Heiß auf Cybergeld

Online-Erotik törnt an: Zuschauer und clevere Geschäftemacher. Lesen Sie, was hinter den Kulissen der Sex-Industrie abgeht

Ein Sittenstrolch treibt sich im Web herum. Seit er Anfang letzten Jahres wie aus dem Nichts auf der Bildfläche erschien, hat er mit seiner eher plumpen Masche schon Tausende angemacht. Er schreckt weder vor Alt noch Jung zurück, und nur ungern lässt er seine „Gäste“ wieder ziehen. Polizisten, Staatsanwälte und selbst ernannte Anstandswächter lassen den Kerl gewähren, obwohl Name und Wohnsitz ganz leicht herauszufinden sind. Auf die Frage ,WHOIS sittenstrolch.de?‘“ antwortet der Computer des Internet-Zentralregisters RIPE in Sekundenschnelle: „Person: Boris Kube. 14163 Berlin, Germany.“cybersexgeld

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Büro statt Berghütte

WIRTSCHAFTSWOCHE 42/1999

Die Silvesternacht verbringen viele Leute am Arbeitsplatz, um mögliche Crashfolgen zu minimieren.

Nur vier Stunden, dann ist alles zu spät. So lange dauert es, bis ein Betriebsstillstand in einer Aluminiumschmelze einen Totalschaden anrichtet. Wird der Elektrolyseprozeß in den mächtigen, stromdurchfluteten Becken länger unterbrochen, läßt er sich nicht wieder in Gang bringen; die Masse erstarrt. Dann ist nicht nur der wertvolle Rohstoff hin, aus dem sogenannte Walzbarren für die Weiterverarbeitung hergestellt werden, sondern die ganze Anlage.

Ein klassisches Worst-Case-Szenario. Damit es nicht eintritt, hat Harald Kresse mit seinen Mitarbeitern sämtliche Computersysteme im Rheinwerk Neuss der VAW Aluminium AG akribisch durchgecheckt: Steckt irgendwo jenes vermaledeite Kurzdatum mit zweistelliger Jahreszahl? Der EDV-Leiter kann aber nicht mit hundertprozentiger Gewißheit ausschließen, daß irgendwo im Verborgenen ein „Millennium Bug“, ein Jahrtausendkäfer, die Überprüfungen unenttarnt überstanden hat: „Man kann“, sagt Kresse, „nicht alles wirklich testen.“ Es bleibt nichts anderes übrig, als – den Notfallplan im Kopf – im realen Betrieb zu beobachten, wie sich die Systeme tatsächlich verhalten.

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Wilde Jagd auf Raubkopierer

Jede dritte Software auf deutschen Computern soll illegalen Ursprungs sein. Die Industrie hetzt die Verantwortlichen

chefcheckDie Ermittler aus der Landeshauptstadt rückten an mit einem Aufgebot, das einer Bande bedeutender Wirtschaftskrimineller würdig gewesen wäre. Genau nach Zeitplan enterten mit Durchsuchungsbefehlen ausgestattete Polizisten und Steuerfahnder am 12. März 1999, einem Freitag, morgens um neun Uhr, gleichzeitig das Internet-Cafe „Update“, das Büro eines Recyclinghofs und die Wohnung des bis dahin unbescholtenen Frank Benne. Verdattert mußte der Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft für Jugendhilfe, Bildung und Freizeitpädagogik (Jubif) mit ansehen, wie die Einsatztruppe mit 10 Kartons voller Unterlagen von dannen zog. „Wilde Jagd auf Raubkopierer“ weiterlesen

TELEFONKOSTEN: Ungeniert kassiert

Wirtschaftswoche-Mitarbeiter Ulf J. Froitzheim über Tarifnepp, Pannen und Servicemängel.

WIRTSCHAFTSWOCHE 24/1999

Wenn mich Freunde, Familie und Kollegen je um etwas beneideten, dann um mein Zahlengedächtnis. Als Student konnte ich die wichtigsten Preise im Supermarkt mit der Präzision einer Aldi-Kassiererin herunterrattern. Später wußte ich Umsatz und Gewinn sämtlicher Computerhersteller auswendig, aber auch die Geheimzahlen fast aller Plastikkarten in meiner Geldbörse. Zwölfstellige Telefonnummern, die ich einmal gewählt hatte, tippte ich fortan zielsicher wie ein Gottschalkscher Wettkönig in die Tasten.

Für das Überleben in der ziffernfixierten Telewirtschaft der Jahrtausendwendezeit schien ich der fitteste Verbraucher zu sein, den man sich denken kann – einer, den man immer fragen kann, unter welcher Nummer es noch ein bißchen billiger geht.

Denkste. Eineinhalb Jahre Call-by-call-Telefonieren haben gereicht, mein Selbstvertrauen nachhaltig zu zerstören. Bei jedem Auslands- und Handygespräch, das ich nicht über den Kurzwahlspeicher führen kann, vergleiche ich sorgsam das Display mit meinem Spickzettel. „TELEFONKOSTEN: Ungeniert kassiert“ weiterlesen

Internet-Banken machen das Bargeld digital (Online-Banking Teil 2)

Um die Gunst des Kunden buhlen verschiedene elektronische Zahlungssysteme. Können sie das Bargeld bald schon ablösen?

Computer, bitte zahlen. Die klassische Bankfiliale hat ausgedient. Der Kunde erledigt seine Bankgeschäfte über den heimischen PC oder vom Büro aus. Über 6,6 Millionen Konten wurden nach Angaben der Gesellschaft für Bankpublizität Ende 1998 bereits online geführt – im Vergleich zu 3,5 Millionen im Vorjahr. Damit hat sich der Boom der vergangenen Jahre fortgesetzt, die Zahl der Online-Konten hat sich erneut fast verdoppelt. Internet und zusätzlich eingeführte elektronische Chipkarten könnten sogar das Bargeld in den meisten Fällen überflüssig machen.

tomo4Doch noch streiten sich die Banken über Konzepte und Strategien, noch ist sich die deutsche Finanzwirtschaft uneins über den Weg zu ihrem übergeordneten strategischen Ziel. Es gilt, den gesamten Zahlungsverkehr im Lande komplett zu elektronisieren. Denn jeder Umgang mit Bargeld, Schecks und Überweisungen verursacht vermeidbare Kosten. Beim Euroscheck ist diese Ablösung recht gut gelungen: Kaum ein Einzelhändler, kaum eine Tankstelle, wo man mit der EC-Karte nicht per Geheimzahl – wie es die Banken lieben – oder einfacher Unterschrift – das ist dem Handel lieber – bezahlen könnte. „Internet-Banken machen das Bargeld digital (Online-Banking Teil 2)“ weiterlesen