dieredaktion.de? Welche Redaktion?

Als „Journalismus-Börse“ stellt sich neuerdings ein Web-Portal der Deutschen Post dar, das unter der Marke „Die Redaktion“ firmiert.

Vergleichbare Textportale hat es schon viele gegeben, viele sind verschwunden, ein paar fristen ein Dasein in der Nähe der Bedeutungslosigkeit.

Neu an diesem Angebot ist, dass ein Konzern der Betreiber ist und als Partner ein Großverlag (Axel Springer AG) sowie ein Berufsverband (DJV) mit im Boot sitzen.

Viele Kollegen fragen schon lange, warum es keine vernünftige Textvermarktungsplattform gibt. Manche glauben, das Post-Portal könnte das endlich sein. Im Jonet habe ich mal aufgedröselt, warum ich gar nicht so begeistert bin. „dieredaktion.de? Welche Redaktion?“ weiterlesen

DLD dumm didel-di

Hubert Burda ist ein Fuchs. Er weiß, wie man in andere Medien kommt. Man gibt der Avantgarde der digitalen Parallelwelt eine Bühne für den großen Auftritt, und schon kommen wir Trittbrettfahrer von der Analogpresse angelaufen. (Nun gut, wir stimmt nicht ganz, denn ich habe mir die DLD-„Konferenz“ dieses Jahr verkniffen.)

Die Berichterstattung treibt dann schon mal Blüten wie diese (über Google-Chairman-in-spe Eric Schmidt)…

Eigentlich sagt schon der Name MICROsystems, dass Sun das Gegenteil von Großrechnern baute.

oder jene:

Bei Ray Charles sollte sich Jack auf die Straße (Road) schlagen, nicht auf die Reihe.

Samsung-Tabletten im Babelblog

Wer sagt, dass Blogger ihr Mitteilungsbedürfnis nur in ihrer Landes- oder Muttersprache ausleben dürfen? Es gibt doch den freundlich-kostenlosen Dolmetscher Google mit seiner babelfishigen Übersetzungsprosa.

Unter dem seltsamerweise nicht in koreanischem Besitz befindlichen URL samsung-galaxy.de toben sich seit August ein paar vermutlich britische Nichtnativegermanspeaker aus. Dabei kommen faszinierend kryptische Gesamtkunstwerke heraus wie diese Overscriptures, äh… Hauptlinien, ich meine Headlines:

LG’s G-Schiefer, während 4G Nur in den USA, Großbritannien heimsuchen könnten in anderen Geschmacksrichtungen „Samsung-Tabletten im Babelblog“ weiterlesen

Technokratische Nachrichtenverwalter

Bernd Ziesemer war mal Chefredakteur des Handelsblattes, dann ging er zur Hamburger Ganske-Gruppe. Jetzt hat der Ex, der sich hauptberuflich nun mit Firmenheften befasst, ein Gastspiel bei seinem früheren Blatt gegeben – mit einer Rezension des Romans „Die Unperfekten“ von Tom Rachman. Unter der Headline „Tod einer Zeitung“ beschreibt Ziesemer das Werk als…

…kritische Schilderung eines schleichenden Niedergangs, der fälschlicherweise mit dem Wort „Medienkrise“ beschrieben wird, obwohl es im Kern um etwas anderes geht: um die Verdrängung der journalistischen Leidenschaft durch die technokratische Verwaltung von Nachrichten.

Ich weiß nicht, ob man den Roman gelesen haben sollte. Über das obige Zitat sollten jedenfalls einige Medienmacher mal nachdenken.

Liebesglüße von PeXing

Update: Die Sache ist geklärt. Siehe auch hier.

Aktualisierung 14.11.2010, 12:21 Uhr:

Die Kunde vom Offenen Brief ist bei Xing-Sprecher Marc-Sven Kopka angekommen, er hat sich sofort per Handy gemeldet und wird sich gleich morgen früh drum kümmern.
Nächstes Update morgen im Lauf des Tages.

Nachtrag 13.11.2010: Xing hat die Drohung wahr gemacht und meinen Account erneut gesperrt. Es ist wirklich so, dass Xing die bezahlte Leistung verweigert, wenn man auch nur an wenig auffälliger Stelle Kritik übt.

In dem von mir bis vor kurzem hoch geschätzten und weiterempfohlenen Unternehmen Xing gibt es offenbar Mitarbeiter, die sich wie Löwen Pandabären vor ihren Arbeitgeber stellen, wenn ein unverschämtes „Premium-Mitglied“ dessen Servicequalität innerhalb der Xing-Infrastruktur zu kritisieren wagt.

Diese Leute – okay, womöglich ist es ja auch nur ein einzelner – scheinen begründete Kritik von Kundenseite grundsätzlich als „Verleumdung“ zu werten, „Liebesglüße von PeXing“ weiterlesen