In Hamburg (dienstlich) oder Berlin (privat) hockt ein junger, arroganter zynischer Linguistik-Professor, streicht einen vom Steuerzahler subventionierten Sold ein und verbreitet in seiner Freizeit eitel die These, Medien- bzw. Kulturschaffende seien „an der Nadel des Staates hängende Subventionsjunkies“ oder „Leibeigene der Contentindustrie“, die gefälligst für ihren Lebensunterhalt „arbeiten“ sollen, statt zu erwarten, dass jemand so dumm ist, für den Genuss ihres vermeintlichen „geistigen Eigentums“ Geld zu bezahlen.
Kurzum: Der Nachwuchspopulist propagiert die Deprofessionalisierung des Medien- und Kunstbetriebs. Dieser Herr, ein gewisser Anatol Stefanowitsch, sieht in den jüngsten offenen Briefen von Urhebern „aus jeder Pore Menschenverachtung ausdünstende Hasstiraden“. Obwohl Sprachwissenschaftler, entgeht ihm, dass seine hemmungslose Polemik solche Prädikate viel eher verdient hätte. Ich zitiere mal eine halbwegs konziliante Passage seiner Tirade:
„Ich habe nichts dagegen, dass ihr – Künstler und Kunsthändler – Geld verdienen wollt. Ich kenne überhaupt niemanden, der etwas dagegen hat, dass ihr Geld verdienen wollt. Ich verdiene selbst manchmal Geld mit dem, was ich schreibe. Und ich muss zugeben, ich kann nachvollziehen, warum ihr das Geldverdienen reizvoll findet. Trotzdem schreibe ich meistens umsonst, einfach, weil ich schreiben will — und damit bin ich einer von Millionen, die umsonst komponieren, malen, dichten, filmen, und die ihr Geld auf ganz althergebrachte Art und Weise verdienen: Indem sie dafür arbeiten.“