Selbstverachtendes Medienmultitasking

„Gleichzeitig schreiben, filmen, fotografieren, Radiosendungen produzieren, um dann noch auf dem Klo zu twittern, ist Selbstausbeutung und selbstverachtend.“

Bernd Ulrich, Leiter des Politikressorts der „Zeit“, laut Tagesspiegel

Das alles gleichzeitig zu tun, ist vor allen Dingen eine stramme physische, handwerkliche und kognitive Leistung – allein schon simultan zu filmen und zu fotografieren. Der Crossmedia-Redaktroniker, der das alles in einer druck- und sendefähigen Qualität hinbekommt und aus diesem seinem Multitalent nicht wenigstens gleichzeitig ein gutes Geschäft macht, der ist in erster Linie eines: selbstschuld.

Gewinn ist nicht Umsatz

„Und Google? Der Internet-Konzern hat gerade angekündigt, seinen 23000 Beschäftigten eine zehnprozentige Gehaltserhöhung zu zahlen, weil es ihm so gut geht. Fast 7,3 Milliarden Dollar Gewinn waren es im dritten Quartal dieses Jahres. Schon die Margen sind mythisch.“

Süddeutsche Zeitung, Thema des Tages, 17.11.2010

Na, was ist daran falsch? Genau: Es ist der Umsatz von Google, der „Revenue“. Der Gewinn heißt „Net Profit“ oder auch „Net Income“, und der liegt bei 2,17 Milliarden Dollar. Damit liegt die Marge (Operating Margin) bei 35 Prozent – und das ist vielleicht beeindruckend, aber nicht mythisch. Mich erinnert es an Microsoft: alles schon mal dagewesen. Nebenbei bemerkt sind 2,17 Milliarden nur die Hälfte des – im selben Absatz! – korrekt wiedergegebenen Gewinns von Apple. Der unbefangene Leser muss aber meinen, das Größenverhältnis sei umgekehrt.

„Längst steht hinter Brin und Page ein Mann namens Eric Schmidt. Mit ihm hat der Konzern einen Visionär gefunden, „Gewinn ist nicht Umsatz“ weiterlesen

Edelfeder für Anspruchsvolle

Aber gerne. Ich bitte um eine kurze Erklärung, was ein Schreiberat ist. Ich kenne nur Schreigeräte – auch Flüstertüten oder Megaphone genannt.

10 € aus PeXing

Vorhin klingelt das Telefon, Hamburger Nummer. Ein leitender Angestellter der Abteilung Quality & Security, wie bei Xing der Werkschutz heißt, ruft mich zurück. Kleines Geplänkel darüber, was sich ein zahlender Premium-Kunde gefallen lassen muss und was nicht. Ich will das nicht vertiefen, aber man kann nicht sagen, dass wir uns wirklich einig geworden wären. Ich petze jetzt einfach mal, dass er meinte, er könne meinen Ärger mit einer Zehn-Euro-Gutschrift wieder gutmachen (zzgl. MwSt.). Zwei Monate gratis.

Zumindest betrachtet mich Xing derzeit nicht mehr als Sicherheitsrisiko.

Um mich wieder zu einem wirklich zufriedenen Kunden zu machen, der seinem Dienstleister voll und ganz vertraut, müssen die mehr tun. Viel mehr. Wenn ich mal einen Tipp geben darf für den nächsten Kunden, bei dem man sich für etwas entschuldigen möchte: Es kommt gut, wenn ein Mitglied der Geschäftsführung anruft.

Klare Park-Anweisung

„Kim, Park, Lee, Chung, Oh, Son, Song, Cho, Choi, Kang, Lim. Damit dürfte man geschätzte 80 Prozent der koreanischen Familiennamen abgedeckt haben.“

Frank Joung, deutsch-koreanischer Kollege in Berlin, rügt in V.i.S.d.P 182 die „Merkt-ja-eh-keiner-Haltung“ vieler deutscher Kollegen bei asiatischen Themen und gibt Nachhilfe im Fach „woran erkenne ich beim Asiaten, was Vor- und was Familienname ist?“.