Serienstart: Wohlstand im Klimawandel

Mit diesen Seiten beginnt meine Serie in der Mai-Ausgabe der Brandeins

„Ohne Wohlstand kein Klimaschutz, sagen die einen.
Ohne Klimaschutz kein Wohlstand, sagen die anderen.
Beide haben recht.
Unser Wohlergehen und die Lösung dieses Menschheitsproblems hängen untrennbar zusammen – jetzt mehr denn je.“

Mit diesen Worten beginnt die soeben erschienene Folge 1 meiner brandeins-Serie „Der neue grüne Deal“. In der Rubrik „Was Wirtschaft treibt“ beschreibe ich mögliche Wege in eine Wirtschaft, die sich nicht mehr vom Kohlenstoff treiben lässt – und auch nicht mehr treiben lassen darf, wenn sie eine Zukunft haben will.

Die Redaktion und ich haben das Ziel, einen gesellschaftlichen Dialog mit anzuschieben, der momentan nicht vorankommt, weil zwei Lager große Schwierigkeiten miteinander haben. Auf der einen Seite gilt es mit all jenen ins Gespräch zu kommen, die Warnungen vor dem Klimawandel immer noch grundsätzlich für alarmistisch halten, auf der anderen mit all denen, die glauben, die Weltwirtschaft müsse auf einen radikalen Schrumpftumskurs (De-Growth) gebracht werden. Meine Überzeugung ist, dass zwar die Art, wie wir Wohlstand messen, und die gegenwärtige Wachstumsideologie auf falschen Prämissen beruhen; „Serienstart: Wohlstand im Klimawandel“ weiterlesen

Boomer’s Revenge Vol. II

Aus aktuellem Anlass heute ein Nachtrag zu meinem Rant aus dem vergangenen Spätherbst. Da die Aufmerksamkeitsspanne immer kürzer wird, nicht nur bei Jüngeren, mache ich es kurz. 

Wer mit dem Hashtag #okboomer um sich wirft, sollte sich fragen, was er/sie erreichen will und ob das Klischee ihm hilft, seinem Kommunikationsziel näher zu kommen.

Relevant ist das insbesondere im Kontext des Klimawandels. Jüngere, die wirklich etwas gegen den exorbitanten CO2- und Methan-Ausstoß der Menschheit tun wollen, dürfen sich nicht einreden, dass – böse gesagt – mit meiner „Generation“ diejenigen aussterben werden, die für das Problem verantwortlich sind. Das ist schon deshalb eine unsinnige Annahme, weil der deutsche Babyboom erst vor 50 Jahren endete. Die Jüngsten von „uns“ bestimmen noch bis zum Braunkohle-Ausstieg (2038 oder vielleicht jetzt 2035) mit, und unsere hohe statistische Lebenserwartung bedeutet, dass viele von uns auch 2050 noch durch die Altenheime tattern werden – als überwiegend wahlberechtigte Bürger.

Viel schlimmer noch ist aber der immanente Irrtum, dass sich das Klimaproblem überhaupt demographisch lösen wird. Wären Einsicht oder Einstellung eine Generationenfrage, würde das Problem ja quasi mit der Zeit von selbst verschwinden. Man bräuchte sich um die Jüngeren gar nicht zu kümmern, sie nicht zu überzeugen. Dabei hat ein 30-Jähriger, der an das Märchen von der Klimahysterie und vom Alarmismus glaubt, noch doppelt soviel Zeit, Schaden anzurichten, wie jemand meines Alters.

Die Gefahr, dass er das wirklich tut, ist sehr real. Ich weiß, wovon ich rede. Zwischen Anfang 20 und Anfang 40 war ich nach damaligen Maßstäben Vielflieger, obwohl ich grundsätzlich von der Gefahr namens Global Warming wusste. Ich kann mich gut erinnern, wie man in diesem Alter tickt und dass man gut darin ist, den eigenen Beitrag zur Lösung des Problems zu prokrastinieren. Morgen fange ich an, vorher kaufe ich mir nur noch dies und will ich nur noch kurz Australien sehen, bevor es ganz abgefackelt ist. Meine Ausrede gegenüber meinem Öko-Ich, mein Anteil sei verschwindend gering, höre ich heute ständig auch von jüngeren Menschen. Sie betrügen sich selbst, so wie ich es tat.

Was nützt es, wenn aus meinen Fehlern nur ich selbst gelernt habe, nicht aber auch diejenigen, die jetzt so alt sind wie ich damals?

TL;DR: Wer „Boomer“ sagt, setzt sich selbst Scheuklappen auf. 

All We Want For Christmas …

Liebe Freundinnen und Freunde,

aus unerfindlichen Gründen verbinden wir ja alle Weihnachten mit Schnee. Vielleicht ist Bing Crosby schuld, der bekanntlich auch nur davon träumte, vielleicht weil er in Kalifornien oder Florida am Strand saß. Meteorologisch war ein Wetter, wie wir es heute haben, schon vor den wärmsten Jahren seit Beginn der Aufzeichnungen eher die Regel als die Ausnahme, jedenfalls hier in den oberbayerischen Niederungen. Lassen wir daher heute mal den Klimawandel Klimawandel sein; der wird auch so die tollen Allgäuer Loipen viel öfter und länger in Matsch verwandeln, als ich mir vorstellen mag.


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