Vorsicht: Jetzt kommt das schlaue Zuhause, das Energiesparen zur Wissenschaft macht.
Der Energieriese, der bei uns früher das Strommonopol hatte, kann sich nur schwer mit unserer Dummheit abfinden. Wir waren eines Tages so töricht, zu kündigen und unsere Elektrizität bei einem dieser regionalen Energiezwerge mit Hang zu Naturstrom zu bestellen. Obwohl uns hätte eigentlich klar sein müssen, dass so einer uns keine technologische Brücke in eine Zukunft bauen kann, in der es keine Kernreaktoren mehr gibt. Allein schon, weil er jeden Euro in grüne Kraftwerke steckt anstatt in grüne Imagekampagnen. Da der liebe Gott gerade nicht genug Hirn vorrätig hatte, das er auf uns hätte herniederwerfen können, hat sich der Energieriese nun höchstselbst unser erbarmt „Bin ich denn blöd?“ weiterlesen
Am Handy hängt, zum Handy drängt doch alles. Nur zum Geldbeutel-Ersatz will es partout nicht werden.
Es gibt eine Drogeriemarkt-Kette, die ist den Euro nicht wert, denn sie ehrt den Cent nicht. Die Läden, deren Name an unsere frühere Währung erinnert, ignorieren sogar die Zwei-Cent-Münze. Sämtliche Preise enden deshalb nicht – wie es sich anständigerweise gehört – auf eine Neun, sondern auf eine alberne Fünf. Dahinter steckt schiere Faulheit: Über die Jahre sparen Kassiererinnen Tage und Kunden Stunden, weil das Münzenzählen reduziert wird.
Die Deutsche Bundesbank findet diese schnöde Rationalisiererdenke wohl auch noch toll. Sie verteuert jedenfalls jetzt die Münzrollen dermaßen, dass Aldi, Edeka und Lidl künftig für jeden Cent Wechselgeld, den sie sich liefern lassen, drei Cent bezahlen müssen. Damit drohen uns Centfuchsern in Sachen Zahlungskultur Zustände wie in Finnland oder der Schweiz. „Nicht ohne einen Cent“ weiterlesen
Diese Froitzelei stammt von Anfang März 2011, ist aber nie gedruckt worden, da sich Karl Theodor Maria Nikolaus Johann Jacob Philipp Franz Joseph Sylvester Freiherr von und zu Guttenberg überraschend doch noch zurückzutreten bequemte, während ich – auf seine anhaltende Sturheit spekulierend – bereits an der Kolumne saß. Ich habe den Text noch zu Ende geschrieben; die Redaktion entschied sich aber, das Thema Plagiate nach dem Rücktritt Guttenbergs lieber nicht ins Lächerliche zu ziehen. Aber warum sollen diese Sottisen auf meiner Festplatte vergammeln? In einer satirischen Chronik des Jahres 2011 haben sie ihren Platz.
Was die Akademiker dieser Republik brauchen, ist ein zeitgemäßer Weg zum Titel: innovativ, kreativ und googlesicher.
Wer auf linke Meinungen allergisch reagiert, sollte lieber nicht weiterlesen. Jedenfalls nicht, wenn er „links“ so definiert, wie es sich in den vergangenen Wochen in Foren und auf Leserbriefseiten eingebürgert hat. „DOKTOR A.D.“ weiterlesen
Telefonieren ist out, nicht nur bei Handyfans. Wir reden jetzt schriftlich miteinander – und vertrödeln so unser Leben.
Warum haben die Leute Angst vor mir? Wieso will keiner mit mir reden? Ich bin doch ein umgänglicher Mensch, verhökere keine Staubsauger oder Finanzprodukte und gebe mich auch nie als Marktforscher aus. Ja, ich nenne am Telefon sogar meinen Namen! Meine furchterregendste Angewohnheit ist die, dass ich Fernmelde-Endgeräte benutze, um anderen Menschen Informationen zu entlocken. Wenn ich etwas wissen will von einem, befiehlt mir eine innere Stimme: „Ruf‘ doch mal an!“
Natürlich weiß ich, dass sich mein Betragen nicht mehr ziemt. Seine Mitmenschen mit Anrufen zu stören, etwa beim meditativen Überfliegen ihrer Facebook-Nachrichten, verursacht nicht nur Stress, sondern ist „so was von Achtzigerjahre“. „Kein Wort ohne Tasten“ weiterlesen
Wer nichts Böses tut, hat nichts zu befürchten – vom Big Brother in der Nachbarschaft.
Kätzchen sind süß, solange sie klein und die eigenen sind. Nachbars Katzen sind lästige Biester. Dreist erobern sie fremde Gärten, jagen Vögel, erschrecken die Stallhasen, provozieren den braven Hund, verkratzen mit ihren Krallen die Balkonpfosten und hinterlassen auch noch unliebsame Signaturen in den Beeten. Da darf man doch schon mal handgreiflich werden, nicht wahr? Mary Elizabeth B., Bankkassiererin aus Coventry, hat es gewagt. Hat die Gelegenheit in Gestalt der arglosen Nachbarskatze Lola kurzentschlossen am Schopf gepackt und das perplexe Tier in einer am Straßen- rand stehenden Mülltonne versenkt. Soll das blöde Vieh doch auf der Deponie Ratten fangen!
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