Marktforscher müssen nicht nerven

Wer einem Marktforscher Fragen beantwortet, hilft diesem (zumeist kostenlos), seinen Auftrag zu erledigen und seinen Lebenunterhalt zu verdienen.

Ein wenig Respekt darf man also von diesen Leuten erwarten. Respekt, der sich darin äußert, dass man sagt, wer angerufen hat, und nicht nur still eine Nummer im Telefonspeicher hinterlässt.

Dies habe ich gerade im Zuge meines kostenlosen Dienstleistungsprogramms „Unternehmensberatung aus Zielgruppensicht“ einem laut Homepage „inhabergeführten“ Demoskopie-Betrieb aus Hamburg mitgeteilt.

Dessen computerassistiertes Personal (oder sein personalassistierter Computer?) hatte nämlich auf meinem Telefon eine Rufnummer hinterlassen „Marktforscher müssen nicht nerven“ weiterlesen

Xing-Nachlese

Im Freien-Blog des DJV ist ein Interview mit mir erschienen zum Thema „Meinungsfreiheit in sozialen Netzen“. Unter anderem wurde ich gefragt, warum ich bei Xing bleiben will und was ich von Facebook halte.

Übrigens noch vielen Dank an den Kollegen Jörg-Olaf Schäfers.

Altpapier vom Murmeltier

Stellen Sie sich vor, Sie treten aus der Tür und finden in der Zeitungsrolle… die Süddeutsche von gestern. Nicht weil Sie gestern vergessen hatten, sie rauszunehmen, sondern weil der Verlag Ihnen zum zweiten Mal das gleiche Blatt geliefert hat. So ist es heute morgen den Kauferingern passiert.

Eigentlich ist doch Murmeltier-Tag erst wieder im Frühjahr?

Google Street Fog

Googles Münchner Büro residiert nahe dem Marienplatz im Alten Hof, einem historischen Gebäude, über der Manufactum-Filiale.

Wer das Haus sehen will, darf es nicht in Streetview suchen, sondern muss die Website des Edel-Kaufhauses ansteuern. Wer die Vernebelungsaktion ausgerechnet für dieses Haus veranlasst hat, war heute morgen noch unklar. Jedenfalls gibt es jetzt Selbsthilfegruppen von Betroffenen, die gerne sichtbar wären. Eines der Opfer beherrscht die Klaviatur der digitalen Gegenwehr schon mal sehr gut: Kommunikationsberater Björn Eichstädt.

Mich brauchen Sie übrigens in Street View nicht zu suchen: Bei uns Landeiern ist der Kamerawagen nie gewesen.

Betriebsunfall beim Crash-Report

Es scheint, als sollte ich mal meine Tageszeitung wechseln, damit ich in der Rubrik „Ja liest denn keiner mehr gegen?“ nicht dauernd  die Süddeutsche erwähnen muss.

Ich hatte mir den gestrigen „Geld“-Teil an mein für stille, nicht dringende Lektüre bevorzugtes Örtchen gelegt, um die Reportage über den „Crash-Kreis“ zu lesen: Autos mit dem Kennzeichen KF, also Kaufbeuren oder landschaftlich „Kaafbaira“, führen die Unfallstatistik der Versicherer an, darum wollte die Geld-Reporterin mal nach dem Rechten sehen.

Irgendetwas kam mir gleich komisch vor: Crash-KREIS? Im Bildtext steht tatsächlich passend dazu: „Seit Jahren belegt der Landkreis Kaufbeuren den ersten Platz.“ Nun liegt Kaufbeuren von hier aus gesehen fast um die Ecke; die meisten Autos, die einem zwischen hier und dort begegnen, tragen mitnichten ein „KF“ auf dem Nummernschild, sondern ein „OAL“ für Ostallgäu. Wo liegt bloß der Landkreis Kaufbeuren?

Klare Antwort: Nirgends. Es gibt ihn nicht mehr. Und zwar schon seit der Gebietsreform von 1972. Damals zog das Landratamt nach Marktoberdorf, Kaufbeuren wurde kreisfreie Stadt.

Der Autorin war das vermutlich klar. In ihrem amüsanten Text kommt kein Landrat vor, nur ein Bürgermeister. Dumm, wenn das am Newsdesk ein Redakteur auf den Schirm kriegt, der nicht ganz up to date ist.