Facebook als Urheberunrechtshehler?

Endlich mal ein anschauliches Beispiel dafür, wie sich das angelsächsische Copyright vom kontinentaleuropäischen Urheberrecht unterscheidet: Die Daily Mail weist für dieses Foto eines Londoner Plünderers, der seine Beute stolz im Internet zeigt, ein Copyright von Facebook aus – so, als habe das Social Network ein Bild, das ihm nicht gehört (Facebook hat sich lediglich die Nutzungsrechte gesichert), an die Zeitung verkauft.

Bei einer deutschen Zeitung stünde da „Foto: privat/oh“ – oh wie „ohne Honorar“.

Internet = Emoticon + Enquete ?

Die Enquete-Kommission des Bundestages zur staatlichen Reglementierung des Internets hat ihre Empfehlungen ausgesprochen – und nicht das gesagt, was Schwarzgelb wollte. Es geht um wirklich ernsthafte Fragen, zum Beispiel auch ums Urheberrecht.

Aber: Es geht ums Internet. Da braucht eine Zeitung Links, die man dazustellen kann. Irgendwelche Links, Hauptsache etwas, das der Laie mit „Online“ verbindet, am besten was Unterhaltsames, denn die Leser eines Handelsblattes wollen sich ja unterhalten und nicht bilden oder informieren.

Irgendwas mit Internet

Na gut, bei dem diese Links umgebenden Text ist es vielleicht auch gut, wenn Infotainment von ihm ablenkt: „Internet = Emoticon + Enquete ?“ weiterlesen

Schreiben für den Insolvenzverwalter

Meine Ex-Kollegin Katja Kullmann – sie war sehr jung damals, anno 2001 bei BIZZ – hat ein Buch über die prekäre wirtschaftliche Lage unserer Zunft geschrieben. Das Werk ist Rezensenten von FAZ bis SZ lange Riemen in prominenter Platzierung wert. Wenn jetzt viele Menschen das Buch kaufen, wenn es womöglich ein Bestseller wird, was hat Katja davon? Finanziell erst mal Null Komma gar nix, denn der Verlag heißt Eichborn – ist also, wie man weiß, selbst in prekärer Lage, nämlich insolvent.

Wenn der Inso-Verwalter eines Verlags durch Bestseller Geld in die Kasse kriegt, dann mag das schön sein für die Gläubiger. Aber ungleich schöner als für die Bestsellerautoren „Schreiben für den Insolvenzverwalter“ weiterlesen

Wikio: „Experten“, die für 5 Euro schreiben?

Der Zynismus der modernen Ausbeuter kennt keine Schamgrenzen. Die neueste Dreistigkeit kommt aus Frankreich (bzw. Luxemburg) und nennt sich „Wikio Experts“. Der Ableger der Firma Wikio baut eigenen Content auf und sucht gerade Dumme, die für Honorärchen schreiben, für die sich selbst die für ihre Sparsamkeit bekannte Verlegerfamilie des Straubinger Tagblatts in Grund und Boden genieren würde.

Jedes Wort, das sich der schreibende „Experte“ abringt, wird – „je nach Thema und Arbeitsaufwand“, ergo nach Gutdünken des Auftraggebers – mit 0,0125 bis 0,075 € vergütet. „Wikio: „Experten“, die für 5 Euro schreiben?“ weiterlesen

Nix Hurra, Herr Lengsfeld!

Detlev Lengsfeld ist ein Narr. Er scheint nämlich zu glauben, dass es Journalisten gibt, die sich durch solch eine Spam-Mail (ganzer Text unten) angesprochen fühlen und umsonst für ihn arbeiten. Der Mann betreibt „Internet Marketing / Web Design und Entwicklung“ sowie nebenher eine Website namens „ngo-online.de“, ganz so, als spreche er für Deutschlands Non-Governmental Organizations. Er ist sein eigener Partner, hetzt gegen „korrupte Betriebsräte“, „unfähige Gewerkschafter“ und „kriminelle Manager“ bei seinem Ex-Arbeitgeber VW und verfasst ansonsten manches wirre Zeug.

Hier das Spam-Traktat in voller Länge:

Hallo — Hurra! -Wir haben SIE gefunden!
„Nix Hurra, Herr Lengsfeld!“ weiterlesen