Serienstart: Wohlstand im Klimawandel

Mit diesen Seiten beginnt meine Serie in der Mai-Ausgabe der Brandeins

„Ohne Wohlstand kein Klimaschutz, sagen die einen.
Ohne Klimaschutz kein Wohlstand, sagen die anderen.
Beide haben recht.
Unser Wohlergehen und die Lösung dieses Menschheitsproblems hängen untrennbar zusammen – jetzt mehr denn je.“

Mit diesen Worten beginnt die soeben erschienene Folge 1 meiner brandeins-Serie „Der neue grüne Deal“. In der Rubrik „Was Wirtschaft treibt“ beschreibe ich mögliche Wege in eine Wirtschaft, die sich nicht mehr vom Kohlenstoff treiben lässt – und auch nicht mehr treiben lassen darf, wenn sie eine Zukunft haben will.

Die Redaktion und ich haben das Ziel, einen gesellschaftlichen Dialog mit anzuschieben, der momentan nicht vorankommt, weil zwei Lager große Schwierigkeiten miteinander haben. Auf der einen Seite gilt es mit all jenen ins Gespräch zu kommen, die Warnungen vor dem Klimawandel immer noch grundsätzlich für alarmistisch halten, auf der anderen mit all denen, die glauben, die Weltwirtschaft müsse auf einen radikalen Schrumpftumskurs (De-Growth) gebracht werden. Meine Überzeugung ist, dass zwar die Art, wie wir Wohlstand messen, und die gegenwärtige Wachstumsideologie auf falschen Prämissen beruhen; „Serienstart: Wohlstand im Klimawandel“ weiterlesen

Postwachstumsökonomie? Bitte mehr Realismus.

Im Hausmagazin der Teekampagne bin ich über ein Interview mit dem Oldenburger Professor Niko Paech gestolpert. Dieser fordert eine „Postwachstumsökonomie“. Klingt alles schön sympathisch und ökologisch, was er sagt, jedenfalls für jemanden wie mich, der die „Grenzen des Wachstums“ im Kopf hatte, als er 1978 das Studium begann.

Wirklich überzeugend fand ich Paech nicht, deshalb habe ich mal weitergegoogelt – und bin erst recht enttäuscht, weil die Welt und ihre Menschen nun mal nicht so sind, wie der Herr Professor es sich am Schreibtisch ausgedacht hat. Wer die Welt verbessern will, sollte ja nun doch darauf achten, dass seine Vorschläge realistisch sind.

Seine Kernideen lauten also:

Orientierung an einem individuellen CO2-Budget von 2,7 Tonnen pro Jahr. 

Schafft das ein Normalbürger ohne technische Hilfsmittel wie Computer, Smartphone und andere Konsumbürger-Gadgets? Ich fürchte, nein.

– Flugreisen vermeiden

Ja, schön. Darum bemühe ich mich. Aber wenn ich beruflich nach Barcelona, Moskau oder London muss, versuche ich nicht, das per Bahn zu tun. Das eigentliche Problem ist die Kombination aus Billigflügen und Billighotels in fernen Ländern. „Führe uns nicht in Versuchung“, heißt es im Vaterunser, aber gegen die Verführung anspruchsloser Bürger durch die Ballermanntouristik helfen weder Gebete noch Appelle eines Oldenburger Akademikers.

– Ohne Auto leben

Auch wohlfeil. „Postwachstumsökonomie? Bitte mehr Realismus.“ weiterlesen

Klitterung der Technikgeschichte

Manchen Unfug entdeckt man erst, wenn man die liegengebliebenen Zeitungen durchsieht, bevor sie im Altpapier landen. Vorigen Mittwoch widmete der Wirtschaftsteil der Süddeutschen seine allzu oft von erschreckender Unkenntnis geprägte IT-Kolumne „Dolmetscher“ dem PC:

Bill Gates… „war klug genug, die Lizenz für das Betriebssystem zu behalten und schließlich all jene damit zu beliefern, die mit den gleichen Bauteilen wie IBM eigene Computer für den Hausgebrauch zusammenschraubten.“

Abgesehen von dem unseligen Umgang mit dem Wort „Lizenz“ (Microsoft war Lizenzgeber und hat IBM nur eben keine Exklusivlizenz verkauft): Die Autorin suggeriert, der Großkunde hätte eigentlich ganz gerne MS-DOS für sich alleine gehabt und Gates habe sich dem Ansinnen entgegengestellt.

In Wahrheit war das PC-Projekt ein konspirativer Akt eines kleinen Teams, das von der mächtigen Großrechner-Fraktion in der Zentrale in Armonk anfangs argwöhnisch beäugt wurde. „Klitterung der Technikgeschichte“ weiterlesen

Ölprinz Poldi und der Kesselberg

Frisch aus meiner Bildpresse: Fotos vom abgasfreien Kesselbergrennen 2011 am Samstag in Kochel. Mit Exklusiv-Bildern von den Hinterlassenschaften des Bayern-Prinzen Poldi – Ölspuren auf der Kesselbergstraße, die das Tesla-Team am zweiten Lauf hinderten.

Mehr vom E-Mobility-, also Elektroauto-Event, gibt es hier. (Alle Bilder sind urheberrechtlich geschützt und dürfen ohne mein vorheriges Einverständnis weder offline noch online für eigene Zwecke genutzt werden. Wenn Sie sie nutzen möchten, sprechen Sie mich an. Sollten Sie sie nutzen, ohne mich gefragt zu haben, spricht Sie früher oder später meine Rechtsanwältin an. Und das wollen wir ja vermeiden, gell?)

Öko-Millionen auf der grünen Wiese: Ein Tesla neben dem anderen

 

Dreiradfahren hat Zukunft

 

Damit fällt man auf, aber nicht um - E-Zweirad mit ausfahrbaren Stützrädern (hier gerade eingefahren)

 

Es ist nicht alles Colt, was glänzt (allerdings war auch ein Mitsubishi dabei)

 

Seine Königliche Hoheit, "Ölprinz" Poldi von Bayern, fuhren mit dem Mini-BMW wie James Bond

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Kampf der Konzepte

Politik, Wirtschaft und Gesellschaft tun sich schwer, langfristig und vernetzt zu denken. Daran führt aber kein Weg mehr vorbei: Die Klimaziele des Energiekonzepts für Deutschland sind bis 2050 nur zu erreichen, wenn alles ineinandergreift – und die Strom konzerne sich neu erfinden.

Jean-Rémy von Matt hatte das Agressionspotenzial unterschätzt, das der kleine Trickfilm „Der Energieriese“ freisetzen würde. Der von der Hamburger Werbeagentur Jung von Matt für den RWE-Konzern gedrehte Image-Spot, der im Kino wie auch im TV und im Web lief, enthielt die gleichen harmlosen Zutaten wie ein „Shrek“-Film: idyllische Landschaftskulissen, eingängige Musik und ein liebenswertes Monster, eben der Energieriese.

httpv://youtu.be/OKZ9vswrmjw

Ein paar Monate später, im November 2009, brannte das Auto des prominenten Unternehmers. Angezündet hatten es die selben Leute, die in jener Nacht mit schwarzer Farbe gefüllte Gläser gegen die Fassade des Hauses von Fritz Vahrenholt schmetterten, dem RWE-Manager für Erneuerbare Energien. Ein Bekennerbrief ließ keinen Zweifel aufkommen, dass die Täter dem Agenturchef und dem Ex-Umweltsenator einen Denkzettel verpassen wollten, weil diese sich für etwas hergegeben hätten, das in Umweltschützerkreisen als „Greenwashing“ bekannt ist. Grünfärberei.

„Kampf der Konzepte“ weiterlesen