Bitburger ist niemals eine Lösung…

…außer vielleicht „Drive alkoholfrei“.

Ich staunte gerade nicht schlecht, als ich in der Donaufalter-Zeitung einen Beitrag über Amy Winehouse las und ausgerechnet ein Commercial der Bit-Brauerei sah:

Nr. 1 lebt!

Steve Jobs, das muss angesichts der vielen Nachrufe mal erwähnt werden, ist noch nicht tot.

Interessant ist, dass es vor allem große Abonnementblätter wie Süddeutsche, Welt und Frankfurter Rundschau sind, die ihre Titelseiten heute riesig und teils gekonnt boulevardesk mit Jobs aufgemacht haben, während die echten Boulevardprofis wohl davon ausgehen, dass das Thema ihrer Zielgruppe ziemlich am allerwertesten… …Windows-PC vorbeigeht.

Den Vogel (lat.: anas gutenbergensis) schießt mal wieder die vom Apple-Virus befallene Redaktion „Nr. 1 lebt!“ weiterlesen

DIE AROMAFALLE

Die Ehre des Schweißfußes ist gerettet: Mit Stinkesocken kann man Malaria-Mücken fangen.

Es gibt Bilder von mir, auf denen ich ich genauso aussehe, wie deutsche Style-Gurus beiderlei Geschlechts es deutschen Touristen seit gefühlten 300 Jahren vorwerfen. Ich trage gern Sandalen, und solange unsere bayerischen Sommer so sind, wie sie nun mal sind, geht das selten ohne Socken. Ist das bei diesem Mischmaschwetter nicht ein besserer Kompromiss als nackte Schweißfüße in luft- und wasserdichten Wanderschuhen? Na, sehen Sie.

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Lanz zum Brechen

Es gibt keinen Grund, für Jürgen Fliege eine Lanze zu brechen. Der auf seltsame Abwege geratene Pfarrer ist auch bei mir unten durch. Gäbe es in der evangelischen Kirche eine Exkommunikation, hätte er sich dafür qualifiziert.

Die Art und Weise, wie Markus Lanz gestern abend mit diesem komischen Heiligen umgesprungen ist, war allerdings – man kann es nicht milder ausdrücken – zum Kotzen. Hart, aber unfair. Der Mann mit der offiziellen Jobbeschreibung „Moderator“ bremste die Staatsanwältin von eigenen Gnaden Jutta Ditfurth nicht nur nicht, er gab den Nebenkläger und verweigerte dem Angeklagten jedes rechtliche Gehör. Ditfurth durfte genüsslich ihre gesamte Munition verballern, Lanz war sich nicht zu schade, den Büchsenspanner zu geben. Wenn Fliege auch nur dazu ansetzte, sich selbst um Kopf und Kragen zu schwadronieren, kam er kaum zu Wort.

Schade, sehr schade, ein Armutszeugnis fürs ZDF. Hätte die Sendung einen Moderator gehabt, so hätte der freundlich, aber bestimmt dafür gesorgt, dass Fliege Ditfurths Funktion – nämlich Fliege auf Dauer unmöglich zu machen – selbst übernimmt. Auch Ditfurth hätte er damit einen Gefallen getan, denn sie wäre weniger penetrant-selbstgefällig rübergekommen und hätte ihr eigenes Anliegen nicht beschädigt, einen mutmaßlichen Scharlatan bloßzustellen.

So blieben Zweifel, ob Fliege wirklich der böse Geschäftemacher ist oder ob er nicht vielleicht doch selbst glaubt, was er erzählt. Das wäre tragisch, aber wenn es denn so wäre, hätte eine öffentlich-rechtliche Anstalt ihn vor sich selbst schützen müssen. Lanz hat etwas getan, was gar nicht geht – gerade vor dem Hintergrund, dass er der Nachfolger des Eva-Herman-Anklägers Johannes Baptist Kerner ist: Statt Fliege ganz gelassen selbst ins offene Messer rennen zu lassen, hat er es ihm in den Leib gerammt. Fliege ertrug die Attacken wie einer, der gewohnt ist, die andere Backe hinzuhalten. So hat Lanz notorischen Fliege-Fans keine Chance gelassen, sich ihre eigene Meinung zu bilden, sondern ihr Mitleid mit dem armen Opfer provoziert.

Hätte ihr Idol nur ein, zwei mal wirklich ausreden dürfen, wäre ihnen selbst die Erkenntnis gekommen, wie dumm sie waren, auf einen Kerl hereinzufallen, der so redet, als hielte er sich für einen modernen Jesus, dabei aber so benimmt wie die Händler, die Jesus aus dem Tempel verjagt hat.

Die Werber vom Trittbrett gestoßen

Die taz macht die Reklame auf Sportfotos unkenntlich und legt damit den Trittbrettfahrern aus der Werbeindustrie das Handwerk. Motto: Wer werben will, soll zahlen. Wäre schön, wenn die öffentlich-rechtlichen Anstalten das bei ihren Fußballdauerwerbesendungen auch so hielten.

Leider gibt es Kollegen, die die Ausrede akzeptieren oder gar weiterverbreiten, Werbung gehöre zu unserem Alltag, unserer Umwelt, unserem Leben. Werbung ist kein Selbstzweck – und dass wir sie anschauen nicht unsere Bürgerpflicht. Wer sie treiben will, muss dafür eine Gegenleistung erbringen. Und wenn diese auch nur darin besteht, uns intelligent zu unterhalten. Wer uns damit nervt und quält, darf sich über eine Abwehrhaltung nicht wundern.

via kress