Ich bin kein zertifizierter Qualitätsjournalist

Nach ausgiebigem Blick in die Weltgoogle glaube ich behaupten zu können, dass Thomas Gerald Müller und Manfred Orle keine Qualitätsjournalisten sind. Das hat aber wirklich nur am Rande damit zu tun, dass sich die beiden Spezln als einzige Vertreter einer „Medien“-Organisation (nämlich des Deutschen Medien-Verbandes e.V.) für die „größte Prominenten-Jury aller Zeiten“ nominieren ließen, nämlich die des größten Flops unter den überflüssigen deutschen Promi-Selbstbeweihräucherungs-Events, auch „Star Award“ genannt. (Die Gala wurde abgesagt, weil sich nicht genug Sponsoren fanden, was für eine gewisse Einsichtsfähigkeit der einschlägigen Entscheidungsträger spricht. Der Preis wurde von den einschlägigen Boulevardmedien nicht einmal des Ignorierens wert befunden.)

Der nicht verliehene deutsche Nicht-Oscar 2013, der Arno Breker gefallen hätte

Der nicht verliehene deutsche Nicht-Oscar 2013, der Arno Breker gefallen hätte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Müller ist kein Journalist, sondern Unternehmer und Jurist – und als solcher Partner einer Kanzlei, die sich im Web als „klassische Anwaltsboutique mit Standorten in Berlin und Mainz“ empfiehlt. Orle ist Diplom-Kaufmann Weiterlesen

DFJV AG spart Papier

Die Kundenzeitschrift der Firma DFJV Deutscher Fachjournalisten-Verband AG, der „Fachjournalist“, hat sich in Bits aufgelöst. Das Unternehmen spart sich die Druckkosten für das Hefterl, das ich einst als „dröge Hauspostille“ zu bezeichnen mich erfrecht hatte, und füllt nur noch ein paar Webpages mit Content wie diesem. Da geht es um „mobile journalism“, aber das heißt nicht Reportage-Journalismus mit Recherche am Ort des Geschehens, sondern Smartphone-Journalismus ohne Kamera und Aufnahmegerät.

Update für alle, die sich für diese ungewöhnliche Aktiengesellschaft mit dem Namen eines Journalistenverbandes interessieren: Weiterlesen

Liechtensteiner Copycat

Können (angehende Medizin-) Studenten so dumm sein, dass sie auf ein solches Plagiat hereinfallen? Das „Infoportal“ wird von einem jungen bayerisch-tirolerischen Ehepaar betrieben, das nach Liechtenstein umgesiedelt ist und durch die wundersame Wirkung des deutschen Namensrechts an einen alten österreichischen Adelsnamen gelangt ist.

Die Pseudo-Underground-Uni-Website (hier das Original) ist aber bei weitem nicht das seltsamste Internet-Angebot der beiden. Sondern Weiterlesen

Claudia „Code Red“ Kilsch

Claudia Kohde-Kilsch, einstige Tennis-Größe, ist laut dpa jetzt Pressesprecherin von Oskar Lafontaine. Nach Ansicht der Agentur ist die Rote Claudia „Diplom-Journalistin“. Nun ist knapp daneben bereits vorbei, das hier ist mächtig daneben.

Die Ex-Sportlerin hat nicht etwa an der Universität Journalistik studiert, sondern einen Fernlehrgang an einer Berliner Weiterbildungsfirma absolviert. Sie darf sich damit zwar „Fachjournalistin (FJS)“ oder „Fachjournalistin (DFJS)“ nennen, trägt aber nicht den akademischen Titel, den dpa ihr zuschreibt. Vielleicht ist ihr aber auch gar nicht bewusst, dass das ein (gar nicht so) kleiner Unterschied ist: Das Dokument, das die Schulungsfirma ihren Kunden nach erfolgreicher Prüfung der Hausaufgaben schickt, ist mit „Diplom“ überschrieben.

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Bahn erschwert Pseudo-Journalistenverbänden das Geschäft

Presserabatte hatten schon immer ein leichtes Gschmäckle. Dass jemand etwas billiger bekommen soll, weil er Journalist ist, klingt nach Korrumpierungsabsicht. Es gab und gibt reichlich Fälle, in denen solche Versuche offensichtlich sind. Ganz klar ist der Fall zum Beispiel, wenn ein Autohersteller Redakteuren von auflagenstarken Zeitungen/Zeitschriften oder von relevanten Autoheften Rabatte oberhalb dessen gewährt, was man als halbwegs cleverer Kunde auch so herausschlagen könnte.

Bekommen Journalisten, die gar nicht über Autos schreiben, einen identischen Rabatt, handelt es sich vermutlich eher um eine Verkaufsförderungsmaßnahme. Dann darf man annehmen, dass es ähnliche Rabatte auch für ein paar andere Berufsgruppen gibt, zum Beispiel Beamte oder Bundespräsidenten. Solche Nachlässe wie Erich Sixt, die Polizei oder die Bundesregierung dürfte aber kaum ein Medienmensch ergattert haben, der nicht unter Werbevertrag steht.

Damit zum angeblichen „Presse“-rabatt für die Bahncard, den die Bahn jetzt auslaufen lässt. Er geht zurück auf Werner Klingberg, PR-Adlatus von Hartmut Mehdorn Weiterlesen