…und bekommt viel Zuspruch. Der Tagesspiegel publizierte eine Polemik der jungen Schriftstellerin Vea Kaiser über E-Book-Piraten. In der Kommentarspalte versprüht ein impertinenter Kotzbrocken mit dem kruden Pseudonym „Sarabuchkante“ zwar Gift und Galle, bekommt aber heftig Kontra für seine (ihre?) dümmlichen Tiraden. Das macht Hoffnung: Die Schmarotzer sind wohl doch klar in der Minderheit.
Information will frei sein, aber nicht gratis
Heute drüber gestolpert, Quelle leider weggeclickt:
Der alte Slogan „Information wants to be free“ wird immer in einer aus dem Zusammenhang gerissenen Form zitiert. Was immer fehlt:
Information wants to be expensive.
Diesen Satz kann ich nur bestätigen.
Urheberrechtsdebatte: von Gehlen klärt keine Fronten

Der Feuilleton-Aufmacher der Süddeutschen Zeitung vom Wochenende ist nicht genial, nicht einmal genial daneben, sondern total daneben. Das fängt schon bei der Gestaltung an: „Der Konflikt“ lautet die Headline; darüber prangt ein riesiges rotes C in einem Kreis. Also das Emblem fürs Copyright, die angelsächsische Spielart des Immaterialgüterrechts, die gerade nicht verwechselt werden sollte mit dem deutschen Urheberrecht, um das es in dem Beitrag geht. Wenn das Schule macht, könnte die ARD den Tower of London zum neuen Wahrzeichen ihres „Berichts aus Berlin“ machen.
Der von Dirk von Gehlen (Autor des als Provokation gemeinten Buchs „Mashup – Lob der Kopie“) verfasste Text hält leider nicht mehr, als seine missratene Dekoration verspricht. Das fängt schon beim Vorspann an, der „ein ABC zur Klärung der Fronten“ verheißt. „Urheberrechtsdebatte: von Gehlen klärt keine Fronten“ weiterlesen
Wer hat’s erfunden, unser schönes Bayern?
Zahlt sich Merkels CDU dumm & dämlich?
Die Bundeskanzlerin hat sich auf einer CDU-Regionalkonferenz über Gema-Gebühren ausgelassen…
„Man kann ja fast kein kleines Fest mehr feiern, weil man sich dumm und dämlich bezahlt.“
Angela Merkel gestern in Düsseldorf, zitiert nach SZ und Welt
…und damit den Eindruck erweckt, die Verwertungsgesellschaft schraube die Gebühren für Vereine und andere Kleinveranstalter (wie Parteien mit ihren Wahlpartys) immer weiter in die Höhe. Das ist natürlich barer Unsinn, denn es hat sich seit langem gar nichts geändert an den Tarifen. Im Gegenteil: Die Gema hat einen neuen Tarif für nächstes Jahr angekündigt, der gerade deshalb angegriffen worden ist, weil er die Last stärker als bisher gewerblichen Nutzern wie Clubs und Diskotheken auferlegt, also gerade nicht bei kleinen Festen ins Kontor schlagen soll. Zahlen? Bitte: Wenn beispielsweise ein CDU-Ortsverband feiern will, zahlt er 22 Euro je 100 Quadratmeter, eine Fläche, die nach Gema-Schlüssel für 150 Gäste reicht. Pro Gast wären das 15 Cent*.
Ob man dumm und dämlich davon wird, dass man diese Abgabe zahlt? Ich würde dies dann doch wagen zu bezweifeln.
* Teurer wird es, wenn Eintrittsgeld von mehr als zwei Euro pro Nase kassiert wird. Dann kann man aber auch das Eintrittsgeld um 50 Cent höher ansetzen, als man es täte, gäbe es die Gema nicht. Auch oder gerade Unionsmitgliedern dürfte das Schicksal der Gema-induzierten Dummheit oder Dämlichkeit also wohl erspart bleiben.



