Verhaltenserforscht

Ein Österreicher namens Gerwin Sturm hat ein Tool zur Verhaltensüberwachung der Google-Plusser online gestellt. Damit lässt sich genau auswerten, wann ein bestimmter Mensch typischerweise am Computer sitzt. Gut, wenn man dann nicht auch noch die Ortung freigeschaltet hat. Sonst steht sogar ein (rudimentäres) Bewegungsprofil online.

Herr Sturm, Sie sind ein Datenkrake! Kommen Sie bloß nie nach Kiel!

(via Kerstin Hoffmann)

Warum Apple-Konkurrenten es so schwer haben…

…mit Android-Telefonen Geld zu verdienen, begreift, wer diesen Beitrag des c’t-Kollege Jörg Wirtgen gelesen hat.

Lidl kann’s nicht lassen

An einem Smartphone für 99,99 Euro verdient offenbar auch Lidl nichts. Das Android-Gerät Huawei Ideos X3 war nämlich heute morgen um 8 Uhr schon ausverkauft – ein reiner Lockvogel.

Man soll ja als guter Mensch eigentlich nicht bei Lidl einkaufen. Ich tu’s auch nur selten und mit schlechtem Gewissen. Aber die haben das beste und leckerste Vanille- und Schokoeis, genauer gesagt: richtige Eiskrem, nicht nur den Margarinefraß, der einem selbst von Premiummarken vorgesetzt wird, weil Pflanzenfett billiger ist als alles, was von der Kuh kommt.

Heute wollte ich mal etwas anderes kaufen, den chinesischen Iphone-Ersatz von Huawei. Wenn man überall nur Ausbeuterware bekommt, die in der Volksrepublik gebaut wird, ist’s in ethischer Hinsicht eh schon wurscht. Smartphones sind Sünde, aber in meinem Job kein solches Teil zu haben, ist peinlich.

Also: Um acht Uhr öffnet die Filiale. Als ich um 7:59 Uhr mit dem Fahrrad den Parkplatz erreiche, stehen schon etliche Autos da – und kein Kunde mehr vor der Tür. „Lidl kann’s nicht lassen“ weiterlesen

Apfelessig oder Achilles‘ wütende Verse

Der Berliner Kollege Hajo Schumacher – als Kolumnist auch unter dem Alias Achim Achilles geläufig – versprüht auf SpOn eine volle Ladung Apfelessig. Einerseits gesteht er selbstkritisch, dass er einst zu denen gehörte, die unbezahlt redaktionelle Reklame fürs iPhone gemacht haben. Andererseits muss er loswerden, dass er sich Dinge von den Apple-Produkten erhofft hat, die dann nicht so funktionierten.

Weil er nun völlig übersäuert ist, überreagiert sich Hansjo-Achim an seinen Mit-Applekunden ab, dass die Gemeinde der professionellen Applehasser ihren Spaß hat.

Natürlich funktioniert der Gag zuverlässig, im Bundestag säßen lauter Abgeordnete, die allein deshalb mit ihren Fettfingern die Displays ihrer iPads versauen, weil das Teil einen höheren Angeberfaktor hat als ein Leitzordner. Schöne Standup-Comedy-Nummer, die an niedere Vorurteile appelliert; berechenbarer Applaus bei allen, die sich nie in parlamentarische Bestuhlung quetschen mussten. „Apfelessig oder Achilles‘ wütende Verse“ weiterlesen

Was hat Fritz gegen Äpfel?

Wenn Produkte gut sind, empfehle ich sie gerne weiter. Guten Gewissens kann ich zum Beispiel Snow Leopard empfehlen, das Mac-Betriebssystem von Apple, wohl wissend, dass viele Menschen eine schwere Aversion gegen die damit verbundene Hardware hegen. Ich kann auch die Fritzbox von AVM wärmstens weiterempfehlen – trotz ihrer Teufelchen in manchem Detail (ein Beispiel: die Kindersicherung hat mich schon viele Nerven gekostet).

Eines meiner Lieblingsprodukte jedoch ist die „fritz.mac“-Suite von Daniel „Danholt“ Holtwiesche: ein kleines Programm, das die Talente der Fritzbox für die Integration von Computer und Telefon auf den Mac bringt. Dieses Helferlein kostet nur 30 Euro und ist jeden Cent wert. Ich sehe damit zum Beispiel auf dem Bildschirm im Klartext und ggf. mit Bildchen, wer mich anruft. Ich kann aus dem Adressbuch oder der Anrufliste heraus per Mausklick Menschen anrufen. Und wenn ich mal unbedingt ein Fax verschicken muss, geht das dank fritz.mac unmittelbar über das Druckermenü beliebiger Programme.

Diese kleine, preiswerte Software ist, wie man das bei einem kostenpflichtigen Programm für Apple erwarten darf, eleganter und bequemer als die Freeware, die AVM den Windows-Usern zur Verfügung stellt, und deshalb verzeihe ich dem Fritzbox-Hersteller, dass er keine eigene Mac-Software entwickelt.

Was ich AVM definitiv nicht verzeihe, ist der Umgang mit Fritzbox-Kunden, die sich notgedrungen mit Software von Drittanbietern behelfen. So haben die AVM-Entwickler mit dem letzten Firmware-Update die fritz.mac-Suite weitgehend außer Gefecht gesetzt, indem sie den Zeichensatz geändert haben.

Man darf unterstellen, dass die zuständigen Leute in Alt-Moabit nicht derart ignorant sind, dass sie fritz.mac nicht kennen würden. Als Kunde erwarte ich von einem marktbeherrschenden Hersteller aber zumindest, dass er eine neue Softwareversion auch daraufhin testet, ob sie mit beliebten Zusatzprodukten Dritter harmoniert – jedenfalls dann, wenn man selbst in dieser Marktnische weder etwas zu bieten hat noch etwas anbieten will. Danholt ist kein Konkurrent für AVM, dem man Steine in den Weg legen müsste, sondern – wenn man es in der Sprache der Autoindustrie sagen wollte – eine Art Tuner oder Veredler.

Aber nicht genug damit, dass AVM so einem kleinen Mittelständler die Kundschaft sauer fährt und ein feines Produkt bis auf weiteres schlichtweg unverkäuflich macht, nein, man hilft ihm auch nicht dabei, die Software schnell wieder ans Laufen zu kriegen.

Die AVM-Chefs sollten begreifen, dass externe Entwickler wie Danholt gut sind fürs eigene Geschäft. Sie verbreitern die Kundenbasis und steigern die Loyalität der gemeinsamen Kunden. Dass ich mir bisher gar keine Konkurrenzprodukte zur Fritzbox angeschaut habe, liegt nämlich allein an der fritz.mac-Suite – dem besten Kundenzufriedenheitsprogramm, das sich AVM für die vernachlässigte Zielgruppe der Mac-User wünschen könnte.

Danholt ist übrigens dabei, mit Bordmitteln einen Workaround zu entwickeln. Mit Unterstützung der Berliner Verursacher wäre das viel einfacher gewesen. Als kleine Geste an die kleine Softwarefirma biete ich hiermit an, für dieses Update zu bezahlen – die sind nämlich sonst gratis. An 10 oder 15 Euro soll es bei einem 30-Euro-Produkt nicht scheitern.