Schlüssel fürs Postfach


Niemand würde Geschäftsgeheimnisse auf Postkarten schreiben. Im Email-Verkehr geschieht genau das. Damit kein Unbefugter in Ihren Nachrichten schnüffeln kann, müssen Sie sie verschlüsseln. Wie das geht, hängt davon ab, welche Software Ihre Adressaten nutzen. Passend zum Programm brauchen Sie dann noch Sicherheitsschlüssel. Eine Anleitung – geschrieben fürs Unternehmermagazin impulse.

Ist es möglich, E-Mails so sicher zu versenden, dass sie kein Unbefugter lesen kann? Natürlich nicht. Wenn es Profis mit viel Zeit und Geld darauf anlegen, knacken sie früher oder später jede Verschlüsselung. Dies ist aber prohibitiv teuer und kann Jahre dauern. Wenn Sie nicht im dringenden Verdacht stehen, die nationale Sicherheit der Vereinigten Staaten zu gefährden, und chinesische Hacker in Ihren Betriebsgeheimnissen nicht den Schlüssel zu einem Millardenmarkt vermuten, wird niemand Ihretwegen diesen Aufwand treiben.

Gegen die realen Gefahren, die in Ihrem Geschäftsalltag auftreten, können Sie sich mit den Standard-Werkzeugen tatsächlich sehr gut schützen. Die Verschlüsselung von E-Mails ist nicht mehr so schwierig, dass es noch eine Ausrede dafür gäbe, vertrauliche Informationen – etwa Konstruktionsdetails, Verkaufszahlen oder Angebote bei Ausschreibungen – offen zu versenden. Fangen Sie bei Ihren Außendienstlern und Heimarbeitern an, sammeln Sie Erfahrung. Und dann sprechen Sie mit Ihren Lieferanten und Kunden, der gemeinsame (technische) Nenner liegt oft ganz nah.  Weiterlesen

Haste mal ’ne App?

Bei einer Kaltakquise offene Tüen einzurennen passiert auch Tanja Engler eher selten. Als die Marketingchefin der Stuttgarter Softwareschmiede Liquid Air Lab im Hotel Der Zauberlehrling anklingelte, kam sie kaum wieder los. „Ich bin sofort angesprungen“, sagt Hotelchef Axel Heldmann, „auf so etwas hatte ich lange gewartet.“ Er kaufte ein kleines Programm, das sich seine Gäste nun kostenlos auf ihr Smartphone laden können. Wer diese sogenannte App (kurz für Application, auf Deutsch: Anwendung) installiert hat, kann schon vor der Anreise in der Speisekarte blättern oder einen Video- und Fotorundgang durchs Haus machen. Zum Reservieren tippt der Gast auf die angezeigte Telefonnummer, schon ruft das Edelhandy die Wirtsleute an. Demnächst soll auch das Internetbuchungssystem Opentable eingebunden werden; dann zeigt die App den Gästen an, wann ein Tisch frei ist.

Noch im vorigen Jahr wäre so ein Vorhaben für ein inhabergeführtes Hotel ein paar Nummern zu groß gewesen, die Kosten hätten in einem absurden Verhältnis gestanden zur geringen Zahl von Gästen, die ein passendes Handy besitzen. Wer eine attraktive iPhone-App entwickeln lassen wollte, musste sich auf eine Rechnung über 10 000 Euro gefasst machen – plus Zuschlag für die Anpassung an Betriebssysteme von Nokia, RIM (Blackberry) oder Google. Weiterlesen

Es muss nicht immer Deutschland sein

MIGRATION Wer sagt, dass Gründer im Lande bleiben müssen, um sich redlich zu nähren? Unternehmern steht die Welt offen. Drei Auswanderer plaudern aus dem Nähkästchen.

Jeanette Müller in ihrem Zürcher Büro zu erwischen, ist nicht einfach. Die Fachfrau für europäische Forschungsprogramme ist dauernd unterwegs. Heute Dublin, morgen Tiflis. Dann gönnt sie sich, nach Monaten ohne freies Wochenende, eine kleine Auszeit in den Bergen, und gleich wieder ab nach Brüssel. Ruhe für ein entspanntes Gespräch findet sie – puh! – an einem Samstag.

Das Naturell der promovierten Wirtschaftsgeografin mit „rastlos“ zu beschreiben, wäre untertrieben. Müller, die öffentliche und private Forschungslabors bei Förderanträgen berät, kennt alle fünf Kontinente. „Mein Leben“, sagt sie fröhlich, „bestand bisher größtenteils aus Reisen.“ Nach dem Abi ein Jahr Australien, als Au-Pair nach Frankreich. Studium in Bayreuth, Perpignan, Aberystwyth in Wales. Der erste Job? In der Schweiz. Nirgends hielt es sie lange: „Ich bin nicht für die Anstellung geeignet.“ Weiterlesen

Programme mit Schwächen

SOFTWARE. Schlechte Programme trüben schnell den Spaß am neuen Unternehmerdasein. Deshalb lohnt es sich, vor dem Kauf die Vor- und Nachteile zu vergleichen.

Für Apple-Fans sind die Schattenseiten der Selbstständigkeit am schwärzesten. Wer sich an die intuitive Bedienung von iTunes, iPhone & Co gewöhnt hat, erlebt einen kleinen Kulturschock, wenn er auf die Suche nach einer kaufmännischen Software geht, die sich auch dem Nichtkaufmann spontan erschließt. Dass der typische Mac-Entwickler Buchhaltung nicht sexy findet, liegt nahe; die Auswahl ist daher bescheiden. Aber auch im dominanten Windows-Lager erbarmen sich nur selten wirklich pfiffige Softwerker der Existenzgründer, die eigentlich Dringenderes im Kopf haben, als sich tagelang durch Handbücher zu quälen. Weiterlesen

Sauber, sauber

NACHHALTIGE BESCHAFFUNG. Nur mit dem Rotstift einzukaufen kann teuer werden. Wer nicht genau hinschaut, wie umwelt- und sozialverträglich seine Lieferanten arbeiten, riskiert hohe Folgekosten — und das Vertrauen seiner Kunden

Unter „Holzkopf“ verstehen die Einwohner von Erkheim im Ostallgäu nicht den Dorftrottel, sondern das weithin sichtbare Wahrzeichen ihrer Gemeinde – ein monumentales Gebilde in Gestalt eines kantigen Männerhaupts, das von Süden her den Verkehr auf der A96 München–Lindau zu beobachten scheint. Wer die nahe gelegene Ausfahrt nimmt, landet allerdings nicht in einem Themenpark für zeitgenössische Kunst, sondern in einem Gewerbegebiet. Von der Rückseite betrachtet erweist sich die 20 Meter hohe Skulptur als fünfstöckiger Bürobau – inklusive gläsernem Treppenturm und Panoramaplattform.

Es ist doppelter Luxus, was sich der Erkheimer Holzhausspezialist Baufritz 1996 zum 100-jährigen Firmenjubiläum gegönnt hat: Wo profane Flacharchitektur den Zweck erfüllt hätte, durfte der Ottobeurer Künstler Diether Kunerth einen vertikalen Blickfang auf die grüne Wiese setzen. Seither verfügt das Unternehmen über ein architektonisches Aushängeschild direkt an der Autobahn, das es nicht als Werbeträger nutzt. Weiterlesen