SZ: Stress-Symptome am laufenden Band

Kann es sein, dass Wirtschaftsredakteure einer Qualitätszeitung Millionen und Milliarden nicht auseinanderhalten können? Es kann:

Schuld waren offenbar nicht die Autoren in Paris und Berlin, sondern der Redakteur oder die Redakteurin in der Münchner Zentrale der Süddeutschen Zeitung. Im Text steht so richtig wie plausibel, dass es um 252 Millionen Dollar oder 200 Millionen Euro geht. Ein Rundungsfehler von 200.000 Euro wäre sicherlich kein Thema gewesen, das die Politik interessiert. Okay, die Meldung ist Schnee von gestern und ohnehin leider Alltag. Merke: Auf die Zahl der Nullen kann man sich bei Tageszeitungen einfach nicht mehr verlassen.

Aber nicht nur im Wirtschaftsressort arbeiten überlastete oder überforderte Kollegen. „SZ: Stress-Symptome am laufenden Band“ weiterlesen

BJV: Einbahnstraßenkommunikation

Auf der Website des Bayerischen Journalisten-Verbandes lese ich etwas, das mich elektrisiert: Der DJV-Bundesvorsitzende Michael Konken habe auf dem Verbandstag 2012 in Kassel laut über eine öffentlich-rechtliche Finanzierung von Printmedien nachgedacht.

Das ist nur die halbe Wahrheit, denn Konken berief sich dabei auf seine Stellvertreterin Ulrike Kaiser. Auf jeden Fall möchte man als Journalist, der online von solch einer Idee liest, gleich an die Quellen herangeführt werden. Warum zum Beispiel explizit Print, warum nicht lokaler Journalismus, gerne online?

Leider bietet der BJV im ganzen Text nur einen einzigen Link. Dieser führt zum Personenprofil von Michael Konken auf der DJV-Website. Nun, ich kenne Michael. Ich weiß, wer er ist. „BJV: Einbahnstraßenkommunikation“ weiterlesen

Wer kennt, nein, beeinflusst wen?

Annik Rubens hat sich ihre Gedanken über Klout gemacht. Daraufhin habe ich mal nachgesehen, was Klout so alles behauptet, wer wen beeinflusst. Hochinteressant ist, dass Klout zu einem gewissen Herrn Beckedahl gar keinen Treffer bringt. Aber auch sonst sind die Ergebnisse, nun ja, ernüchternd. Wenn ein Personalchef sich wirklich an Klout-Scores orientiert, sollte er sich selbst die Papiere geben.

Oder glaubt zum Beispiel irgendein Lobbyist, dass man über eine nette Ex-Piratenbraut, einen Kalauerkönig und einen Karikaturisten an den Bundesumweltminister herankommt?

Marina, Marina, Marina, Du bist die Größte für mich. Dein Peter.

Jungjournalisten zur Schnecke gemacht

Wer noch nicht begriffen hat, woran die Medien hierzulande kranken, lese Julia Friedrichs‘ Keynote vom Jahrestreffen des Netzwerks Recherche auf Vocer.

 

McKinsey-Journalismus

„Ich nenne es die McKinseyisierung unseres Gewerbes. Aus dem Kulturgut Journalismus wurde ein Wirtschaftsgut namens content. … Mein Eindruck ist, dass Journalisten immer stärker zu Industrieproduzenten werden.“

Sonia Seymour Mikich auf der Medienseite der SZ vom 30. August 2012