Lieber Martin Balle, lieber Herr Professor Dr. Juniorverleger!

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer gelungenen Berufswahl – wenn Sie mir die literarische Freiheit gestatten, „Sohn“ als Profession zu werten. In die Fußstapfen Ihres werten Herrn Vaters zu treten, der im Verlag der Landshuter Zeitung und des Straubinger Tagblatts seinerseits seinem Schwiegervater nachgefolgt war, dürfte ein weiser Ratschluss gewesen sein. Wie sonst wären Sie je in die Lage gekommen, nach Herzenslust und Laune in der Zeitung schwadronieren, ja unredigiert Texte absondern zu dürfen, die Ihnen – wären Sie normalsterblicher Journalist geworden – jeder halbwegs professionelle Jungredakteur links und rechts um die immergrünen Löffel gehauen hätte?
Die Gnade der Geburt als Spross der richtigen Familie hat Sie einst vor dem herben Schicksal bewahrt, Ihre publizistische Ambition als freier Mitarbeiter im Reich des alten Balle, des als „Bayerischer Sparlöwe“ berühmt gewordenen Großverlegers, testen zu müssen, ergo als junger Mensch für geschätzte 17,8 Pfennige pro Druckzeile aus den Niederungen des niederbayerischen Vereinslebens Ihrer niederbayerischen Heimat Niederbayern Bericht zu erstatten, bevor Ihnen bei guter Führung eventuell ein Volontariat, ein Pauschalistenposten und irgendwann eine Redakteursplanstelle gewährt geworden wäre.
Dankbar, wie Sie dem Herrn sowie Ihrem Alten Herrn sind, kam Ihnen eines Tages in den Sinn, die Leser-Blatt-Bindung mittels feinsinniger, in jeglicher Hinsicht offener Briefe an bayerische Persönlichkeiten zu stärken (und gleichzeitig das Honorarbudget Ihrer Redaktion um stolze 100 Zeilen zu entlasten). Jeder Leser, jede Leserin des Straubinger Tagblatts und der Landshuter Zeitung sollte sich schadenfroh ergötzen dürfen an Ihrer so phantasievollen wie monologischen, nun ja, Korrespondenz mit Menschen, die auf Ihre Bekanntschaft vermutlich nicht ungern verzichtet hätten und auf Ihre eigenwilligen An-die-Leser-Briefe allemal.
Nehmen wir den ST-Rezipienten, JU-Veteranen und gebürtigen Straubinger Bernd Sibler (37), dessen Berufung zum Staatssekretär im Kultusministerium Sie für einen „Aprilscherz“ gehalten haben wollen, obwohl ein Blick in den Kalender Ihnen verraten hätte, dass es längst Oktober war. Möglicherweise könnte man sich darauf einigen, dass der christsoziale Aufsteiger wirklich (noch) kein Weltstaatsmann ist, über den eine respektable deutsche oder auch bayerische Tageszeitung viele Worte verlieren müsste, es sei denn, er träte öfter als bisher mit klugen Gedanken aus dem ministeriellen Schatten hervor. Ihnen aber war der vormalige „Stadionsprecher mit Nebenjob im Bayerischen Landtag“ eine satte vierspaltige Kolumne wert, deren hauptsächlicher Reiz für den Leser darin bestand, dass am Ende gar nicht der vermeintlich Derbleckte wie ein Depp da stand, sondern – mit Verlaub – der Autor der Brief-förmigen Kolumne, nämlich Sie.
Damit die knapp 10.000 Mitleser dieses Briefes an Sie verstehen, wovon ich schreibe, hier ein exemplarischer Auszug ballejuniorscher Holperprosa: „Dass Sie weit mehr Macht und Einfluss haben als andere Stadionsprecher, das fiel mir immer wieder auf. Oft begegneten wir wichtigen Personen der Zeitgeschichte. In der Regel machten Sie mich dann darauf aufmerksam, dass Sie denen zu ihrem Amt verholfen hätten.“ Mit einer knackigen Pointe nach diesem vergeigten Anlauf hätten Sie die Kurve vielleicht noch gekriegt.
Statt dessen zeilenschinderten (oder heißt es „zeilenschunden“?) Sie weiter mit dem sprachlichen und logischen Feingefühl eines Kreisligafestredners: „Schulamtsleiter, leitende Finanzbeamte, Krankenhausdirektoren, Flughafenkonstrukteure, Hochseeschiffskapitäne, dem Dalai Lama, der Witwe von John F. Kennedy.“ Falls Sie damit Staatssekretär Sibler als Reinkarnation von Lee Harvey Oswald karikieren wollten, hätten Sie das schon ein wenig deutlicher sagen können!
Auch wenn Sie, lieber Herr Professor Dr. Balle, im Fachbereich Medientechnik der Fachhochschule Deggendorf Vorlesungen über Darstellungsformen im Fach Journalismus halten dürfen, welches sie selbst nie studiert haben; auch wenn Sie mit den Studiosi medienethische Fragestellungen diskutieren und Exkursionen zu Ihrem Straubinger Tagblatt unternehmen: In einer Zeitung, die nicht im Besitz Ihrer Familie ist, wäre jener Text im Papierkorb gelandet. Und zwar nicht aus Mitleid mit dem armen Herrn Sibler oder aus Angst vor juristischen Konsequenzen, die solch ein textliches Elaborat nur adeln würden. Sondern aus Verantwortung der Redaktion gegenüber dem Autor, der sich im Falle eines Abdrucks für eine Spontanverbannung in den trostlosesten Landstrich des Verbreitungsgebiets Isar-Donau-Wald qualifiziert hätte. Dass niemand Sie gebremst hat bei Ihrem Generalangriff auf die eigene Reputation, lässt zwei Interpretationen zu: Entweder hat sich niemand getraut. Oder Sie waren vollständig beratungsresistent.
So war es an Mitgliedern der CSU-Prominenz, Sie in jene Verlegenheit zu bringen, die Ihnen in der folgenden Woche Anlass zum beherzten Kopfsprung ins nächste Fettnäpfchen gab. „Ich hatte niemals die Absicht Ihnen zu schreiben“, schrieben Sie in einer dadaistischen Volte an Siblers Staatssekretärskollegen Markus Sackmann, dem Sie in einem Postskriptum ebendiesen Brief angedroht hatten, „mein Hinweis, dass ich auch Ihnen schreiben wollte, war nur ein kleiner literarischer Einfall.“ Somit ist ein Kulturbanause, wer Ihnen jetzt nachsagen würde, Sie hätten sich in den folgenden Absätzen um Kopf und Kragen fabuliert. „Die Menschen, an die ich schreibe, verwandeln sich mir unter der Hand in Figuren, die – so scheint es – mit ihrer eigenen Wirklichkeit plötzlich nur noch zum Teil zu tun haben…“
Die Höflichkeit gegenüber meinen Lesern gebietet es mir, nicht noch mehr Beispiele Ihres Geschwurbels wiederzugeben, dieser grotesken Mixtur aus halbherziger Verunglimpfung und hasenfüßigem Sichherauswinden aus dem gesellschaftlichen Abseits, in das Sie sich selbst manövriert haben. Es bleibt Ihren natürlich unbenommen, weiter in Ihrer literarischen Welt zu leben, die Sie sich so ausmalen, wie Sie sie sich vorstellen. (Oh Verzeihung, jetzt habe ich doch schon wieder Balle zitiert!) Hauptsache, Sie verwechseln diese Balletristik nie wieder mit Journalismus.

Mit einem herzlichen Vergeltsgott für die weise publizistische Selbstbeschränkung, die Sie sich seither auferlegt haben, verbleibe ich

Ihr Ulf J. Froitzheim
Diplom-Journalist und Kolumnist

P.S.: Wer sich die Original-Kolumnen partout in voller Länge antun möchte, findet sie im kostenpflichtigen Online-Archiv von idowa.de, Suchbegriffe „Sibler“ und „Sackmann“.

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Soweit meine Persiflage auf Martin Balles Kolumnen aus dem Herbst 2008. Da die Originaltexte leider nicht mehr abrufbar sind, erlaube ich mir im Folgenden zwecks besseren Textverständnisses ausnahmsweise eine Vollzitation.   UJF, Juni 2014

Balle Sibler

Balle Sackmann

Lieber Bernd Sibler, lieber Herr Staatssekretär!

Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer, Beförderung! Es ist also doch wahr. Am Anfang dachten wir alle noch eher an einen Aprilscherz. Aber jetzt ist alles amtlich und steht schwarz auf weiß in den Zeitungen dieser Welt: Sie, Bernd Sibler, sind Staatssekretär!

Ich kann mich noch gut an unser erstes Zusammentreffen vor zehn Jahren erinnern: Sie waren damals Stadionsprecher bei einem Plattlinger Fußballverein. Gerade war allerdings deren Vereinsheim abgebrannt. Nach einer Trikotspende unserer Zeitung, weil buchstäblich alles verbrannt war, kam ich nicht umhin, auch noch das nachfolgende Fußballspiel anzuschauen. Das Spiel war eher mittelmäßig. Außergewöhnlich war nur Ihre hochdynamische Begleitung dieses mittelmäßigen Spiels durch die verrosteten Stadionmikrophone. Offensichtlich blitzte dort Ihr rhetorisches Talent auf.
Nach dem Spiel lernen wir uns dann kennen. Sie wurden mir als Stadionsprecher vorgestellt – im Nebenberuf freilich Landtagsabgeordneter. Sie waren so jung, dass ich beides kaum glauben konnte. Ich kenne Stadionsprecher. Die sind sonst immer eher etwas verlebt. Häufig sieht man ihnen an, dass sie die letzte Nacht wieder nicht zu Hause waren. Bei lhnen war das merklich anders: Sie standen schon so blitzblank geputzt in der frischen Herbstsonne, dass mir gleich klar war, dass auf Sie eine politische Karriere wartet. Auch weil Sie eben schon damals diesen Nebenjob im Bayerischen Landtag hatten. Die anderen Stadionsprecher haben in der Regel keine Nebenjobs, jedenfalls keine, die man in eimer seriösen Zeitung ansprechen wollte.
Wir sind uns dann immer wieder begegnet. Dass Sie weit mehr Macht und Einfluss haben als andere Stadionsprecher, das fiel mir immer wieder auf. Oft begegneten wir wichtigen Personen der Zeitgeschichte. In der Regel machten Sie mich dann darauf aufmerksam, dass Sie denen zu ihrem Amt verholfen hätten. Bauamtsleiter, leitende Finanzbeamte, Krankenhausdirektoren, Flughafenkonstrukteure, Hochseeschiffskapitäne, dem Dalai Lama, der Witwe von John F. Kennedy. „Mei, dem hob‘ I damals a g’holfn, dass a werd, was a is“, pflegten Sie dann in aller Zurückhaltung und großer Vertraulichkeit zu mir zu sagen.
Nur am Anfang war ich überrascht, wie weit Ihr Einfluss reichte. Manchmal freilich, wenn ich schlecht einschlafen konnte, überlegte auch ich mir, ob auch ich Ihnen meinen Posten zu verdanken hatte. Ich schlief dann schlecht, träumte unruhig, erwachte am Morgen wie gerädert. Nur die ersten Sonnenstrahlen und ein versichernder Blick auf mein verstaubendes Studienzeugnis in einer lange nicht mehr geöffneten Schublade klärten mir meine Situation einigermaßen.
Einmal sind wir uns auf einem Podium zur Situation der Bildung in Bayern begegnet. Ich kann mich noch gut erinnern. Als ich beklagte, dass die jungen Menschen heute kaum mehr Goethe und Schiller, geschweige denn Hölderlin kennten, erwiderten Sie, dass das auch gar nicht mehr so wichtig sei. Wichtig seien vielmehr neue Kommunikationsformen wie E-Mail oder SMS per Handy. Textanalyse einer Botschaft also wie: „Hallo Schatz, bin schon da; wo bist Du?“ Da wurde mir schnell klar, dass Sie jetzt zum innersten Zirkel der CSU-Fraktion im Landtag gehören, zu den Intellektuellen gleichsam. Ich dachte mir zudem, dass Sie wahrscheinlich sogar für das G 8 verantwortlich sind. Geht es nicht auf eine Idee von Ihnen zurück? Sicher, die Entschlackung der Lehrpläne von überflüssigem Bildungsmüll war längst überfällig. So wurde mir klar: Sie werden entweder Staatssekretär im Umwelt- oder sogar im Kultusministerium.
Ich bin heute übrigens der Meinung, dass Sie sogar der heimliche Minister sind. Denn das tapfere Schneiderlein ist ja eher Volksschullehrer, Sie aber durften sogar einmal am Gymnasium unterrichten! Und das noch an einem, das Sie zu dem gemacht haben, was es heute ist, das Sie also gleichsam selbst verursacht haben.
Ich weiß ehrlich gesagt nicht genau, was Staatssekretäre überhaupt tun. Mein Bild vom Leben und Arbeiten eines Staatssekretärs stammt aus der Fernsehserie „Monaco Franze“. Dort kommt ein Staatssekretär vor, der allerdings gar nichts arbeitet, sondern immer nur versucht die Frau vom „Monaco“, das „Spatzl“, zu verführen. Im richtigen Leben kenne ich zwar flüchtig einen Staatssekretär aus einem anderen Ministerium, der genauso aussieht wie der aus dem Film und sich auch genauso verhält, aber ich weiß nie, ob der’s ernst meint oder nur die Figur aus dem Film imitiert.
Und deshalb wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihren Weg erfolgreich weitergehen auf den sicheren Schneisen, die Ihnen die CSU jetzt in Ihre Zukunft schlägt.

 

Mit fast untertänigem Gruß

Ihr Professor Dr. Martin Balle,
Verleger und Herausgeber

 

P.S. Den Brief an den Kollegen Sackmann schreibe ich dann nächste Woche.

 

 

Lieber Markus Sackmann, lieber Herr Staatssekretär!

 

Ich bin in einer Verlegenheit. Ich habe letzte Woche an gleicher Stelle einen Brief an Ihren Kollegen Bemd Sibler geschrieben. In einem Postscriptum hahe ich etwas gedankenverloren hinzugefügt, dass ich diese Woche auch Ihnen schreiben würde. Um die Wahrheit zu sagen: Ich hatte niemals die Absicht, Ihnen zu schreiben. Mein Hinweis, dass ich auch Ihren schreiben wollte, war nur ein kleiner literarischer Einfall. Eine Erfindung sozusagen – ohne ernsthafte Absicht.
Mein Brief an Ihren Kollegen Bernd Sibler allerdings ist – weitgehend ohne mein
Zutun – offensichtlich einer größeren Anzahl von Lesern zugänglich gemacht worden. Die fordern jetzt von mir einen zweiten Brief. Diesmal an Sie. Ich aber weigere mich standhaft, Ihnen morgen zu schreiben.
Schon mein letzter Brief an Ihren Kollegen hat mich in eine ernsthafte Verlegenheit gebracht. Meine Briefe sind allesamt eher literarische Entwürfe.
Die Menschen, an die ich schreibe, verwandeln sich mir unter der Hand in Figuren, die – so scheint es – mit ihrer eigenen Wirklichkeit plötzlich nur noch zum Teil zu tun haben. Unangenehm für mich freilich wird es immer dann, wenn mir die wirklichen Personen in nächster Zeit auch noch wirklich begegnen. Oder mir selbst einen Brief schreiben. Oder mich sogar anrufen. So rief mich diese Woche Ihr ehemaliger Fraktionsvorsitzender Alois Glück an und rügte mich deutlich für meinen Brief an Bernd Sibler.
Weil ich Alois Glück doch schätze und es draußen auch noch regnete, war mein Tag war mein Tag insgesamt recht verdorben. Und dass der echte Alois Glück angerufen hatte und nicht ein von mir auf brieflichem Weg erfundener, das verschärfte meine Situation abermals. Auch mein Hinweis, dass eine Glosse letztlich ein literarischer Text sei, der von einer gewissen Ironie lebe, wurde von Alois Glück mit dem Hinweis gekontert, dass am Ende echte Menschen solche Ironie ausbaden müssten.
Deshalb habe ich entschieden, Ihnen morgen nicht zu schreiben.
Das hat auch für mich Vorteile. Denn weil viele Leser den Unterschied zwischen Realität und Erfindung so allzu genau unterscheiden wollen, habe ich mit meinen fiktiven Entwürfen oft die größten Schwierigkeiten. So schrieb mir jetzt ebenfalls der richtige Bemd Sibler und nicht der von mir brieflich erfundene, dass seine Zeit als Stadionsprecher der Spielvereinigung Plattling deutlich vor seinem ersten Landtagsmandat liege. Und auch das mit Goethe und Schiller verhalte sich doch wenigstens etwas anders, als ich das brieflich erinnerte.
Und deshalb schreibe ich Ihnen morgen nicht: Weil ich nicht möchte, dass sich meine Vorstellung von der Welt und die Welt, wie sich sich selber sieht, immer mehr entzweiten. Es gibt einen wunderbaren Satz des Schriftstellers Martin Walser in seinem Roman „Halbzeit“. Er fühle sich wie Don Quijote, nachdem er las, was Cervantes über ihn schrieb.
Ich persönlich möchte lieber weiter in meiner literarischen Welt leben.
Eine Welt, die ich mir so ausmale, wie ich sie mir vorstelle. Und ich möchte nicht weiter darauf hingewiesen werden, dass die Welt sich anders verhält oder sich wenigstens anders sieht. Nicht von Cervantes, nicht von Ihrem Kollegen Bernd Sibler und eben auch nicht von lhnen.

Und deshalb schreibe ich Ihnen morgen also nicht
und grüße Sie hiermit herziich.

 

Ihr Professor Dr. Martin Balle
Verleger und Herausgeber

Die Drittelwissensgesellschaft

Nie konnte man so viel wissen wie heute, doch zu viele Menschen scheuen die Mühe der Recherche.

Man muss Sarah Kuttner nicht gleich zur Philosophin adeln, aber mit ihrer Formel vom „oblatendünnen Eis des halben Zweidrittelwissens“ charakterisiert die TV-Aussteigerin treffend das Bildungsniveau, das einem erklecklichen Teil der Gesellschaft genügt, um sich eine Meinung zu bilden und danach zu handeln. Selbstbewusst drängen die Ahnungslosen aufs Glatteis und übertönen mit ihrem Geplapper das Knirschen unter ihren Kufen. Beim Schlittern über seichte Gewässer riskieren sie ja höchstens kalte Füße.

Wer das für arrogante Polemik hält, braucht sich nur in die Dauerdebatte um die Gesundheitsgefahr namens Mobilfunk zu vertiefen. Dieses beliebte Aufregerthema verlangt dem, der ernsthaft mitreden will, die Bereitschaft ab, sich eingehend mit Forschung und Technik zu befassen – und in Betracht zu ziehen, dass der Experte, der einem mit imposantem Vokabular einen Schauer nach dem anderen über den Rücken jagt, ein Scharlatan sein könnte. Diese Skepsis geht jedoch vielen Bürgern und leider auch Medienmenschen ab: Der Gegner einer Technik – zumal wenn er sich mit Approbation oder gar Professortitel schmücken kann – genießt einen Vertrauensbonus gegenüber seinem Widersacher aus der Wirtschaft, der natürlich nur die Risiken herunterspielt. Wer da zu behaupten wagt, dass die Gurus der Anti-Mobilfunk-Szene mit dem Anschein wissenschaftlicher Autorität so manchen Humbug von sich geben, riskiert die Exkommunikation.

So kam der Münchner Franz T. unlängst in einem Schweizer Anti-Sendemasten-Forum nicht zu Wort – die Betreiber machten klar, dass sie Beiträge von Nestbeschmutzern nicht hinnehmen. Anderswo beharken Selbstgewisse und Zweifler einander in Flame Wars. Manche Mitglieder der „Bewegung“ (!) halten sich mit verbaler Gewalt gar nicht erst auf: In ihrem blindwütigen Hass auf alles, was funkt, legten Saboteure neben diversen Mobilfunk-Basisstationen kürzlich sogar eine Sendeanlage des Roten Kreuzes lahm.

Vielleicht haben wir ja einfach zu idealistische Vorstellungen von der Wissensgesellschaft: Sich im Internet wirklich schlau zu machen ist mühsam und anstrengend. Wer nur seine Vorurteile bestätigt haben möchte, ist schneller fertig – und hat noch Zeit, nach Sabotageanleitungen zu stöbern.

Aus der Technology Review 2/2007, Kolumne FROITZELEIEN

Potemkin im Mediendorf

Als dieser Beitrag in der November-Ausgabe des Journalist erschien, war er schon nicht mehr aktuell. Still und leise hatten die Gründer des DFJV e.V. dessen Ende und die Gründung einer gleichnamigen Aktiengesellschaft eingefädelt. Trotz seiner Obsoleszenz bezüglich des eigentlichen Themas stelle ich den Text zu dokumentarischen Zwecken unter seinem ursprünglichen Erscheinungsdatum in die Zeitreihe meiner Wortpresse. Interessant daran ist bis heute das Meta-Thema: dass auch bekannte Persönlichkeiten der Medienbranche sich manchmal von Potemkinschen Fassaden und Köpenicker Uniformen blenden lassen.

Die Namen der Akteure habe ich grundsätzlich abgekürzt (wer sie kennen will, kennt sie inzwischen eh, sie stehen auch anderswo in diesem Blog). Bewusst ausgenommen davon sind die A-Prominenten, jene Personen der Zeitgeschichte, die sich vor den PR-Karren des DFJV spannen ließen.

„ETWAS MIT MEDIEN“ ZU MACHEN IST EIN BELIEBTES MOTIV; AUSBILDUNG, FACHKONGRESSE UND PREISVERGABEN SIND EIN MAGNET. EINIGE JUNGE BERLINER HABEN EINEN VEREIN GEGRÜNDET – UND ZEIGEN, WIE LEICHT ES IST, MIT EINER GESCHICKT GESTALTETEN FASSADE UND BEDIENTER EITELKEIT HOCHKARÄTIGE MEDIENPROFIS ZU GEWINNEN.

Selbst die fähigsten Fachjournalisten des Landes hatten nicht den Hauch einer Chance gegen die (künftige Ex-) Queen des Polit-Talks, ja: Sie kamen nicht einmal in die engere Wahl. Auf dem Deutschen Fachjournalisten-Kongress 2006 in Berlin erhielt Sabine Christiansen im September den „Deutschen Fachjournalistenpreis“. Von dessen Existenz hatte die Fachwelt erst wenige Wochen zuvor erfahren. Vielleicht hätten sich einige der angeblich fast 7.000 Mitglieder des Deutschen Fachjournalisten-Verbandes (DFJV) gerne beworben. Aber eine Ausschreibung gab es nicht.

Der vom DFJV-Führungszirkel vergebene Preis taucht nicht einmal in der „wohl umfassendsten Sammlung von Medien- und Journalistenpreisen“ auf, die der DFJV selbst ins Internet gestellt hat. Warum auch: Auf der Service-Seite stehen nur Wettbewerbe, bei denen es für die Sieger wirklich etwas zu holen gibt. Ein Preis, der mit warmen Worten plus Acrylglas-Trophäe dotiert ist, passt da nicht recht hinein. Auch wenn es der eigene ist.

Die Preisträgerin hat also nicht viel vom Deutschen Fachjournalistenpreis. Die um Prominenz bemühten Veranstalter dafür umso mehr. Denn die Geehrte erschien in der Tat persönlich im Hotel Estrel, um sich die Laudatio anzuhören. Die wurde von einer der wenigen Journalistinnen gehalten, die im Bundestag sitzen: Julia Klöckner, Winzertochter, ehemalige Religionslehrerin, Chefredakteurin des Verbandsblattes der Deutschen Sommelier-Union und Vorzeigefrau der rheinland-pfälzischen CDU. An bekannten Persönlichkeiten mangelte es auch auf den Kongress-Podien nicht: Matthias Prinz war da, Bodo Hombach, Christoph Keese, Kurt Weichler, Thomas Leif.

Welcher Organisation sie da die Ehre gaben, ahnten nicht viele der Ehrengäste oder der zahlenden Teilnehmer. „Potemkin im Mediendorf“ weiterlesen

Diskusfisch und Presseausweis

DFJ e.V.: Eine Viechtacher Verlegerfamilie und ihr seltsamer Verein

Aus dem BJVreport 5/2006

Von Dirk Eikhorst und Ulf J. Froitzheim

Eine Online-Bildagentur, ein Verein für Kindersicherheit, ein Fischfutterversand, ein Special-Interest-Verlag und ein Verein, der Mitgliedern von Fotoclubs einen „bundeseinheitlichen“ Presseausweis anbietet: Der Serviermeister Bernd Degen und seine Familie sind vielseitig und einfallsreich. Der Mann glaubt sogar, der offizielle Presseausweis sei ein Plagiat des seinigen. Eine Posse aus dem Bayerischen Wald.

Vielleicht hängt es ja damit zusammen, dass Jan Ullrich hoch bezahlter ARD-Mitwirkender war, jedenfalls blinkt auf der Website von procycling, „Europas großem Profi-Rennrad-Magazin“, ein Werbebanner mit der signalroten Aufforderung: „Beantragen Sie Ihren Presseausweis – DFJ“. Weshalb ausgerechnet Berufsradler sich als Reporter ausweisen können sollten, wird in dem Kontext nicht so recht klar. Schon eher nachvollziehbar ist, dass einem die Reklame des DFJ, des eingetragenen Vereins „Deutsche Foto-Journalisten“, auch im newsroom des Salzburger Verlegers Johann Oberauer (Medium Magazin) begegnet.

„Diskusfisch und Presseausweis“ weiterlesen

INTERNETSOFTWARE: Mut gefragt

Das winzige norwegische Softwarehaus Opera bietet einen kompakten Browser für anspruchsvolle Surfer an.

WIRTSCHAFTSWOCHE 10/1999

Wenn sich Helmar Rudolph etwas in den Kopf gesetzt hat, fragt er nicht danach, ob andere es für vernünftig halten. So hat er eine liebevoll gestaltete Website für das Wendland (www.wendland-info.com) gestaltet, die Region, die durch das Atommüllzwischenlager Gorleben bekannt wurde. Dabei lebt der 32jährige, der aus dem Wendland-Städtchen Lüchow stammt, seit 1993 in Südafrika.

Im Augenblick ist die Seite alles andere als aktuell, weil er vollauf mit einer anderen Aufgabe beschäftigt ist, über die viele den Kopf schütteln. Er vermarktet Opera, eine Internetsteuersoftware (Browser) aus Norwegen, die den etablierten Browsern Explorer von Microsoft und Navigator von Netscape Paroli bieten soll. Opera ist ein Browser für anspruchsvolle Internetsurfer – ein sehr handliches, schnelles Programm mit einigen  Extrafunktionen (siehe Kasten Seite 171). Der Haken an der Sache: Während Explorer und Navigator kostenlos abgegeben werden, kostet Opera 35 Dollar (31 Euro) Lizenzgebühren.

Rudolph, der im Kapstädter Vorort Constantia eine kleine Agentur für Online- und Datenbankmarketing betreibt, glaubt jedoch fest daran, dass Kunden für mehr Qualität gern zahlen. Begeistert von Opera zeigte sich auch die Fachpresse. Rund um den Globus erschienen wohlwollende Rezensionen; das US-Magazin „PC World“ kürte Opera zum „Most Promising Web Newcomer“ des Jahres 1998. Weil Rudolph das Programm freiwillig ins Deutsche übersetzte, wurde er so etwas wie der Deutschland-Repräsentant von Opera.

Die Herstellerfirma Opera Software AS in Oslo gibt sich alle Mühe, im Web so weltläufig zu wirken, als sei sie ein Multi mit enormen Ressourcen. Da gibt es für alte und neue Windows-Rechner Versionen in Norwegisch, Schwedisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch sowie in iberischem und lateinamerikanischem Spanisch; versprochen werden Ableger für fünf verschiedene, teils exotische Betriebssysteme sowie Übersetzungen ins Ungarische, Portugiesische, Polnische und Russische. Und doch beschäftigt die mutmaßliche Nummer drei auf dem Browser-Weltmarkt – AOL/Netscape und Microsoft kommen zusammen auf über 90 Prozent Marktanteil – nur 16 Angestellte. Opera ist so schlank, dass sie sich für ihren größten Zielmarkt USA gerade mal ein Eine-Frau-Büro leistet: Sandra Thorbjørnsen, Mitarbeiterin mit der Personalnummer 1, leitet von Cleveland aus das Amerika-Geschäft im Alleingang.

Helmar Rudolph hat unterdessen – für ein bescheidenes Pauschalhonorar – die Aufgabe übernommen, den deutschen Markt zu erschließen: Vom Kap der Guten Hoffnung aus organisiert er den Vertrieb – mehr als 9000 Kilometer vom Absatzmarkt entfernt. An Infrastruktur in Deutschland genügen ihm der Briefkasten in seinem Elternhaus im Wendland-Städtchen Lüchow und ein Bankkonto. Den Rest erledigt er per Telefon und E-Mail.

Schließlich ist Rudolph, der jeden duzt, Spezialist für Onlinemarketing, und als solcher nutzt er alle digitalen Ressourcen. „lch habe voriges Jahr keinen Pfennig für Werbematerial ausgegeben“, verkündet er stolz. Ganz nebenbei kümmert sich der Wahl-Kapstädter auch noch um das Geschäft in Südafrika und um die Übersetzung des Windows-Browsers in Afrikaans.

Den Eifer engagierter Mitarbeiter nach Kräften zu nutzen, entspricht ganz dem Managementstil der Firmengründer Jon Stephenson von Tetzchner und Geir Ivarsøy, die vor fünf Jahren die Urversion von Opera schrieben – damals noch als Angestellte der Telefongesellschaft Telenor. Selbst bei der Entwicklung neuer Produkte vertrauten die beiden, um Personalkosten zu sparen, lange auf die Zuarbeit enthusiastischer Opera-Fans.

So überließen sie die Programmierung von Browsern für zusätzliche Betriebssysteme sogenannten Volunteers in verschiedenen Ländern – und  erlebten herbe Rückschläge: Ein Team dänischer Freiwilliger biss sich im Herbst an der Version für den Apple Macintosh die Zähne aus, und auch Anwender des immer populärer werdenden Freeware-Betriebssystems Linux mußten sich immer wieder vertrösten lassen, weil die externen Entwicklungshelfer auf der Stelle traten. Jetzt sollen, so PR-Managerin Thorbjørnsen, die wichtigsten Versionen intern entwickelt werden. Um die Finanzierung sicherzustellen, sollen die späteren Nutzer schon vorab zur Kasse gebeten werden.

Die Zukunft von Opera entscheidet sich gleichwohl im Markt der Windows-Anwender – und hier vor allem bei den Großkunden mit ihren Intranets. Während der skandinavische Browser an Universitäten und Fachhochschulen schon eine nennenswerte Fangemeinde hat, steht der Durchbruch in Handel und Industrie noch aus – da kämpfen die Opera-Erfinder mit den gleichen Problemen wie alle anderen Shareware-Autoren. „Das harmoniert nicht mit der eingespielten Beschaffungsbürokratie in den Betrieben“, bedauert Helmuth Gümbel von der Münchner Unternehmensberatung Strategy Partners, „um Shareware oder auch Freeware wie Linux einzuführen, braucht es Mut.“

Zu diesem Bonus für etablierte Hersteller kommt das finanzielle Argument hinzu: Ein Softwareeinkäufer lässt sich schwer davon überzeugen, für Shareware Geld auszugeben, solange Microsoft seinen Explorer gratis liefert.

Am Kap ist Helmar Rudolph dennoch guter Hoffnung, daß sich sein Einsatz demnächst auszahlt. Noch im ersten Halbjahr werde es Kooperationen mit deutschen Wiederverkäufern geben, die in ihren Branchen die Werbetrommel für Opera rühren sollen. Auch für das Endkundengeschäft ist er optimistisch. So hat er seinen Browser unter anderem auf den CD-ROM-Samplern von Data Becker und der Zeitschrift „Chip“ plazieren können.

Er kann sich auch Kooperationen mit Internet-Service-Providern vorstellen – obwohl die ihren Kunden bisher meist Software mitgeliefert haben, die nichts kostet – und peilt mittelfristig die Gründung einer Opera-Vertriebsfirma in Deutschland an, die er ebenfalls von Kapstadt aus führen will. Zumindest gibt es keine Zeitverschiebung. Kapstadt liegt fast auf demselben Längengrad wie Lüchow.

ULF J . FROITZHEIM

ALTERNATIVE BROWSER:

Was die Exoten können

Opera 3.51

Die Urversion dieses Programms wurde 1994 bei der norwegischen Telefongesellschaft Telenor für interne Zwecke entwickelt; Ende 1995 verließen die Autoren Jon von Tetzchner und Geir Ivarsøy das Unternehmen und gründeten ein Unternehmen zur Vermarktung von Opera. Die erste Shareware kam Ende 1996 auf den Markt. Allein über die Adresse www.download.com des amerikanischen Providers Cnet – dort gibt es Links zu sämtlichen lieferbaren Browsern – wurden binnen sechs Wochen 600.000 Kopien der aktuellen Version abgerufen. Besonderheiten: Im Gegensatz zu den gängigen Browsern wurde Opera nicht aus vorgefertigten Programmelernen – ten zusammengebaut, sondern von Grund auf neu entwickelt. Alles, was die Erfinder für entbehrlich hielten, ließen sie weg; darum sind E-Mails nur mit separatem Mailprogramm zu empfangen (beziehungsweise über einen WWW-Mail-Dienst wie Hotmail, GMX oder T-Online Webmail). Dafür ist Opera so kompakt, dass die Kernkomponenten auf eine einzige Diskette passen und auch alte Computer mit kleinem Arbeitsspeicher problemlos damit zurechtkommen. Opera gilt als schnellster Browser und kann mehrere Internetseiten neben- und übereinander darstellen; mit einer Zoomfunktion läßt sich jedes Fenster auf bis zu 2000 Prozent vergrößern oder auf 20 Prozent verkleinern. Alle Funktionen können zudem per Tastatur ausgewählt werden.

Bezug: Internet (www.operasoftware.com oder www.nta.opera.no), 30 Tage kostenloser Test (Vollversion), Voll-Lizenz 35 US-Dollar

Staroffice 5.0

Vor zwei Jahren hat der Hamburger Softwarehersteller Stardivision einen Browser in sein Allround-Büropaket Staroffice eingebaut, um einen nahtlosen Übergang zwischen Textverarbeitung und Onlinekommunikation zu schaffen. Besonderheiten: Auch wenn es die Entwickler um Firmenchef Marco Börries anders sehen, ist die eingebaute Web-Software kein Ersatz für einen vollwertigen Browser, nur eine praktische Ergänzung. Staroffice taugt, wenn man kurz mal etwas im Internet nachschauen will, ohne eigens ein zweites Programm zu starten, oder wenn der Text einer Webpage in ein eigenes Dokument kopiert werden solL Wer tiefer ins Netz eintauchen will, stößt sich aber bald an der gewöhnungsbedürftigen Handhabung – das All-in-one-Konzept erweist sich als Kompromiss. Wer mit elektronischer Post schon gearbeitet hat, tut sich außerdem schwer mit dem integrierten Mailprogramm.

Bezug: CD-ROM im PC-Handel; kostenlos aus dem Internet (www.stardivision.de)

Neoplanet 2.0

Der auf jedem Windows-PC vorinstallierte Microsoft Explorer gilt bei eingefleischten Multimediafreaks als halbe Sache. Die geistigen Eltern von Neoplanet wollten daraus eine ganze machen. Darum darf man den Explorer nicht deinstallieren,wenn man auf Neoplanet umsteigen will: Ohne dessen Funktionen im Hintergrund läuft der Browser nicht. Besonderheiten: Neoplanet ist vollgestopft mit sogenannten Channels – also Special-Interest-Informationskanälen, die von Medienunternehmen gespeist werden. Damit findet man viele aktuelle Informationen auch schon ohne Visite auf einer Portalseite wie Netcenter oder Yahoo. Aus Deutschland dabei ist der Berliner „Tagesspiegel“, aus Großbritannien die „Financial Times“. Grafisch wirkt Neoplanet leicht überfrachtet, und sonderlich schnell ist das Programm auch nicht.

Bezug: kostenlos aus dem Internet (www.neoplanet.com)

Hot Java

Mit der Programmiersprache Java gelang dem Computerhersteller Sun Microsystems ein großer Coup. Der Versuch, einen passenden Browser zu vermarkten, ging daneben: Hot Java gilt bei Web-Kennern als kalter Kaffee, denn die Seiten bauen sich sehr langsam auf. Besonderheiten: Hot Java paßt gut zu Intranets.

Bezug: kostenlos aus dem Internet (www.sun.com/software)

Arachne 1.48

In Osteuropa ist noch sehr viel Hardware installiert, die nur unter dem Uraltbetriebssystem MS-DOS läuft. Für diese Klientel hat die tschechische Firma xChaos Software einen extrem kompakten Browser entwickelt. Die Software arbeitet sehr ressourcensparend Besonderheiten: Das Programm kommt ohne Windows aus und kann trotzdem alles, worauf es im Internet ankommt.

Bezug: Internet (http://xch.arachne.cz), 30 Tage kostenloser Test, Voll-Lizenz 30 US-Dollar (26 Euro)

Lynx 2.8

An manchen Universitäten und Instituten müssen sich Studenten und Wissenschaftler noch mit antiquierter Hardware herumschlagen, beispielsweise mit Terminals, die keine grafischen Darstellungen zulassen. Für diese akademische Zielgruppe hat die University of Kansas den Lynx-Browser entwickelt. Besonderheiten: Lynx ist relativ winzig (0,5 Megabyte) und extrem schnell, kann aber ausschließlich Text wiedergeben. Wer die bunten Bilder im World Wide Web sowieso nur störend findet, kann sich Lynx auch auf einen Windows-PC laden und dann turboschnell online lesen.

Bezug: kostenlos aus dem Internet (www.lynx.com).

Mosaic 2.7

Der allererste Browser und Urahn von Netscape Navigator und Internet Explorer. Weil das National Center for Supercomputing Applications (NCSA) die Weiterentwicklung von Mosaic eingestellt hat, gilt dieser Browser inzwischen als hoffnungslos veraltet.

Bezug: kostenlos aus dem Internet: www.ncsa.uiuc.edu

UJF