UK: Künstlich verwaiste Werke schaffen?

„Is The UK Government Trying To Kill Off Photographers?“

…fragt der englische Fotograf Simon Crofts aus leider gegebenem Anlass. Und die Trolle und Unverständigen ziehen vom Leder. Einer von ihnen fragt:

How do you believe the law should threat orphaned works?
What should be the definition of orphaned works?

Hier mein Versuch, das auf Englisch zu beantworten.

 

Pfennig: „LSR ist systematisch falsch“

„Das Gesetz ist systematisch falsch, weil es das Problem zwischen Urhebern und Presseverlegern verschleiert, aber nicht löst, indem es den Urhebern zwar einen schwer durchsetzbaren Anteil am Leistungsschutzrecht zuspricht, aber darauf verzichtet, eine Verwertungsgesellschaftspflicht einzuführen, die allein die Garantie einer fairen Beteiligung bieten könnte. In einer Situation, in der die Urheber die größten Schwierigkeiten haben, gegenüber den Verlagen ihre Rechte durchzusetzen und faire Vergütungen zu verhandeln, lässt sich absehen, dass sie am Ende mit leeren Händen dastehen werden.“

Gerhard Pfennig, Ex-Chef der VG Bild-Kunst und Sprecher der Initiative Urheberrecht, über das kürzlich beschlossene Internet-Leistungsschutzrecht für Presseverleger

Prekäres Geschäftsmodell

„Nur wenn Journalisten schlecht bezahlt werden und Musiker wenig verdienen, lassen sich darauf für das Internet die aktuellen Geschäftsmodelle aufbauen, die zum Teil daraus bestehen, Reichweite durch die kostenlose Bereitstellung von Inhalten zu erlangen.“

Karsten Wenzlaff, Gründer des Ikosom (Instituts für Kommunikation in sozialen Medien)

364 mal ein Musikstück gehört, 1 ct. Tantieme bezahlt

Ein Pandora-Abonnent kann einen Song ein Jahr 100 Jahre lang täglich hören, bis die Komponistin dafür einen US-CentDollar bekommt, schreibt Greg Sandoval auf The Verge sinngemäß:

Linda Perry, who penned the song „Beautiful“, a hit for singer Christina Aguilera, said that between January and March last year, „Beautiful“ was played more than 12.7 million times on Pandora and for that many plays Perry earned $349.16.

Da möchte man noch lieber deutscher Milchbauer sein als zu komponieren.

Her mit dem Geldbörsenhandy, aber dalli!

Seit wann macht ein Branchenverband neue Technik schlecht? Der eco e.V. behauptet: „Handy-Bezahlen zum Scheitern verurteilt.“ Laut eco-Funktionärin Bettina Horster mangelt es den Anbietern an „phantasievollen Ideen für sinnvolle Nutzungsmöglichkeiten“. Zugleich entmutigt Horster aber Gründer, die solche Ideen vielleicht doch hätten: „Kunden und Handel werden keine Mehrkosten akzeptieren.“ Die Transaktionskosten dürften nicht höher liegen als bei einer Kreditkartenzahlung.

Welch eine Geiz-ist-geil-Denke, welch ein Blödsinn! Ein iPhone darf auch nicht mehr kosten als ein Huawei, ein T-Mobile-Vertrag nicht mehr als einer von e-Plus, oder was? „Her mit dem Geldbörsenhandy, aber dalli!“ weiterlesen