Früher hatte ich kein Problem damit, von anderen als Fachjournalist gesehen zu werden. Als Fachjournalist galt man als Experte, nicht als Fachidiot. In meiner Zeit als Wirtschaftsredakteur eines Branchenblatts wusste ich im allgemeinen besser Bescheid über die Unternehmen „meiner“ Branche als die Allrounder aus den Wirtschaftsredaktionen der Tagespresse, die von den Pressereferenten der Industrie allerdings stets ernster genommen wurden.
In Zeiten, in denen angebliche Fachredakteure Anzeigen verkaufen und jeder als Fach-„Journalist“ rumläuft, der schon mal — und sei es aufgrund tätiger Mithilfe eines Ghostwriters — seinen Namen in der Autorenzeile eines überhaupt nicht journalistisch gemachten Nischenobjekts platzieren konnte, sehe ich das leider nun etwas anders.
Dass ich auf meiner Website überhaupt noch auf die Fachpresse eingehe, hat allein damit zu tun, dass dieses Metier eine entscheidende Rolle in meiner beruflichen Sozialisation gespielt hat: In meinen Jahren in der Fachpresse habe ich viel gelernt — vor allem von meinem früheren Boss Dieter „Ecki“ Eckbauer. Meinen früheren Kolleginnen und Kollegen, die heute noch die Fahne des Qualitäts-Fachjournalismus hochhalten, drücke ich die Daumen, dass ihre Ressourcen nicht noch knapper werden.
Und nun zurück zu meiner Vergangenheit: „Es war einmal ein Fachredakteur“ weiterlesen


