Wer Freunde hat wie die C3S, braucht keine Feinde

Mal schauen, ob Beckedahl das stehen lässt (in einem Kommentar zu einem Kommentar zu einem Pro-C3S-Anti-Gema-Agitationsfilm):

…Irgendwie scheint es langweilig zu sein, sachlich oder gar konstruktiv zu kritisieren (zum Beispiel sollten alle Radiosender maschinenlesbare Playlists an die Gema schicken müssen, damit auch seltener gespielte Stücke fair vergütet werden). Es muss aber offenbar immer eine Anstaltspackung Demagogie mit rein. Wer so pubertär polemisiert und die Wirklichkeit verzerrt wie die anonymen CC-Urheber dieses Videos, der zeigt nur, für wie blöd und manipulierbar er seine Fans hält.

Ich stelle jetzt nur mal eine einzige, wirklich ernst gemeinte Frage:
Wie will es die C3S als Sammelbecken kleiner, kommerziell eher minder erfolgreicher Indie-Musiker denn anstellen, für ihre Mitglieder (über die ZPÜ oder in direkten Verhandlungen) bei den Geräte- und Speichermedienherstellern auch nur einen Cent mehr herauszuschlagen als die Gema heute?
Wenn mir jemand das plausibel erklären kann, bin ich ja vielleicht auch dafür. Ich seh’s nur nicht. Die Gema mag unbeliebt sein, aber sie ist so groß, dass sie von der zahlungspflichtigen Industrie (und den Sendern) ernst genommen wird. Wenn die Bitkoms dieser Welt etwas von Anti-Gema hören, klirren bei denen die Sektgläser. Divide et impera – spalte die Urheber und spare dir die Abgaben. Künstler leben doch von Luft und Liebe.

Haarspaltende Pirokraten hassen „kostenlos“

Sebastian Heiser, Kollege bei der taz, hat sich unbeliebt gemacht, indem er das offizielle Wording der Piratenpartei vom „fahrscheinlosen Nahverkehr“ missachtet und statt dessen im Klartext „kostenlos“ geschrieben hat. Auf die Proteste reagierte er – wie der Freischreiber-Newsletter meldet – mit der Gegenüberstellung eines von ihm verfassten „falschen“ (also normalen) Textes mit einem „richtigen“, der von vorne bis hinten aus formal korrekten Juristizismen und offiziellen Lesarten zusammengesetzt ist.

Der Schuss ging allerdings nach hinten los. Die Kommentarspalte ist voll von Leserpostings, in denen das bürokratendeutsche Geschwalle als besser bezeichnet wird. (Das kann zweierlei heißen: Freunde des Amtsdeutschen sind in der Mehrheit – oder sie sind nur fleißigere Leserbriefschreiber.) Auffällig oft verteidigen die bürokratischen Besserwisser das Piratendeutsch. „Haarspaltende Pirokraten hassen „kostenlos““ weiterlesen

Wie man heute Musiker ausbeutet

Wer findet, unter dem Filegeshäre leidende Musiker sollten sich doch einfach über Konzerte finanzieren, sei dieser Text von Anselm Kreuzer empfohlen.

Ich möchte nie mehr lesen, Piraten seien nicht gegen das Urheberrecht

Die niedersächsischen Piraten haben nämlich im (bekanntlich gescheiterten) Wahlkampf zugegeben, dass nichts von Urheber- und Patentrecht halten:

Schranken2Schranken1

Damit ist jetzt auch geklärt, warum manche Leute Bruno Kramm für den „Urheberrechtschefclown“ seiner Partei halten.

Auf der Isar gibt es keine Matrosen, nur Flößer

Ich kenne Tobias Schwarz nicht persönlich, stelle ihn mir aber aus mehreren gegebenen Anlässen als äußerst unangenehmen Zeitgenossen vor, der mir mal im Mondschein begegnen kann.

An dieser Einschätzung ist der Herr von der Spree, der sich als bekennender Nicht-Pirat seltsamerweise „Isarmatrose“ nennt – vielleicht weil er in München studiert, kurz bei einer sehr katholischen CSU-Politikerin gejobbt und ein Praktikum in Horst Seehofers Hauptstadt-Dependance absolviert hat – natürlich selbst schuld. Zur Ehrenrettung der CSU sei vorsorglich gesagt, dass es nicht mehr ihr Problem ist, wenn Schwarz sich daneben benimmt, haut er doch mittlerweile als Sprecher der Landesarbeitsgemeinschaft Netzpolitik der Grünen Berlin um sich (es gibt neben ihm auch noch eine Sprecherin).

Zu seiner Auffassung von politischer Kultur und Netiquette zählt es zum Beispiel, einen ihm wohl noch nicht näher bekannten Urheberrechtsaktivisten als „Idiot“ zu titulieren: „Auf der Isar gibt es keine Matrosen, nur Flößer“ weiterlesen