Handelsblatt mag nicht gern aus Fehlern lernen

Klickstrecken sind das täglich‘ Brot vieler Onlineredaktionen. Dennoch tun sich manche schwer damit.

Beim Handelsblatt gilt das in doppelter Hinsicht.

Erstens: Wenn man sich durch eine Strecke über den Bodenschatz Lithium klickt, sollte man nicht in der Nachbarabteilung „Erdgas“ landen.

Zweitens: Wenn man den Kollegen den Fehler melden will, möchte man schnell mailen – und nicht mühsam ein Web-Kontaktformular suchen und ausfüllen, unter anderem weil man da keinen Screenshot mitschicken kann. Die Düsseldorfer scheinen aber eine so große Angst vor Spam zu haben, dass sie keine Klartext-Adresse angeben. Lieber soll der geschätzte Leser seine Absenderdaten, die ein Mailprogramm automatisch einfügen würde, von Hand eintippen. Aber Zeit ist Geld, und das wissen gerade Handelsblatt-Leser. Umkehrschluss: Vielleicht wollen die Kollegen gar kein Feedback. Dann ist das Kontaktformular so was wie das gebührenfreie Pendant zur Kundenabschreck-Vorwahl 01805.

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„i-Bäh“, sagt eBay zu meinem Mac

Ja, was denn nun?

Fressen Feuerfüchse Cookies oder nicht? Und was hat das i-Bäh des Brausers mit eBay zu tun? Muss ich die Mozillas prügeln oder den Auktionär?

Aktualisiert: Ich hab‘ doch nur zitiert, sprach der Blogger

Original-Post (1.11.): Habe vorhin mal wieder bei Bluelectric vorbeigeschaut und habe gemerkt, dass man nicht mal einen Tag offblog sein kann, ohne eine Diskussion zu verpassen, bei der man sich ans Hirn zu langen fast gezwungen ist.

Es geht um eine freie Journalistin, die von Manhattan aus Reiseberichte und Bücher schreibt sowie tazblogt und sich auf etwas brachiale Art gegen Urheberrechtsverletzer wehrt.

Es ist ziemlich anstrengend, sich durch die endlosen Kommentarspalten bei Niggemeier, Spreeblickjohnny, Carta, Freischreiber & Co. zu kämpfen. Aber wer eine Master Thesis im Fach Kommunikationswissenschaft über die kommunikativen Gräben zwischen erwerbsmäßigen Journalisten und Hobbybloggern schreiben will, findet sicherlich reiche Ausbeute.

Und hier ein bisschen Senf von mir.

Nachtrag (3.11.): Den Senf hätte ich mir sparen können. Niggemeier-Leser schreiben lieber als zu lesen. Argumente? Ach, egal. Wir haben doch schon eine Meinung. Und es gibt doch noch so schöne Off-topic-Aufreger: Die Autorin aus New York/Berlin hatte tatsächlich die Chuzpe, ihr eigenes Buch per Kundenrezension bei Amazon zu bewerben und sich fünf Sternchen zu geben nehmen. Das ist so dreist, dass es fast schon wieder genial ist. Und Hand aufs Herz: Würde irgendein Autor sein eigenes Buch mit nur einem Stern bewerten? 😉 Jedenfalls hat dieser Fauxpas ein "Möbchen" (Detlef Gürtler) auf den Plan gerufen, das jetzt die positiven Fremdrezensionen des Buchs in den Orkus zwonullt – man darf annehmen: ohne das Buch gelesen zu haben. Ein Mensch hat sich sogar die Mühe gemacht, einen kleinen Verriss zu schreiben – mit ganz offener Anspielung auf die skandalöse "Schleppnetzfahndung" der Autorin nach harmlosen Plagiatoren.

World Wide Kindergarten oder was?

Nachtrag (6.11.): Johannes Boie von der Süddeutschen hat von Eva Personanongrata Schweitzer erfahren, wie die Schleppnetzfahndung zustandekam. Ein Lehrstück darüber, dass man als Journalist um Abmahnjuristen besser auch dann einen Bogen macht, wenn sie vorgeben einem helfen zu wollen. Dennoch bleibt festzuhalten: Viele, die Eva Schweitzer vorwärts, seitwärts und rückwärts durch den Sauermilchkakao schleifen und dann noch in Kaba pudern, zeichnen sich aus durch ein Rechtsverständnis, das mindestens ebenso befremdlich ist wie das ihrige.

Noch ’ne Metapher? Voilà: Stefan Niggemeier hätte eine Menge Arbeit, wollte er die Scherben aller Glashäuser wegfegen, die seit dem 30. Oktober in seiner Kommentarspalte zu Bruch gegangen sind.

Online würgt Print – und vice versa

Internetzer gegen Printenköppe: Die eigentlich unsinnige Schlammschlacht um die Frage, ob das Web den Journalismus überflüssig macht und die Zeitung ein moribundes Medium ist, provoziert immer wieder auch intelligente, differenzierte, lesenswerte Betrachtungen. So gibt der Hamburger Kollege Michalis Pantelouris in seinem Blog Print würgt dem Handelsblogger und Internet-Mitmanifestredner Thomas Knüwer contra, weil dieser den Springer-Chef Mathias Döpfner zu Unrecht in die Ignorantenecke gestellt habe.

Das „Internet-Manifest“…

…von Carta-Leuten, dem Elektrischen Reporter, dem ehrenhaft Indiskreten und anderen von Niggemeier bis Lobo wird netzauf, netzab sehr kontrovers debattiert, zum Beispiel hier. ist wert, debattiert zu werden. Leider ist im Moment die Diskussion "forbidden". (Es klappt wieder!)

Deshalb habe ich Ich hatte mir erlaubt, gemäß Behauptung 8 ("Referenzen durch Verlinkungen und Zitate – auch und gerade ohne Absprache oder gar Entlohnung des Urhebers – ermöglichen überhaupt erst die Kultur des vernetzten Gesellschaftsdiskurses und sind unbedingt schützenswert.") die Behauptungen hierher zu kopieren und zu kommentieren. Nach drei Tagen Sturm in der Journosphäre muss ich sagen: Ich war doch recht diplomatisch… „Das „Internet-Manifest“…“ weiterlesen