Cut&Paste-Journalismus

Was ein Guttenberg kann, können Journalisten schon lange: aus Zeitungen abschreiben. So riss sich der frühere Handelsblatt-Onliner Sven S. das geistige Eigentum des geschätzten Kollegen Michael Bauchmüller unter den Nagel. Weil man nicht alles lesen kann, bemerkte der zunächst nichts davon.

Jetzt hätte der Text-Räuber fast in Hamburg Karriere gemacht. Doch die Tat kam auf. Marc Felix Serrao berichtet hier über den Abschreiber.

Journalisten und die VG Wort II

Noch mal Nachlese zu den VG-Wort-Gremienwahlen am Freitag und Samstag: Ich danke den Kollegen von ver.di und den Freischreibern, dass sie bei der Delegiertenwahl auch die DJV-Kandidatin Livia Syttkus unterstützt haben. Auf den Bayerischen Journalisten-Verband konnte sie leider nicht zählen: Dessen Vorstand hatte nicht nur seine Mitgliederversammlung mit Vorstandswahl für dieses Wochenende anberaumt. Die Kollegen waren mit sich leider so beschäftigt, dass sie (bis auf drei Ausnahmen) trotz E-Mail-Erinnerung vergaßen, dass sie in München verbliebenen Kollegen ihre Stimmen hätten übertragen können. Schade.

Journalisten und die VG Wort I

Bevor ich zu ein paar grundsätzlichen Anmerkungen über meine Zunft und ihre Vorstellungen zum Urheberrecht komme, die aktuelle Nachricht vorweg:

Auch in den kommenden vier Jahren – also bis Mai 2015 – können sich Journalistenkolleg(inn)en bei Problemen rund um die VG Wort vertrauensvoll an mich wenden. Die Mitglieder der Berufsgruppe 2 (Journalisten und Sachbuchautoren) haben mich gestern zum zweiten Mal in den Verwaltungsrat wiedergewählt.

Zwei journalistische Mitglieder der VG Wort – und damit komme ich schon in die Randzonen des Grundsätzlichen – können mich eigentlich nicht gewählt haben. Sie hatten mir nämlich kurz zuvor eine gänzlich neue Erfahrung in meiner langjährigen ehrenamtlichen Karriere beschert und dem Verwaltungsrat, dem ich nun mal angehöre, die Entlastung verweigert. Und zwar ohne Vorwarnung oder Aussprache, sowohl im eigenen Namen als auch als Bevollmächtigte von vier weiteren Kollegen.

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Wissen wie: Paid Content for free

Die FTD verlangt – was im Prinzip richtig ist – Geld für gute Arbeit. Aber leider müssen nur die Besucher von ftd.de bezahlen. Bei zwei von Kress-Redakteur Marc Bartl als Beispiel genannten Texten…

„Agenda – Letzte Chance für die Genkartoffel von BASF“

„Übernahme von Hochtief – Spanier blamieren BDI-Chef“.

…kann jeder, der das nötige – ähem – Wissen hat, die Zahlschranke umgehen. Hier kostet Amflora Geld, hier nicht. Hier ist Hochtief Premium Content, hier nicht. Bitte nachbessern, Kollegen! So tue ich mich schwer, für Paid Content zu werben.

Content-Allianz ohne Autoren

Die Politik müsse den Wert medialer Inhalte erkennen, fordert laut Kress die Deutsche Content Allianz, ein Bündnis aus VPRT, ARD, ZDF, BVMI, GEMA, SPIO, Produzentenallianz und Börsenverein. In einer gemeinsamen Erklärung ist auch von „Urheber- und Leistungsschutzrechten“ die Rede. Wenn ich die GEMA mal ausklammere, weil sie Komponisten und Texter als Mitglieder hat, sehe ich in diesem Club weit und breit keine Mitgliedsorganisation, die für sich in Anspruch nehmen könnte, die Interessen der Kreativen und insbesondere der Journalisten zu vertreten. Der DJV-Bundesvorstand sowie die Zeitungs- und Zeitschriftenverleger sind zwar wohl gefragt worden, ob sie mitmachen; die Gremien haben aber noch nicht entschieden. Die VG Wort ist nicht einmal gefragt worden. Dennoch gehen die Initiatoren schon an die Öffentlichkeit und reden in unserem Namen. Diese Abgehobenheit nehme ich Monika Piel, Markus Schächter und Jürgen Doetz wirklich übel. Sie wissen eigentlich um die Bedeutung der Urheber.