Zeitreise mit dem Mac

Keine Ahnung, ob es am Mac OS liegt oder an Windows, an StarOffice oder NeoOffice, jedenfalls scheine ich eine Zeitreise absolviert zu haben, die mich in die Jahre vor dem 30-jährigen Krieg geführt hat. Als ich dieser Tage eine alte Datei im Word-Format, die ich anno 2000 (StarOffice 5.0, Windows 98) gespeichert hatte, wieder öffnete (NeoOffice 3.1.2, Mac OS 10.6.4), stand in den „Eigenschaften“, dieser Text sei am 1. Januar 1601 kurz nach zwei Uhr morgens geändert worden.

Kleinere Zeitreisen bis zu 40 Jahren (1.1.1970) kennt man als erfahrener User zwar, aber normalerweise verhindern die Default-Einstellungen doch einen Sprung in die Zeit vor Erfindung des Computers. Erstaunlich ist auch die „Gesamtbearbeitungszeit“. Über manchen Texten brüte ich zwar wirklich lange. Aber 574 Stunden, elf Minuten und acht Sekunden habe ich noch nie gebraucht. Ehrenwort.

Update: Simyo blickt immer noch nicht durch

Jetzt sind’s drei Wochen, seit Simyo die letzten Verbindungsdaten bereitgestellt hat. Kostenkontrolle ist nicht mehr. Telefonieren als Blackbox. Aber natürlich ist aaalllless korrekt. Hallo? Ich will meinen Gebührenzähler wiederhaben!

Handykosten höher als das Matterhorn

Kürzlich waren wir in der Ostschweiz. Ein österreichischer Interviewpartner rief netterweise zurück. Darum kostete mich das die EU-Grenze überschreitende Gespräch „nur“ 69 Cent pro Minute. Hätte ich ihn angerufen, hätte mir die Telefongesellschaft Simyo (eigentlich ein Discount-Anbieter) im Minutentakt 1,49 Euro abgeknöpft.

Wenn das Telefonat auch nur ein bisschen länger gedauert hätte, wäre es rentabel gewesen, sich ins Auto zu setzen und ein paar Kilometer nach Osten zu fahren, bis das österreichische Netz auf dem Display erscheint. Ich hätte nicht einmal ein Viertel der Handykosten gehabt.

Auch Google Maps, das ich aus Gewohnheit unbedacht nutzte, dürfte ein teures Vergnügen gewesen sein, denn das Megabyte kostet „Handykosten höher als das Matterhorn“ weiterlesen

Weltrevolution aus Wolfratshausen

Was kommt aus der Springer-Druckerei, brüllt reißerische Schlagzeilen in die Welt und ist zu erkennen an einem weißen Vier-Buchstaben-Wort auf einem roten Quadrat? Richtig, die Bild.

Was kommt aus der Bertelsmannschen Akzidenzdruckerei Vogel, brüllt reißerische Schlagzeilen in die Welt, für die sich vermutlich sogar Kai Diekmann genieren würde, und ist zu erkennen an zwei weißen Vier-Buchstaben-Worten auf einem roten Quadrat? Die raum & zeit.

Das von der Wolfratshauser Verlegerin und Chefredakteurin Käthe Ehlers zu verantwortende Heft verspricht in der aktuellen Ausgabe, die ich heute als Wartezimmer-Lektüre entdeckt und spontan konfisziert habe, nichts weniger als die Lösung des größten Problems der Menschheit.

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Söder, Stöckel, Kubitschek weiß-blau dekoriert

Für "streng vertrauliche Ruhmestaten", so die Süddeutsche Zeitung (offline, 28. Juli 2010, Bayern, S. 34), werden 57 Bürger mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt. Die Verdienste nenne die Staatskanzlei zwecks Schutz der Privatsphäre der Betroffenen Dekorierten nicht, erklärt das Blatt.

Wie einer von der SZ vorab publizierten Liste zu entnehmen ist, gehört zu den für ihre heimlichen Verdienste Belobigten auch der Nürnberger Journalist Dr. Wolfgang Stöckel, Redakteur a.D. und langjähriger Erster Vorsitzender des Bayerischen Journalisten-Verbandes. BJV-Kommunikationsreferent Bernd Aumiller steht nun vor einer veritablen Mission Impossible: Eigentlich wäre es sein Job, die Nachricht vom Orden für den Chef per Pressemitteilung zu verkünden. Aber die Regeln des Nachrichtenhandwerks gebieten nun einmal, nicht nur die Tatsache an sich zu melden, sondern auch zu erklären, für welche Meriten das weiß-blaue Verdienstkreuz am blau-weißen Bande verliehen wird. Dazu bedürfte es jedoch einer zitablen Quelle. Vielleicht verrät Landtagspräsidentin Barbara Stamm Wolfgang Stöckel sogar im Vertrauen, wie er zu der Ehre kommt. Die dürfte es wissen. Doch eine Info "unter Drei" ist für PR-Zwecke leider völlig wertlos.

Immerhin weiß sich der bescheidene Stöckel in allerbester Society Gesellschaft. Laut SZ erhalten auch folgende Zelebritäten von Horst Seehofer den Orden: Friederike-von-Unruh-Darstellerin Ruth Maria Kubitschek, Bulle-von-Tölz-Amigo Gerd Anthoff, Fassbinder-Star Hanna Schygulla, Kameraprofessor Michael Ballhaus, BMW-Chef Norbert Reithofer, Audi-Chef Rupert Stadler, Friedenskomponist Ralph Siegel, Pathologe Wolfgang Eisenmenger und die CSU-Markusse Ferber, Söder und Sackmann.