2011, Mobiles Leben

Ob’s der Autor selbst war oder ob der Redakteur den Text verschlimmbessert hat, wer weiß? Nur mal zur Klarstellung fürs nächste Mal:

UMTS war die so genannte 3. Mobilfunkgeneration, also 3G. Die vorher genannten 7,2 Megabit pro Sekunde sind eine Erweiterung von UMTS/3G namens HSDPA (High Speed Downlink Packet Access) alias 3.5G (dreieinhalbte Generation).

LTE ist de facto die 4. Generation (wird von manchen verwegenen Arithmetikern aber auch als dreikommaneunte bezeichnet), löst aber – wie schon der Name sagt – nicht in wenigen Jahren die 3. Generation ab, denn das wäre eine Short Term Revolution und hieße folglich STR. Weiterlesen