Her mit dem Geldbörsenhandy, aber dalli!

Seit wann macht ein Branchenverband neue Technik schlecht? Der eco e.V. behauptet: „Handy-Bezahlen zum Scheitern verurteilt.“ Laut eco-Funktionärin Bettina Horster mangelt es den Anbietern an „phantasievollen Ideen für sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten“. Zugleich entmutigt Horster aber Gründer, die solche Ideen vielleicht doch hätten: „Kunden und Handel werden keine Mehrkosten akzeptieren.“ Die Transaktionskosten dürften nicht höher liegen als bei einer Kreditkartenzahlung.

Welch eine Geiz-ist-geil-Denke, welch ein Blödsinn! Ein iPhone darf auch nicht mehr kosten als ein Huawei, ein T-Mobile-Vertrag nicht mehr als einer von e-Plus, oder was? Die Kosten für den Aufbau der Infrastruktur muss man ja nicht auf die Transaktionen umlegen; der Betrieb an sich wird nicht teurer sein als bei heutigen Zahlungsverfahren.

Den Nutzwert habe ich als Konsument. In meinem Geldbeutel befinden sich 15 Plastikkarten, vor allem Kundenkarten, aber auch mehrere Zahlungskarten. Die Fächer überlappen, und weil Männer nun mal auf ihrem Geld sitzen, knicken die Karten an der Kante der nächsten Karte. Ersatzkarten kosten Geld, und sie zu bestellen kostet Zeit. Die Karten als App aufs Handy zu laden würde dieses Problem lösen und zudem Produktions- und Versandkosten sparen. Ausgereift ist die Technik auch. Das Problem ist nur, dass sich die beteiligten Unternehmen nicht einigen können, wer von ihnen das Sagen haben soll: Netzbetreiber, Bank, Handel, Handyhersteller, Zahlungsabwickler. Jeder sagt „mein Kunde“, und genau darum kriegt der Kunde gar nichts.

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