Korrekturen
❏ In „Riskante Rolle rückwärts“ auf Seite 31 vom 5. Mai wird Rolf Dahrendorf als Verteidiger von Thilo Sarrazin genannt. Dahrendorf ist seit 2009 tot. Gemeint war Klaus von Dohnanyi.
❏ In „Ein verschenkter Feiertag“ auf Seite 25 vom 30. April/1. Mai heißt es, dass in den USA der Tag der Arbeit auf den ersten Montag im Oktober fällt. Das ist falsch. „Labor Day“ ist der erste Montag im September.
❏ In der Deutschland-Karte zu „Deutschland, ganz erneuerbar“ im SZ-Reiseteil vom 5. Mai wurde Schleswig-Holstein fälschlicherweise Sachsen-Anhalt genannt.
„Das Internet hat brutal enthüllt, dass wir Journalisten … zum Teil mit nackten Kleidern dastehen.“
Bernd Ziesemer („Halbjournalist“, Ex-Handelsblatt-Chefredakteur und Bissinger-Nachfolger als Corporate-Publishing-Chef bei HoCa/Ganske) im Interview mit dem Evangelischen Pressedienst.
Auch wenn es schwer vorstellbar ist, dass sich unsere Kleider etwas anziehen, ist das Gespräch ansonsten lesenswert – weil eine Führungskraft mit Wirtschaftshintergrund ausspricht, was sonst als Gewerkschaftsführerlamento gilt. Zitat:
„…ist es für die Beschäftigten im Journalismus heute brutal geworden. Als ich 1982 von der Gruner+Jahr-Schule kam, war es überhaupt kein Problem, einen Job zu kriegen. Und es war auch völlig klar, dass das eine Festanstellung mit Presseversorgungswerk war und allem, was dazu gehört. Wenn Sie heute versuchen, irgendwo reinzukommen, dann heißt es: Naja, Sie dürfen jetzt erstmal ein halbes Jahr unbezahlt Praktikum machen, danach, wenn Sie Glück haben, kriegen Sie mal ein Vierteljahr eine Schwangerschaftsvertretung, dann vielleicht mal einen Jahresvertrag.“
Böcke und Gärtner, Rätselraten, Zöpfe abschneiden: Metaphern gab es heute wohl im Großverbraucher-Sonderangebot. Das ist aber noch lange kein Grund, in einem News-Ticker Kommentare zu verschicken. Meine Meinung kann ich mir noch immer selber bilden.
Es ist schon seltsam, mit welch pathetischem Furor sich Stephanie Nannen über den „Henri“ alias Egon-Erwin-Kisch-Preis für René Pfister ereifert. Die Enkelin, die nach eigenem Bekunden mit ihrem Opa kaum über dessen Arbeit gesprochen hat, schreibt im Hamburger Abendblatt über den „Skandal“:
„Pfisters Text ist ein Betrug an der Wahrheit, ist Verrat dessen, woran Journalisten mindestens zu glauben vorgeben.“
Laut Kress-Autor Christian Meier sehen das die Juroren Kurt Kister, Peter-Matthias Gaede, Frank Schirrmacher und Mathias Müller von Blumencron nicht so eng. Wenn man es nüchtern betrachtet, geht es eigentlich nicht um ein Fehlverhalten des Kollegen Pfister, sondern um die grundsätzliche Frage, ob die klassische Reportage nicht längst den heutigen Arbeitsmethoden und -bedingungen zum Opfer gefallen ist. „Pfister ist kein Verräter“ weiterlesen
Der Jury-Chef von Pressefoto Bayern, Hans-Eberhard Hess, beklagte sich im Dezember 2010 über die „visuelle Legasthenie“ von Redakteuren, die Texte mit Bildern schmücken, die nichts mit dem Artikel zu tun hätten. Nicht einmal die BU stelle einen Zusammenhang her. Er muss so etwas gemeint haben:
Wenn die Wasserwaage nicht leckt, hat sie auch kein Zünglein
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Korrekturmeldung vom 4. Mai 2011
Da musste es wohl wieder mal schnell gehen. So schnell, dass dem Autor nicht auffiel, dass der als Quelle genutzte Text unter der Rubrik „Wahrheit“ stand, wo bekanntlich alles steht bis auf dieselbe – eine Anspielung auf die Prawda. Die taz bemerkte – oder kommentierte – den Vorfall erst eine gute Woche später: Der auf die Seite Drei gelassene Autor sei „auf die Wahrheit hereingefallen“. Selbst danach ließ sich die SZ noch eine Woche Zeit für das kleinlaute Geständnis, in dem die „Wahrheit“ natürlich nicht vorkommt.
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„Seit mehr als 80 Jahren stellt der niederländische Elektronik-Konzern TV-Geräte her.“
Geheime Erkenntnis der SZ-Redaktion (Wirtschaft, 19.4.2011, „Philips drückt den Ausknopf“). Der Rest der Welt betrieb 1930 jedenfalls noch Grundlagenforschung in der Fernsehtechnik – und auch Philips hat damals noch keine Geräte verkauft.
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„Jeder iPhone-Besucher kann mit einem Computer sein Profil auslesen.“
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