Liechtensteiner Copycat

Können (angehende Medizin-) Studenten so dumm sein, dass sie auf ein solches Plagiat hereinfallen? Das „Infoportal“ wird von einem jungen bayerisch-tirolerischen Ehepaar betrieben, das nach Liechtenstein umgesiedelt ist und durch die wundersame Wirkung des deutschen Namensrechts an einen alten österreichischen Adelsnamen gelangt ist.

Die Pseudo-Underground-Uni-Website (hier das Original) ist aber bei weitem nicht das seltsamste Internet-Angebot der beiden. Sondern „Liechtensteiner Copycat“ weiterlesen

Wozu Urheberrecht? (19) – Die Moral der Piratisten

Heute erlaube ich mir mal, ein paar Thesen der PPD („Piratenpartei Deutschland“) ins rechte Licht zu rücken.

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Wozu Urheberrecht? (18) – Immaterialgüterrecht nein danke!

Das Urheberrecht wird abgeschafft – nicht juristisch, nicht von den Piraten, sondern sprachlich, von schlaumeiernden Urhebern, die in Beiträgen über das Urheberrecht fahrlässig den Eindruck erwecken, man müsse endlich von diesem vermeintlich negativ besetzten Fachbegriff wegkommen.

„Die gesamte Ökonomie auch außerhalb des Internets hat ein starker Sog in Richtung der Immaterialgüter erfasst, wie man nichtdingliche Güter, letztlich aus Daten bestehend, juristisch korrekt nennt.“

Sascha Lobo, SpOn, 15. Mai 2012

„Kein Spitzenpolitiker äußere … sich gerne zu den Themen des korrekt als Immaterialgüterrecht beschriebenen Fachbereichs.“

Dirk von Gehlen, SZ, 19. Mai 2012

Nein, Leute, mit dem Begriff „Immaterialgüter“ alias Intangible Assets hat es eine ganz andere Bewandtnis.

„Immaterialgüterrecht“ ist kein Begriff, der „korrekt“ den dann wohl „inkorrekten“ Terminus „Urheberrecht“ ersetzen würde.

In Wirklichkeit stammt der Ausdruck aus der Welt der Handelsrechtler und Betriebswirte. „Wozu Urheberrecht? (18) – Immaterialgüterrecht nein danke!“ weiterlesen

Wir, ihr, die Urheber

Es wird grotesk. Marina Weisband verspricht Markus Lanz, für legale Download-Portale zu werben, der Berliner Pirat Christopher Lauer geht in der FAZ freundlich auf die Urheber zu – und dann unterschreiben ausgerechnet Journalisten und andere Urheber einen Aufruf, der den Schriftstellern und Journalisten der Aktion „Wir sind die Urheber“ folgendes unterstellt:

„Ziel ihrer Kampagne ist es, die Möglichkeiten und Freiheiten des Internets durch technische Maßnahmen und Gesetze zu beschneiden, um das Quasi-Monopol einiger weniger auf die Veröffentlichung von und den Zugang zu immateriellen Gütern aufrechtzuerhalten bzw. wiederherzustellen.“

Die Unterzeichner des polemischen Aufrufs suggerieren zudem…

„Als Urheber/innen fordern wir, dass bei Diskussionen um das Urheberrecht weder die freie Entwicklung des Internets noch die bürgerlichen Grundrechte den Einzelinteressen einiger Verwertungsgesellschaften, Autor/innen und Künstler/innen untergeordnet werden.“

…die Kollegen von der anderen Liste wollten die freie Entwicklung des Internets und die bürgerlichen Grundrechte den Einzelinteressen einiger Verwertungsgesellschaften, Autor/innen und Künstler/innen unterordnen.

Das ist grober Unfug und in sich widersprüchlich, allein schon weil eine Verwertungsgesellschaft wie die VG Wort, die das Gros aller deutschen Autoren vertritt, niemals „Einzelinteressen“ verfolgen kann. Uns indirekt als verfassungsfeindliche Organisation hinzustellen, die eine „Überwachung von Internetnutzer/innen oder andere Einschränkungen bürgerlicher Freiheiten“ fordert, ist absurd, infam, beleidigend. Schade, dass sich einige von mir ansonsten geschätzte Kollegen dafür hergegeben haben, diesen Blödsinn zu unterschreiben.

Dass ein Anatol Stefanowitsch weit oben in der Liste steht die Sache zusammen mit den Jungen (?!?) Piraten angezettelt hat, passt allerdings wunderbar ins Bild.

 

Stadler und die Raubmandanten

In Freising sitzt und bloggt ein Rechtsanwalt namens Thomas Stadler, der sich rühmt, er sei ein Fachanwalt für IT-Recht und Fachanwalt für Gewerblichen Rechtsschutz. Wenn man liest, was diese Zierde des juristischen Berufsstandes so alles mit Fleiß verzapft, bekommt man freilich den Eindruck, Stadler sei ein Fachanwalt gegen Urheberrecht. So fordert er mit gespielt wirkender Entrüstung eine „Entideologisierung der Debatte“ und eine „sprachliche Abrüstung“. Im gleichen Atemzug gibt er sich aber selbst als Ideologe zu erkennen, der nicht nur mit einiger Verve Positionen verficht, die man aus dem piratistischen Lager sattsam kennt, sondern dabei sogar das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung verhöhnt:

„Erschreckend ist für mich zunächst, dass sich intelligente Menschen wie Elke Heidenreich, Roger Willemsen, Martin Walser oder Charlotte Roche – um nur einige der Erstunterzeichner zu nennen – in einer derart plumpen und ideologisierten Art und Weise in die Urheberrechtsdebatte einmischen.“

Kürzt man die heuchlerische Kampfrhetorik und Nebensächliches weg, schreibt Stadler eigentlich zweierlei:

Erstens: „Mist, ich hatte nur mit Dummköpfen gerechnet.“

Zweitens: „Da mischen sich doch tatsächlich Urheber in die Urheberrechtsdebatte ein!“

Und so etwas geht natürlich gar nicht: dass wir Frösche mitquaken, wenn unser Sumpf trockengelegt* werden soll. „Stadler und die Raubmandanten“ weiterlesen