Schmierentheater im Meistersaal

Zurück aus Berlin, ist es heute Zeit, die denkwürdigen Gremiensitzungen und Versammlungen der VG Wort Revue passieren zu lassen. Schließlich hatten einige Autorenkollegen im Netz rhetorisch vorgeglüht, und so war zu erwarten, dass der eine oder andere versuchen könnte, den Vorstand oder uns Verwaltungsräte beidseitig auf den Grill zu werfen, und sich womöglich nicht mit dem Gargrad „medium“ zufrieden geben würde. „Schmierentheater im Meistersaal“ weiterlesen

Wider den Nutzerrechtsextremismus

Die Süddeutsche Zeitung stellt ihren Gastautor Leonard Dobusch (35) als Juniorprofessor für Organisationstheorie an der FU Berlin vor, der zur Urheberrechtsregulierung „forscht“ und bei netzpolitik.org bloggt. Nun ist das Urheberrecht wirklich nicht das natürliche Biotop von Organisationstheoretikern. Vielleicht erklärt das, warum Dobusch immer wieder durch Texte auffällt, die mehr mit dem Wunschdenken von erklärten Feinden des Urheberrechts zu tun haben als mit der Realität. Kürzlich polemisierte der Herr Professor anlässlich der Aufregung um das Thema Panoramafreiheit also nun „wider den Urheberrechts-Extremismus„*, den er zu erkennen glaubt, und dabei hobelte er mal wieder an den Fakten herum – frei nach dem Grundsatz „was nicht passt, wird passend gemacht“.
* Wie perfide die Wortschöpfung ist, erkennen Sie übrigens, wenn Sie den Urheber mal weglassen. „Wider den Nutzerrechtsextremismus“ weiterlesen

Mitgliederflucht beim „DJV Brandenburg“?

Der Landesverband Brandenburg im DJV war schon lange sehr speziell, nicht nur wegen der Abschaffung der innerverbandlichen Demokratie (der Vorstand wurde seit einer auf einem Ausflugsboot beschlossenen Satzungsänderung nicht mehr von den Mitgliedern gewählt, sondern von einem obskuren „Aufsichtsrat“), sondern auch wegen seiner geografischen Positionierung. Der „Brandenburger“ Club war seit Jahren faktisch ein Verband in der Cloud – am Potsdamer Amtsgericht registriert, aber von lauter Nicht-Brandenbürgern geführt, unter Beteiligung etlicher Personen, deren Selbsteinschätzung, sie seien Journalisten, nicht leicht nachvollziehbar war. Über Jahre kamen aus diesem Zwergverband nur kontraproduktive oder sogar destruktive Impulse.

Wie ich jetzt eher zufällig mitbekam, hat nicht nur der sehr spezielle Vorsitzende Hans Werner Conen schon im vergangenen Jahr seinen Posten aus angeblich gesundheitlichen Gründen geräumt, sondern ebenso sein alter Weggefährte Hans Rudolf Koch, dessen Berliner Büro offiziell als Geschäftsstelle fungierte. Vielleicht schlagen Hass und Missgunst ihren Urhebern ja doch irgendwann aufs Wohlbefinden.

Die Geschäfte führt jetzt Klaus Minhardt von Weil am Rhein aus, schlappe 830 Kilometer entfernt von Potsdam.

Wie es scheint, laufen ihm jetzt die Mitglieder weg. Na endlich.

DJVbb-Meistgelesen

Ich bin kein zertifizierter Qualitätsjournalist

Nach ausgiebigem Blick in die Weltgoogle glaube ich behaupten zu können, dass Thomas Gerald Müller und Manfred Orle keine Qualitätsjournalisten sind. Das hat aber wirklich nur am Rande damit zu tun, dass sich die beiden Spezln als einzige Vertreter einer „Medien“-Organisation (nämlich des Deutschen Medien-Verbandes e.V.) für die „größte Prominenten-Jury aller Zeiten“ nominieren ließen, nämlich die des größten Flops unter den überflüssigen deutschen Promi-Selbstbeweihräucherungs-Events, auch „Star Award“ genannt. (Die Gala wurde abgesagt, weil sich nicht genug Sponsoren fanden, was für eine gewisse Einsichtsfähigkeit der einschlägigen Entscheidungsträger spricht. Der Preis wurde von den einschlägigen Boulevardmedien nicht einmal des Ignorierens wert befunden.)

Der nicht verliehene deutsche Nicht-Oscar 2013, der Arno Breker gefallen hätte
Der nicht verliehene deutsche Nicht-Oscar 2013, der Arno Breker gefallen hätte

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Müller ist kein Journalist, sondern Unternehmer und Jurist – und als solcher Partner einer Kanzlei, die sich im Web als „klassische Anwaltsboutique mit Standorten in Berlin und Mainz“ empfiehlt. Orle ist Diplom-Kaufmann „Ich bin kein zertifizierter Qualitätsjournalist“ weiterlesen

Hilfe! Mich kennt jemand, der jemand kennt, den die CIA auf dem Kieker hat

Ein Kollege, der in meinem Adressbuch steht, ist Stefan Buchen, Mitarbeiter der Panorama-Redaktion beim NDR. Wir kennen uns nicht wirklich gut. Vor ein paar Jahren haben wir uns aber mal über Pseudo-Presseausweise unterhalten und über die Gestalten, die damit Geschäfte machen – eigentlich der einzige berufliche Anknüpfungspunkt. Ich schreibe über Wirtschaftsthemen, der Kollege berichtet fürs Fernsehen gerne mal aus Gegenden, in denen Terroristen und Islamisten hausen.

Jetzt kam heraus, dass Kollege Buchen ausgeschnüffelt wurde – und zwar offenbar vom Verfassungsschutz und dem BND. Die Deutschen haben die Daten wohl an die Centrale Intelligenzagentur der Vereinigten Staaten weitergegeben. Sollte Stefan Buchen mich damals in sein Adressbuch eingetragen oder meine Mails nicht gelöscht haben, steht also möglicherweise auch mein Name seither in einer amerikanischen Geheimdienst-Datei, die mit Begriffen wie „Terrorism“ oder „Islamism“ verschlagwortet ist. Oder kann man etwa davon ausgehen, dass die Geheimdienstler zwischen 2005 und 2010 noch nicht in der Lage waren, fremde Mailprogramme und Adressbücher auszulesen? Nun gut, lassen wir die Unschuldsvermutung mal auch für die Schlapphüte gelten. Wir wissen bisher nicht mehr, als dass man als Journalist in Deutschland zur Zielperson für deutsche Dienste werden kann, die amerikanischen Diensten unter Umgehung des Bundesdatenschutzgesetzes und der Grundrechte Amtshilfe leisten.

Das nur mal so zum Nachdenken für alle CSU-Wähler, die Hans-Peter Friedrich für einen verfassungstreuen Innenminister halten „Hilfe! Mich kennt jemand, der jemand kennt, den die CIA auf dem Kieker hat“ weiterlesen