Zum Sechzigsten: VG Wort für Dummies

Eines muss ich unserer Konkurrenz von den Freischreibern lassen: Sie haben 2016 (besser spät als nie) begriffen, dass sich eine Autorenvereinigung in Deutschland für die VG Wort interessieren muss, also für die Verwertungsgesellschaft, die Jahr für Jahr einen dreistelligen Millionenbetrag an Journalisten, Schriftsteller und Übersetzer verteilt. Viele Aktive bei uns im DJV haben das ebenfalls begriffen. Allerdings kann man auch Mitglied eines Landesvorstandes sein, wenn man das noch nicht verstanden hat. Glücklicherweise ist es eine Minderheit, die dem Missverständnis unterliegt, es handle sich um eine „fremde Organisation“. Ist die VG Wort einem Journalisten fremd, darf, nein, sollte er den Fehler bei sich selbst suchen.

Selbst unter denen, die wissen, dass dieser seltsame „rechtsfähige Verein kraft Verleihung“ irgendwie wichtig ist für die Mitglieder der eigenen Organisation, kommen freilich eklatante Missverständnisse darüber vor, wer warum wieviel Geld von ihm bekommt und wie der Laden überhaupt funktioniert. Dieses Phänomen ist auch bei anderen Autorenvereinigungen anzutreffen.

Deshalb erkläre ich es anlässlich des diese Woche anstehenden 60. Jubiläums der VG Wort und ihrer anschließenden Mitgliederversammlung noch einmal – quasi ein „VG Wort für Dummies“:

Die VG Wort ist eine Urheberorganisation, die komplementär ist zum Berufsverband bzw. der Gewerkschaft. Was sie für uns tut, können DJV, DJU in ver.di und Freischreiber nicht leisten. Während DJV und DJU für uns versuchen, höhere Gehälter und Mindesthonorare mit den Arbeit- und Auftraggebern auszuhandeln, verhandelt die VG Wort mit den Unternehmen und Institutionen, die laut Urheberrecht etwas für die Zweitverwertung unserer Texte bezahlen müssen. „Zum Sechzigsten: VG Wort für Dummies“ weiterlesen

brand eins

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87. brand eins Thema Reputation 2019 Marketing

Mundpropaganda

Nichts ist für ein Unternehmen so wertvoll wie Mundpropaganda. Weil man sie nicht schaffen kann, sondern immer nur geschenkt bekommt.


86. brand eins Thema Reputation 2019 Sparkasse Duisburg

Banking by bus

Sparkassen kennen ihre Kundschaft. Und sie sind überall da, wo sie gebraucht werden. Diese Strategie zahlt sich aus, wie ein Blick in unsere Bestenlisten zeigt: Im Bereich „Banken & Finanzdienstleister“ sind sie überdurchschnittlich häufig vertreten. Ein Besuch bei der Sparkasse Duisburg.


85. brand eins Thema Reputation 2019 Peter Hahn

Die Wertegemeinschaft

Das schwäbische Versandhaus Peter Hahn verkauft gediegene Mode für gehobene Ansprüche – online, stationär, aber vor allem aus dem Katalog. Der Mittelständler ist damit erfolgreich, weil er weiß, dass guter Geschmack nicht bei der Kleidung endet.


84. brand eins Thema Consulting 2018 Gesundheitswesen

Schwarze Schwäne aus dem Hörsaal

Die Allianz verjüngt ihre IT und damit peu à peu sich selbst. Die Ideen haben sich die Manager von Start-ups im Silicon Valley abgeschaut.


83. brand eins 4/2018 Schwerpunkt Mobilität: Bosch

Slalom durchs Neuland

Bosch steckt in der größten Transformation seiner Unternehmensgeschichte – mit vielen Baustellen auf dem Weg in die digitale Zukunft. Eine Übersicht.


82. brand eins Thema Innovation 2018

Ostentativ leger

Die Allianz verjüngt ihre IT und damit peu à peu sich selbst. Die Ideen haben sich die Manager von Start-ups im Silicon Valley abgeschaut.


81. brand eins Thema Innovation 2018 – Populismus und Demagogie

Die Halbwissensgesellschaft

Das Wissen wächst, die populistische Ignoranz auch. Nun sind die Forscher gefragt: Sie müssen ihre Erkenntnisse besser vermitteln.


80. brand eins 3/2018 Schwerpunkt Sicherheit: Devolo

Energiewende ohne Blackout

Das Stromnetz soll smart werden – und vor Hacker-Angriffen geschützt. Dafür sorgen Mittelständler wie Devolo aus Aachen.


79. brand eins  1/2018 Schwerpunkt Reset: Gutmann

Paso Triple

Drei ehemalige Schüler machen aus der Freiburger Tanzschule Gutmann Europas größte. Was sie dafür brauchen? Liebe zur Sache, Mut – und die Offenheit für Ideen, die bislang in ihrer Branche keinen Platz hatten.


78. brand eins 10/2017 Schwerpunkt Strategie: IBM

Was denken Sie, Watson?

Einst war der von allen nur erfurchtsvoll Big Blue genannte Konzern die unanfechtbare Weltmacht der EDV. Jetzt will IBM zurück zu alter Größe und macht sich dafür – kleiner..


77. brand eins Thema Innovation 2017

Die BigData-Trüffelschweine

Daten sind das Gold des digitalen Zeitalters, heißt es. Dabei macht erst ihre Aufbereitung sie so wertvoll. Das ist die Spezialität des Münchener Start-ups Celonis. Das Unternehmen hat eine Software entwickelt, die aus IT-Abfällen wahre Schätze birgt.


76. brand eins Thema Innovation 2017

Hochspannungsforschung

Audi, BMW und Daimler erleben unruhige Zeiten. Zwar weiß niemand, was kommt. Doch in jedem Fall wird es schnell gehen. Eine kleine Tour durch eine Branche unter Druck.


75. brand eins Thema Consulting 2017 Verkauf

Verkäufer ohne Verkaufsabsicht

In den Autohäusern von BMW sind neue Service-Mitarbeiter unterwegs. Sie sind erfolgreich, weil sie viel wissen – und wenig wollen.


74. brand eins Thema Consulting 2017 Künstliche Intelligenz

Von wegen unpersönlich

Längst beeindruckt „Watson“, der Supercomputer von IBM, nicht mehr nur in Quiz-Shows: Die Software wird für ihre Erfolge in der Krebsforschung und in der Datenverwaltung gefeiert. Jetzt soll Watson auch im Personalwesen eingesetzt werden – und zeigt sich dabei erstaunlich feinfühlig.


73. brand eins 4/2017 Schwerpunkt Mut

Von den Besten lernen

Wie es um die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen bestellt ist, wollten Darmstädter Forscher wissen. Ihr Fazit: Es gibt viel zu tun.


72. brand eins 1/2017 Schwerpunkt Offenheit

Neustart

Noch vor wenigen Jahren schien Microsoft den Anschluss an die Zukunft verpasst zu haben. Unter dem neuen Chef Satya Nadella wirkt der Konzern wie ausgewechselt.


71. brand eins Wissen Unternehmensberater 2016 Obsoleszenz

Der Preis des Fortschritts

Verschleiß ist gut für die Industrie, denn er sorgt für neue Nachfrage. Verschleiß ist schlecht, wenn der Hersteller selbst betroffen ist und mangels Ersatzteilen eine gute Maschine verschrotten muss. Für Wolfgang Heinbach war das die Marktlücke: Er spürt Spezialisten auf, die kaputte Teile noch nachbauen können.


70. brand eins Thema Innovation 2016 Interview Frank Piller

Von Branche zu Branche

Neue Produkte und Prozesse zu entwickeln reicht nicht mehr, glaubt der Technologieexperte Professor Frank Piller von der RWTH Aachen. Die Innovatoren von morgen müssen neue Geschäftsmodelle entwickeln. Systematisch und in Serie.


69. brand eins 12/2015 Gute Frage 30 Jahre Waldsterben

Geht dem Nobelpreis das Geld aus?

Sicher solle seine Stiftung sein Erbe anlegen, verfügte Alfred Nobel. Eine Herkulesaufgabe.


68. brand eins 11/2015 Gute Frage Zukunft der Sozialversicherung

Was wollen hoch qualifizierte Freiberufler?

Selbstständige Wissensarbeiter haben Konjunktur, vor allem in der IT. Nur fügen sich ihre Tätigkeiten nicht ins Raster der klassischen Sozialpartnerschaft. „brand eins“ weiterlesen

Vita: Ulf J. Froitzheim

Falls es jemand wissen will: Mein unaufregender Lebenslauf — in altmodischer Reihenfolge beginnend bei meiner Geburt (also nicht ganz bei Adam, Eva, Kain & Abel, sondern ein paar Jahre später)

1958 geboren in Aachen

1977 Abitur in Oberhausen

1977 – 1978 Aufgrund der Rekrutenschwemme zunächst vorläufig, dann endgültig ausgemustert. Zu spät, um sich noch für die 16. Lehrredaktion an der DJS* zu bewerben (wie haben es eigentlich andere geschafft, parallel fürs Abi und den Aufnahmetest zu büffeln?). Statt Wehrdienst und Erstsemester erste Erfahrungen in der Welt der Wirtschaft: Job in der Fotoabteilung des Allkauf-Verbrauchermarkts in Mülheim/Ruhr. Anno Achtundsiebzig mit Glück & Erfolg an der DJS beworben. Schlimmste Bildungslücke: kannte diesen Mann nicht beim berühmt-berüchtigten Bildertest. „Vita: Ulf J. Froitzheim“ weiterlesen

Falschtwitterer auf Vogel-Fluglinie

Die Verwertungsgesellschaft Wort verstand sich noch nie als Avantgarde der Social-Media-Nutzung. Als ehrenamtliches Verwaltungsratsmitglied, das der spontanen, informellen Online-Kommunikation eher affin ist, konnte man das immer nur schade finden. Aber man kann seine Hauptamtlichen nicht zum Mitmachen zwingen. (Selbst wenn dies in meiner Macht läge, fände ich es anmaßend, es zu verlangen.)

Um so erfreuter war ich, als Anfang Juni plötzlich ein Account @vgwort auf der Bildfläche erschien. „Falschtwitterer auf Vogel-Fluglinie“ weiterlesen

In Memoriam Dieter Eckbauer

Ecki1996Habe ich ihm je gesagt, wieviel ich von ihm hielt? Nein, natürlich nicht. Einem Dieter Eckbauer seine Wertschätzung zu zeigen, war allenfalls indirekt möglich, sei es durch die Art mit ihm zu reden, sei es indem man Dritten gegenüber durchblicken ließ, dass man seine Meinung teilte oder von ihm einiges gelernt hatte (was diese Dritten ihm dann vielleicht steckten). Ihm im direkten Gespräch platterdings Recht zu geben, hätte bedeutet, sich selbst zum Jasager zu degradieren, der sich anbiedern will und in Wahrheit nichts verstanden hat. Wer den Respekt des Meisters wollte, musste ihm geradezu widersprechen – was nicht ganz einfach war, wenn man mit ihm kompatibel war. Wer mit ihm nicht kompatibel war, hatte es allerdings noch viel schwerer mit ihm. Aber er war auch nie ein Mensch, der es anderen leicht machen wollte.

Lob über Bande, Anerkennung auf Umwegen: So war Dieter Eckbauer, mein Chef von 1984 bis 1989. War er nicht zufrieden, konnte er es direkt sagen, auch brutal direkt. Fand er meine Arbeit gut, erfuhr ich das bestenfalls von anderen. Eher merkte ich es daran, dass er mir Freiräume und Freiheiten gab, mich an längerer Leine führte, bestimmte Aufgaben mir anvertraute. Die Dosis an Motivationspillen, die man bei ihm ergattern konnte, reichte nie, um davon übermütig zu werden. Von daher hätte er, der Wiener Berliner oder Berliner Wiener mit Wohnsitz München, eigentlich Schwabe sein müssen: Nicht geschimpft ist im Ländle bekanntlich genug gelobt. Das maximale Kompliment entfuhr ihm in den frühen Neunzigern, als ich längst als Freiberufler tätig war. Eckbauer echauffierte sich furchtbar vor Kollegen über mich, weil ich es gewagt hatte, für das Konkurrenzblatt Computerzeitung zu schreiben, deren Chefredaktion ein anderer Ex-CW-Redakteur übernommen hatte, Gerhard Schmid. Exklusivität erwartete Eckbauer nur von Autoren, die ihm nicht egal waren. Auch Schmids Wechsel zur CZ – einem bis dahin unbedeutenden Blatt, dessen Verleger ausgerechnet Eckbauers früheren Vize Manfred Hasenbeck als Berater engagiert hatte – empfand er als Affront.

Heute kann und will ich Dieter Eckbauer loben. Das ist fair, weil er es verdient hat, und zugleich unfair, denn er kann sich nicht mehr dagegen wehren. „In Memoriam Dieter Eckbauer“ weiterlesen