Online-Erotik törnt an: Zuschauer und clevere Geschäftemacher. Lesen Sie, was hinter den Kulissen der Sex-Industrie abgeht
Ein Sittenstrolch treibt sich im Web herum. Seit er Anfang letzten Jahres wie aus dem Nichts auf der Bildfläche erschien, hat er mit seiner eher plumpen Masche schon Tausende angemacht. Er schreckt weder vor Alt noch Jung zurück, und nur ungern lässt er seine „Gäste“ wieder ziehen. Polizisten, Staatsanwälte und selbst ernannte Anstandswächter lassen den Kerl gewähren, obwohl Name und Wohnsitz ganz leicht herauszufinden sind. Auf die Frage ,WHOIS sittenstrolch.de?‘“ antwortet der Computer des Internet-Zentralregisters RIPE in Sekundenschnelle: „Person: Boris Kube. 14163 Berlin, Germany.“



Die Ermittler aus der Landeshauptstadt rückten an mit einem Aufgebot, das einer Bande bedeutender Wirtschaftskrimineller würdig gewesen wäre. Genau nach Zeitplan enterten mit Durchsuchungsbefehlen ausgestattete Polizisten und Steuerfahnder am 12. März 1999, einem Freitag, morgens um neun Uhr, gleichzeitig das Internet-Cafe „Update“, das Büro eines Recyclinghofs und die Wohnung des bis dahin unbescholtenen Frank Benne. Verdattert mußte der Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft für Jugendhilfe, Bildung und Freizeitpädagogik (Jubif) mit ansehen, wie die Einsatztruppe mit 10 Kartons voller Unterlagen von dannen zog. 
Doch noch streiten sich die Banken über Konzepte und Strategien, noch ist sich die deutsche Finanzwirtschaft uneins über den Weg zu ihrem übergeordneten strategischen Ziel. Es gilt, den gesamten Zahlungsverkehr im Lande komplett zu elektronisieren. Denn jeder Umgang mit Bargeld, Schecks und Überweisungen verursacht vermeidbare Kosten. Beim Euroscheck ist diese Ablösung recht gut gelungen: Kaum ein Einzelhändler, kaum eine Tankstelle, wo man mit der EC-Karte nicht per Geheimzahl – wie es die Banken lieben – oder einfacher Unterschrift – das ist dem Handel lieber – bezahlen könnte.