Kreutzer irrt. Oder ist das Absicht?

Bernd Graff von der Süddeutschen hat den irights.informanten Till Kreutzer interviewt. Dieser liegt allerdings in wesentlichen Punkten falsch. Ich zitiere mal – und gebe meinen Senf dazu.

Kreutzer: „Es sagt keiner, dass die geltenden Gesetze obsolet sind und dass Rechtsbruch plötzlich legitim ist.“

Es gibt durchaus Leute, die das sagen. Einfach mal googlen oder in Foren schauen, dann findet man welche.

Carta

Poscoleri

Net Ethics

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Kraftwerk, Sabrina Setlur und die Sporadika der Presseverleger

Unglaublich, was für ein absurdes Zeug zur Zeit durch die Medien und die Juristenblogs blubbert – weil der gleiche Unsinn im Referentenentwurf zum Leistungsschutzrecht (LSR) steht. Bevor ich erkläre, warum Journalismus nichts mit Musikfetzen von Kraftwerk zu tun hat und die vermeintliche Analogie keine ist, lesen Sie bitte diese Passage aus dem Anhang zum LSR-Gesetzentwurf (Hervorhebungen von mir):

Das Leistungsschutzrecht schützt bereits kleine Teile des Presseerzeugnisses. Hier kann nichts anderes gelten, als das, was der Bundesgerichtshof mit Blick auf das Leistungsschutzrecht der Tonträgerhersteller in seinem Urteil „Metall auf Metall“ (Urteil vom 20. 11. 2008, Az. I ZR 112/06) ausgeführt hat. Ebenso wie beim Leistungsschutzrecht des Tonträgerherstellers der Schutzgegenstand nicht der Tonträger selbst ist,  „Kraftwerk, Sabrina Setlur und die Sporadika der Presseverleger“ weiterlesen

Keese-Embargo oder User-generated censorship

Es ist manchmal erstaunlich, mit welchen Mitteln Menschen zurückschlagen, die sich von der Bild-Zeitung vergesäßt fühlen. Nein, es ist moralisch nicht besser als Bild-Journalismus, wenn man das Bewertungswerkzeug WOT (Web of Trust) missbraucht, um andere vom Besuch von Websites abzuhalten, auf denen unsympathische Menschen missliebiges Zeug von sich geben.

WOT dient dazu, vor Websites zu warnen, auf denen man Viren oder trojanische Pferde untergejubelt bekommt oder Betrügern ins Netz gehen könnte.

WOT ist nicht dazu da, Christoph Keese oder irgendwem sonst den Mund zu verbieten, und wenn er tausendmal ein Springer-Mann ist. Wer so was tut, hat Zensorenmentalität. User-generated censorship darf nicht einreißen. Zero Tolerance gegen Intoleranz, kann ich da nur sagen.

BMJ: Copyright in Deutschland

Nein, das deutsche Urheberrecht kennt kein Copyright. Falls die Herausgeber der FAZ das nicht wissen, sollte es zumindest die Bundesministerin der Justiz wissen, die ja – wie dem Text, der so…

…unterschrieben ist, zu entnehmen ist – für Urheberrechtsfragen fachlich zuständig ist.

SZ-Wirtschaft lässt sich einwickeln

Gestern traute ich meinen Augen nicht: Da, wo sich in der Süddeutschen sonst der Wirtschaftsteil befindet – also im dritten „Buch“ – fand ich eine dicke, fette Beilage des Kaffeemaschinenherstellers DeLonghi. Mit einem Griff wollte ich den Störfaktor schon ins Altpapier befördern, aber dahinter kam keine Wirtschaft, sondern schon der Sport. Hatte die Druckerei die Bücher in falscher Reihenfolge zusammengeschossen? Nein, denn auch weiter hinten kam keine Wirtschaft. Ungläubig öffnete ich die DeLonghi-Beilage, und siehe da: Die Werbung entpuppte sich als vierseitiger Umschlag. So macht sich die Redaktion der Reklame untertan. Wann finden wir wohl morgens eine Zeitung im Briefkasten, die sich von den Inserenten komplett hat einwickeln lassen?