Google: Das alte Bild der Erde („Besser Online“-Edition)

Gut, dass Daten wenigstens nicht verstauben. Viele der Luft- und Satellitenaufnahmen, mit denen Google ein Abbild der Erdkugel im 21. Jahrhundert bereitzustellen vorgibt, wären sonst schon unter einer dicken Flockenschicht und dichten Spinnweben verborgen.

So aber kommen die Bild scheinbar frisch daher, und nur der Ortskundige verdreht die Augen. Es schaut ja auch nicht jeder bei Google Earth links unten an den Bildrand, wo das vermeintliche Aufnahmedatum eingeblendet ist. Bei uns in der Gegend wurden rein zufällig alle Fotos am ersten Tag mit einer „2“ in der Jahreszahl geschossen: am 1. Januar 2000. Einem Tag, an dem alle Informatiker weltweit sich den Angstschweiß von der Stirn wischten: Sie hatten ihre Systeme noch rechtzeitig vor dem „Millennium Bug“ gerettet und den Untergang der digitalen Welt verhindert.

…….


……
„Google: Das alte Bild der Erde („Besser Online“-Edition)“ weiterlesen

Handykosten höher als das Matterhorn

Kürzlich waren wir in der Ostschweiz. Ein österreichischer Interviewpartner rief netterweise zurück. Darum kostete mich das die EU-Grenze überschreitende Gespräch „nur“ 69 Cent pro Minute. Hätte ich ihn angerufen, hätte mir die Telefongesellschaft Simyo (eigentlich ein Discount-Anbieter) im Minutentakt 1,49 Euro abgeknöpft.

Wenn das Telefonat auch nur ein bisschen länger gedauert hätte, wäre es rentabel gewesen, sich ins Auto zu setzen und ein paar Kilometer nach Osten zu fahren, bis das österreichische Netz auf dem Display erscheint. Ich hätte nicht einmal ein Viertel der Handykosten gehabt.

Auch Google Maps, das ich aus Gewohnheit unbedacht nutzte, dürfte ein teures Vergnügen gewesen sein, denn das Megabyte kostet „Handykosten höher als das Matterhorn“ weiterlesen

WAZ-Co-Boss: Rundfunkgebühr an Freie ausschütten

Kabarettistischer Vorschlag von WAZ-Geschäftsführer Christian Nienhaus: Alle, die journalistisch hochwertige Angebote online stellen, sollen etwas von der Rundfunkgebühr abbekommen. Dass er damit die Verlage, deutsche Verlage und nichts als Verlage meint, kann man ihm zwar unterstellen, gesagt hat er’s nicht. Darum deute ich ihn so, dass er Altruist ist und uns Freien etwas Gutes tun will. Nienhaus zu Ende gedacht heißt: Wir brauchen die Verlage nicht mehr und er macht Lobbyarbeit dafür, dass wir trotzdem Geld bekommen. DANKE!

Diplom-Gezwitscher

Wer mal richtig staunen will über den Anspruch, den deutsche Kommunikationsforscher an ihre Studis stellen, kann sich durch diese Umfrage klicken. Eine wirklich nicht unsympathische Diplomandin vom Institut für Kommunikations- und Medienforschung der Deutschen Sport(!)hochschule Köln hat sich ein paar Fragen zu, nun ja, ausgewählten Aspekten der Twitter-Nutzung durch Journalisten ausgedacht.

Hochspannend ist sicherlich, ob der "spezielle Mehrwert von Twitter, verglichen mit traditionellen Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung", mehr im "beidseitigen Dialog" oder in der "großen Bandbreite" besteht. Betriebsblind, wie ich bin, dachte ich ja bisher, dass zum Twittern eine minimale Bandbreite ausreicht, und die Existenz von einseitigen Dialogen, derer es bedarf, um beidseitige von ihnen abzugrenzen, war mir auch nicht bewusst. Ich kannte nur den "Monolog" als Antonym.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass Kollegen, die selbst noch nicht oder nicht mehr twittern oder dies aus gutem Grund nie wollten, nicht weit kommen werden, ohne schamlos zu lügen. Ausschließlich "aktive Microblogger" unter den "sehr geehrten Journalistinnen und Journalisten" sind nämlich eingeladen, mitzumachen, und das sieht man den Fragen an. Allen, die wissen wollen, was in unserem Bildungssystem so alles möglich ist unter der Rubrik "Sozialwissenschaften", rate ich, trotzdem mitzumachen, einfach munter drauflos irgendwelchen Blödsinn anzuklicken und kurz vor Schluss abzubrechen. Man glaubt es nämlich nur, wenn man es selbst gelesen hat.

Jetzt wollen wir mal strengstens hoffen, dass nicht irgendwelche Blogger und Witzbolde, die gar nicht in den Medien arbeiten, auf den Link klicken und den Fragebogen beantworten. Das dürfen die doch gar nicht!   🙂

Print lebt

"Ich habe mir nur erlaubt, den parareligiösen Glauben an Online zu kritisieren. Es gibt ja bislang keine Beweise dafür, dass sich Online-Journalismus eines Tages monetarisieren lässt oder gar alles platt machen wird. Ich halte es für Selbstverstümmelung, wenn Verlage ihren Lesern immer wieder das Gefühl vermitteln, dass sie mit Print-Titeln kein modernes Medium mehr kaufen."

Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo im Interview mit meedia