Eigentor vom fiesen Möpp

Anmerkungen zu BDZV-Söldner Georg Wallraf und seinen Redaktionsbeamten

Die Grenze zwischen einer korrekten Tatsachenbehauptung und einer Beleidigung oder Schmähkritik sind oft fließend. Mancher ist tödlich beleidigt, wenn man ihm die Wahrheit in Gesicht sagt, andere benehmen sich so, dass selbst unflätigste Beschimpfungen noch wie Schmeicheleien erscheinen.

Womit wir bei Georg Wallraf wären beziehungsweise bei seiner ehrenrührigen Tatsachenbehauptung, es gebe „in den Redaktionen ein beamtenähnliches Absitzen der nächsten Gehaltsstufe“. Wallraf, von Beruf Rechtsanwalt, ist eine Art Söldner in Diensten des Zeitungsverlegerverbandes BDZV und steht als solcher jederzeit parat, verbalen Flurschaden anzurichten. Obigen Spruch gab er in seiner Eigenschaft als Verhandlungsführer im laufenden Tarifstreit zum Besten – und das war wieder ein echter Wallraf. Jeglicher Respekt vor Menschen, die seinen Brötchengebern auf der Tasche zu liegen trachten, indem sie so berechtigter- wie unverschämterweise Gehalts- oder Honorarforderungen stellen, ist dem Mann so fremd wie einem Schäferhund veganes Futter. „Eigentor vom fiesen Möpp“ weiterlesen

Links zum Projekt #journalistenschule2018

Die Deutsche Journalistenschule schickt ihre Absolventen zurück in die Schulen – anlässlich des heutigen Welttags der Pressefreiheit. Ich bin in Landsberg am Lech dabei, am Dominikus-Zimmermann-Gymnasium (DZG). Das war zwar nicht meine Penne, aber die, auf die meine Kinder gegangen sind. Ich vertrete dort den DZG- und DJS-Absolventen Philip Kosak, der terminlich verhindert ist. Hier sind die Links zum Thema, die ich für die Schüler Schülerinnen und Schüler Lernenden 😉 zusammengestellt habe.

Brutaler Angriff in Thüringen

Mit Baseballschläger und Schraubenschlüssel: Neonazis attackieren Journalisten
Zwei Journalisten hatten Aufnahmen vom Grundstück des Thüringer NPD-Chefs Heise gemacht. Sie wurden von Rechten überfallen, verletzt und beraubt. Von Matthias Meisner, Tagesspiegel

Sizilianische Mafia plante Mord an investigativem Reporter

Text auf Englisch (Reporter ohne Grenzen/Reporter Sans Frontières)

„Lösch Dich!“

Wie die Neue Rechte Hasskampagnen im Netz organisiert Dokumentation des YouTube-Journalisten Rayk Anders im Auftrag des öffentlich-rechtlichen Jugendkanals Funk „Links zum Projekt #journalistenschule2018“ weiterlesen

Wie ich in die Zeitung kam


Vor acht Tagen hatte ich mich hier und auf Facebook mit dem Landsberger Tagblatt angelegt. Heute lesen Sie mein Update – geschrieben nach einem längeren Gespräch, zu dem mich Lokalchefin Alexandra Lutzenberger vorige Woche in die Redaktion eingeladen hatte. Die Kollegen in Landsberg weisen zwar meinen Vorwurf zurück, sie drückten sich um ihre Aufgabe, kritisch zu berichten, und verpennten Themen. Sie geben aber zu, dass etwas gründlich schief gelaufen ist, sowohl mit dem Foto, das gerade nicht das zeigte, was das Thema ist (Warntafeln sind hinter Bäumen versteckt, Bürger wurden nicht informiert, bevor ihre Straßen über Nacht in ein weiträumiges Rechts-vor-links-Gebiet einbezogen wurden), als auch mit der Headline und der Unterzeile, die suggerierten, irgendwelche Querulanten gingen wieder mal gegen ganz normales Bürokratenhandeln auf die Barrikaden. „Wie ich in die Zeitung kam“ weiterlesen

Nachtrag zur märchenhaften Verbands-AG DFJV

Kürzlich hatte ich an dieser Stelle über ein Fake-Jubiläum geschrieben, darüber, dass es vor 20 Jahren mitnichten einen Deutschen Fachjournalisten-Verband gab und heute nur eine Aktiengesellschaft, die sich erstaunlicherweise so nennen darf.

Diese Firma beruft sich ja seit jeher darauf, Rechtsnachfolgerin des Vereins zu sein, der von 1999 bis 2006 unter diesem Namen auftrat. Dies sei sie im Wege der Singularsukzession geworden, sprich: der Einzelrechtsnachfolge.

Das klingt oberflächlich betrachtet gut, bei näherem Hinsehen abenteuerlich.  Erstens ist die Singularsukzession per definitionem ein Vorgang, der sich nur auf ein einziges Rechtsverhältnis bezieht; typische Fälle finden sich im Erbrecht. Wenn der alte DFJV e.V. beispielsweise drei Angestellte hatte, die danach für die DFJV AG tätig wurden, gab es drei Singularsukzessionen. Also quasi Sukzession im Plural. Der Mietvertrag für die Geschäftsstelle war dementsprechend eine weitere Singularsukzession.

Interessant wird es bei Tausenden von Vereinsmitgliedern: Wenn wir mal der Einlassung folgen, es sei überhaupt möglich, die Rechtspflichten eines Vereins gegenüber einem Mitglied 1:1 auf eine Kapitalgesellschaft zu übertragen, hätte es sich hier um Tausende Singularsukzessionen gehandelt. Wo es aber nicht einen einzelnen Vorgang gab, muss auch jeder Einzelfall getrennt betrachtet werden. Damit bricht die öffentliche Darstellung des vermeintlichen Rechtsformwandels wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Wie aber soll, bitteschön, ein Apfel – d.h. die Vereinsmitgliedschaft – per Singularsukzession überhaupt zur Birne (oder besser zum Pullover oder Wienerschnitzel oder was auch immer) – d.h. zum Kundenverhältnis – werden können?  „Nachtrag zur märchenhaften Verbands-AG DFJV“ weiterlesen

Böses Foul, Landsberger Tagblatt! Ein offener Brief an meine Kollegen.

Liebe Kollegen beim Landsberger Tagblatt,

ich höre und lese ja immer wieder, dass Bürger uns Journalisten vorwerfen, wir machten unseren Job nicht richtig. Es heißt, dass wir Themen verpennen, dass wir nicht schreiben, was Sache ist oder dass wir mit Fotos manipulieren. Das schmerzt mich, und als Vorstandsmitglied des Bayerischen Journalisten-Verbandes kann ich dem nicht gleichgültig gegenüberstehen.

Heute muss ich leider in meiner Eigenschaft als Bürger der Gemeinde Kaufering konstatieren, dass an diesen Vorwürfen manchmal etwas dran ist, und ich muss es Ihnen anlasten. In der Samstagsausgabe berichten Sie unter der Überschrift „Jetzt sind die Schilder da“ über die überstürzte Verwandlung unseres Orts in eine faktisch flächendeckende Rechts-vor-links-Zone völlig verspätet mit einem die Wirklichkeit wissentlich verfälschenden Foto und einem Text, der wesentliche Sachverhalte nicht korrekt rüberbringt.

Der Autofahrer war aufmerksam. Er fuhr langsam genug, um den Text auf dem halb von Bäumen verdeckten Schild rechtzeitig zu lesen. Aus dem Landsberger Tagblatt wusste er nicht, dass hier rechts vor links gilt.

Zur Sache: Ich bin einer von Tausenden Kauferingern, die sich vorige Woche ohne Vorwarnung, im wahrsten Sinn des Wortes über Nacht, in einer Tempo-30-Zone wiederfanden. Am Mittwochmorgen radelte ich durch die Eschenstraße – für Ortsfremde: das ist ein winziges, beschauliches Nebensträßchen – und staunte nicht schlecht, als ein von links kommender Autofahrer meinetwegen anhielt (siehe Foto, ich kam von rechts). Er fuhr auf der Kolpingstraße – für Ortsfremde: das ist DIE Nord-Süd-Verbindung, zugleich DIE Einkaufsstraße mit Supermärkten, anderen Läden und weiterem Gewerbe auf der Ostseite (im Bild links) sowie Wohnhäusern auf der Westseite. Hier gibt es viel Lieferverkehr, auch mit großen Lastzügen. „Böses Foul, Landsberger Tagblatt! Ein offener Brief an meine Kollegen.“ weiterlesen