WAS WÜRDE EINSTEIN SAGEN?

Kein Zweifel, die Zukunft ist da – und lässt Wissenschaftler wie Science-Fiction-Autoren alt aussehen. Relativ.

In dem Oldie, der aus dem Lautsprecher drang, kam das Jahr 2010 vor, als Synonym für eine Zeit, in der die Sängerin alt und grau sein würde. Mein Smartphone hätte mir den längst vergessenen Titel und seine Interpretin sicher verraten, aber ich saß im Funkloch. Und fühlte mich alt und grau. Wie soll man sich auch sonst fühlen, wenn unabweisbar wird, dass wir nun in jener besungenen Zukunft leben, die aber so was von anders aussieht, als wir sie uns als junge Menschen ausgemalt haben?

Nehmen wir die Lichtgeschwindigkeit. Die war in meiner Jugend der Inbegriff von Wissenschaft, technischem Fortschritt, dem Griff nach den Sternen. Wir kannten die Formel E=mc2, konnten aber trotz Physik-Leistungskurs unseren Eltern nicht erklären, wie man denn bitte schön eine Geschwindigkeit mit sich selbst multiplizieren könne. „WAS WÜRDE EINSTEIN SAGEN?“ weiterlesen

Wer ist „der“ BJV?

Gerade stolpere ich über einen Absatz im frischen Newsletter „meines“ Journalistenverbandes. Vermutlich bin ich nicht der einzige im BJV, der die folgende Urteilsschelte weltfremd findet:

„BJV kritisiert BGH-Urteil zu Google: 

Internetsuchmaschinen dürfen bei den Suchergebnissen in der Regel Thumbnails zeigen. Der für das Urheberrecht zuständige 1. Zivilsenat des BGH entschied „Wer ist „der“ BJV?“ weiterlesen

SZ verschenkt Medienseite

„Auch diese Themenseite wird wieder ganz sinnlos sein.“

Wunderbar wahrer Einstiegssatz des Beitrags „Im Land der verseuchten Begriffe“ von Tobias Kniebe auf der heutigen Medienseite der Süddeutschen Zeitung.

SZ-Medienredakteur Christopher Keil hatte sich in den Kopf gesetzt, mittels fünf Texten – verfasst von ihm selbst, dem Kollegen Kniebe, Heyse-Tochter Katharina Riehl, Martin Zips und Roger Willemsen – zu ergründen, warum das öffentlich-rechtliche Fernsehen nicht besser ist. Dabei hat er lediglich gezeigt, wie unterschiedlich die Erwartungen an das Fernsehen sind. Die Autoren sind sich selbst nicht darin einig, was Qualität, Kultur und Unterhaltung überhaupt sind. Ergebnis: Eine ganze Zeitungsseite ohne neue Erkenntnis, ohne Perspektive, ohne Sinn.

Handelsblatt verwirbelt Content

Beim Handelsblatt sind da wohl zwei Beiträge durcheinander geraten. Und keiner merkt’s. „Handelsblatt verwirbelt Content“ weiterlesen

Altmaier unter Piraten

Als Mensch, der nach wie vor analog denkt (ich bin ja weder Lieutenant Commander Data von der Enterprise noch der Terminator, und die Singularity Ray Kurzweils ist zum Glück auch nicht nah),  wundert es mich ein wenig, dass es in der FAZ eine Rubrik „Digitales Denken“ gibt. Frank Schirrmacher & Co. scheinen zu glauben, dass selbst Leute wie CDU/CSU- Fraktionsgeschäftsführer Peter Altmaier dort, wo andere Lebewesen ein Gehirn haben, mit elektronischen Schaltkreisen ausgestattet sind. Aber egal: Was Altmaier da schreibt, schreit nach einer Kommentierung, die das Format der FAZ-Leserkommentare sprengen würde, wenn man denn dort als interessierter Leser seine Meinung loswürde:

Kann er nicht? Kann er doch!

Machen wir also von unserem Zitatrecht Gebrauch und schauen mal, was dem Guten zu seinem neuen Leben „unter Piraten“ so in den Sinn kommt:

„Obwohl ich mit Computer und Internet seit Jahren arbeite, verstand ich bis vor kurzem nichts vom „Netz“. Computer stehen in meinen Büros und in meinen Wohnungen, ich besitze iPad und Handy, nutze E-Mail und SMS, surfe und kaufe im Internet, beziehe Informationen aus Online-Medien. Dennoch war mir die gesellschaftliche und politische Dramatik, die von der rasanten Evolution des Internet und der elektronischen Medien ausgeht, bislang nicht einmal im Ansatz klar.“

Dieses Bekenntnis ehrt ihn. „Altmaier unter Piraten“ weiterlesen