Wozu Urheberrecht? (13) – Dieter Nuhr über Acta

Wozu Urheberrecht? (12) – Wahlwerbung

Kann man Piraten trauen, wenn sie sagen, sie wollten den Urhebern nichts wegnehmen, und dann treuherzig auf ihr Programm verweisen? Dieses Posting von „P2PMaxx“ zeigt, dass es sich aus Sicht zumindest einzelner Wähler um eine klassische Klientelpartei handelt. Die Bandbreite der weiteren Kommentare ist allerdings bemerkenswert, sowohl was die Intelligenz als auch das soziale Gewissen der Schreiber betrifft. Welche Halbwertzeit mögen wohl parteioffizielle Aussagen zum Urheberrecht haben? Und wo geht es künftig lang?

Wozu Urheberrecht? (11) – Legalize Yedenshize!

Dirk von Gehlen arbeitet für die Contentindustrie, für einen Arbeitgeber aus dem Sektor der Mainstream-Medien, also für einen papierverarbeitenden Betrieb – den Süddeutschen Verlag. Er hat die Deutsche Journalistenschule absolviert, sitzt neuerdings sogar im Vorstand ihres Förderkreises. Qua Amt gehört er also prinzipiell in die Schublade Old School, passt demnach eigentlich ins Feindbild derer, die man heute „Netzgemeinde“ nennt, wenn man sich als Digitaler Einwanderer beschimpfen lassen möchte. Da er jedoch für den SZ-Jugend-Ableger jetzt verantwortlich ist, schreibt er nicht seinem Arbeitgeber, sondern seiner Zielgruppe nach dem Mund.

So hat sich Kollege Gehlen kürzlich in einem Beitrag für den Deutschlandfunk Gedanken über eine zeitgemäße Adaption des Metakommunikativen Axioms von Paul Watzlawick gemacht, wonach man „nicht nicht kommunizieren“ könne. Nach seiner Ansicht

„…bekommt Paul Watzlawiks Feststellung man könne nicht nicht kommunizieren eine neue duplizierende Bedeutung: Man kann nicht nicht kopieren. Kopieren ist Bestandteil unseres Alltags geworden und insofern kein tauglicher Gradmesser (mehr) für illegales Verhalten.“

Die These ist natürlich so steil wie eine hochgeklappte Zugbrücke, „Wozu Urheberrecht? (11) – Legalize Yedenshize!“ weiterlesen

Wozu Urheberrecht? (10) – Was arbeitet ein Linguistik-Prof?

In Hamburg (dienstlich) oder Berlin (privat) hockt ein junger, arroganter zynischer Linguistik-Professor, streicht einen vom Steuerzahler subventionierten Sold ein und verbreitet in seiner Freizeit eitel die These, Medien- bzw. Kulturschaffende seien „an der Nadel des Staates hängende Subventionsjunkies“ oder „Leibeigene der Contentindustrie“, die gefälligst für ihren Lebensunterhalt „arbeiten“ sollen, statt zu erwarten, dass jemand so dumm ist, für den Genuss ihres vermeintlichen „geistigen Eigentums“ Geld zu bezahlen.

Kurzum: Der Nachwuchspopulist propagiert die Deprofessionalisierung des Medien- und Kunstbetriebs. Dieser Herr, ein gewisser Anatol Stefanowitsch, sieht in den jüngsten offenen Briefen von Urhebern „aus jeder Pore Menschenverachtung ausdünstende Hasstiraden“. Obwohl Sprachwissenschaftler, entgeht ihm, dass seine hemmungslose Polemik solche Prädikate viel eher verdient hätte. Ich zitiere mal eine halbwegs konziliante Passage seiner Tirade:

„Ich habe nichts dagegen, dass ihr – Künstler und Kunsthändler – Geld verdienen wollt. Ich kenne überhaupt niemanden, der etwas dagegen hat, dass ihr Geld verdienen wollt. Ich verdiene selbst manchmal Geld mit dem, was ich schreibe. Und ich muss zugeben, ich kann nachvollziehen, warum ihr das Geldverdienen reizvoll findet. Trotzdem schreibe ich meistens umsonst, einfach, weil ich schreiben will — und damit bin ich einer von Millionen, die umsonst komponieren, malen, dichten, filmen, und die ihr Geld auf ganz althergebrachte Art und Weise verdienen: Indem sie dafür arbeiten.“

Zwingender Umkehrschluss: Journalisten, Fotografen, Drehbuchautoren, Schriftsteller arbeiten nicht. „Wozu Urheberrecht? (10) – Was arbeitet ein Linguistik-Prof?“ weiterlesen

Wozu Urheberrecht? (9) – Definitionsfrage

Wer wissen möchte, wie Netzgemeinde, Contentmafia und Kreative ticken, findet im Weißen Rauschen ein aufklärendes Wörterbuch.