Outsourcing: Wenn es die Spezialisten billiger und besser machen

Viele Unternehmen erledigen nicht strategische Aufgaben noch selbst. Die Übertragung ganzer Geschäftsprozesse an Dienstleister hilft, im Kerngeschäft wettbewerbsfähiger zu werden.

Manches Unternehmen könnte viel Geld sparen, wenn seine Mitarbeiter etwas weniger kostenbewusst wären. Je mehr Mühe sie sich geben, im Interesse der Firma günstig einzukaufen, desto teurer kann es werden. Denn der Chef hat nachher einen kostspieligen Prozess am Hals, den ihm kein Rechtsanwalt der Welt ersparen kann. Die Sorte Prozess, um die es geht, findet freilich nicht vor dem Kadi statt, sondern im Betrieb, und nennt sich Beschaffung, Procurement, Einkauf: ein “Geschäftsprozess”, jener Rattenschwanz an unsichtbaren Arbeitsschritten, den ein scheinbar simpler Vorgang oft nach sich zieht. Bestellung, Wareneingangskontrolle, Rechnungseingang, Zahlung. “Der Kauf eines einfachen Papierkorbs kann Verwaltungskosten von 100 Euro nach sich ziehen”, warnt Thomas Holz, Experte für Beschaffungslösungen und elektronische Marktplätze bei T-Systems in Frankfurt.

Diese Art von Prozesskosten – jahrzehntelang als fast gottgegebener “Overhead” hingenommen – gilt heute als größte brach liegende Produktivitätsreserve. Zwar hatte der US-Management-Guru Michael Hammer schon vor zehn Jahren zu einem ingenieursmäßigen Umbau ineffizienter Geschäftsprozesse geraten. „Outsourcing: Wenn es die Spezialisten billiger und besser machen“ weiterlesen

Funkstille für Datenschnüffler

Schneller Informationsfluss ist ein entscheidender Wettbewerbsvorteil. Unternehmen ermöglichen ihren Mitarbeitern via Notebook und Funkmodem Zugriff aufs Firmennetz, um sie immer und überall auf dem Laufenden zu halten. Oft sind es hochsensible Informationen, die da von unterwegs abgerufen werden. Experten raten: Nur eine vom Top-Management getragene Sicherheitskultur schützt Firmen davor, dass ihre Daten in die falschen Hände geraten.

In dem Café am Potsdamer Platz in Berlin-Mitte liegt mehr in der Luft als der Duft von frischem Kaffee. Claudia Eckert braucht nicht lange, um es zu beweisen. Die Darmstädter Informatik-Professorin gibt einige Befehle in ihren PDA ein, der mit einer 2,4-Gigahertz-Antenne versehen ist. Binnen weniger Sekunden erscheinen auf dem Bildschirm geheimnisvoller Buchstabenwirrwarr und diffuse Zahlenreihen: Frau Professorin hat mal eben die Zugangsdaten aller schnurlosen Computernetze der näheren Umgebung aus der Luft gefischt. Ihr Experiment sei eine Kleinigkeit, sagt Claudia Eckert, die neben ihrer Uni-Tätigkeit in Darmstadt das Fraunhofer-Institut Sichere Telekooperation (SIT) leitet: „Die Software gibt es kostenlos im Internet.“ Hacker können sich damit mühelos per Laptop in ein Mini-Funknetz einklinken.

Claudia Eckerts Ziel waren Wireless Local Area Networks (Wireless LAN), über die Firmen per Funk digitale Geräte verbinden und so den lästigen Kabelsalat im Büro abschaffen. Seit Jahren warnen Forscher, dass viele Nutzer dieser Netze es Schnüfflern allzu leicht machen. „Funkstille für Datenschnüffler“ weiterlesen

INTERNETSOFTWARE: Mut gefragt

Das winzige norwegische Softwarehaus Opera bietet einen kompakten Browser für anspruchsvolle Surfer an.

WIRTSCHAFTSWOCHE 10/1999

Wenn sich Helmar Rudolph etwas in den Kopf gesetzt hat, fragt er nicht danach, ob andere es für vernünftig halten. So hat er eine liebevoll gestaltete Website für das Wendland (www.wendland-info.com) gestaltet, die Region, die durch das Atommüllzwischenlager Gorleben bekannt wurde. Dabei lebt der 32jährige, der aus dem Wendland-Städtchen Lüchow stammt, seit 1993 in Südafrika.

Im Augenblick ist die Seite alles andere als aktuell, weil er vollauf mit einer anderen Aufgabe beschäftigt ist, über die viele den Kopf schütteln. Er vermarktet Opera, eine Internetsteuersoftware (Browser) aus Norwegen, die den etablierten Browsern Explorer von Microsoft und Navigator von Netscape Paroli bieten soll. Opera ist ein Browser für anspruchsvolle Internetsurfer – ein sehr handliches, schnelles Programm mit einigen  Extrafunktionen (siehe Kasten Seite 171). Der Haken an der Sache: Während Explorer und Navigator kostenlos abgegeben werden, kostet Opera 35 Dollar (31 Euro) Lizenzgebühren.

Rudolph, der im Kapstädter Vorort Constantia eine kleine Agentur für Online- und Datenbankmarketing betreibt, glaubt jedoch fest daran, dass Kunden für mehr Qualität gern zahlen. Begeistert von Opera zeigte sich auch die Fachpresse. Rund um den Globus erschienen wohlwollende Rezensionen; das US-Magazin „PC World“ kürte Opera zum „Most Promising Web Newcomer“ des Jahres 1998. Weil Rudolph das Programm freiwillig ins Deutsche übersetzte, wurde er so etwas wie der Deutschland-Repräsentant von Opera.

Die Herstellerfirma Opera Software AS in Oslo gibt sich alle Mühe, im Web so weltläufig zu wirken, als sei sie ein Multi mit enormen Ressourcen. Da gibt es für alte und neue Windows-Rechner Versionen in Norwegisch, Schwedisch, Englisch, Deutsch, Französisch, Italienisch sowie in iberischem und lateinamerikanischem Spanisch; versprochen werden Ableger für fünf verschiedene, teils exotische Betriebssysteme sowie Übersetzungen ins Ungarische, Portugiesische, Polnische und Russische. Und doch beschäftigt die mutmaßliche Nummer drei auf dem Browser-Weltmarkt – AOL/Netscape und Microsoft kommen zusammen auf über 90 Prozent Marktanteil – nur 16 Angestellte. Opera ist so schlank, dass sie sich für ihren größten Zielmarkt USA gerade mal ein Eine-Frau-Büro leistet: Sandra Thorbjørnsen, Mitarbeiterin mit der Personalnummer 1, leitet von Cleveland aus das Amerika-Geschäft im Alleingang.

Helmar Rudolph hat unterdessen – für ein bescheidenes Pauschalhonorar – die Aufgabe übernommen, den deutschen Markt zu erschließen: Vom Kap der Guten Hoffnung aus organisiert er den Vertrieb – mehr als 9000 Kilometer vom Absatzmarkt entfernt. An Infrastruktur in Deutschland genügen ihm der Briefkasten in seinem Elternhaus im Wendland-Städtchen Lüchow und ein Bankkonto. Den Rest erledigt er per Telefon und E-Mail.

Schließlich ist Rudolph, der jeden duzt, Spezialist für Onlinemarketing, und als solcher nutzt er alle digitalen Ressourcen. „lch habe voriges Jahr keinen Pfennig für Werbematerial ausgegeben“, verkündet er stolz. Ganz nebenbei kümmert sich der Wahl-Kapstädter auch noch um das Geschäft in Südafrika und um die Übersetzung des Windows-Browsers in Afrikaans.

Den Eifer engagierter Mitarbeiter nach Kräften zu nutzen, entspricht ganz dem Managementstil der Firmengründer Jon Stephenson von Tetzchner und Geir Ivarsøy, die vor fünf Jahren die Urversion von Opera schrieben – damals noch als Angestellte der Telefongesellschaft Telenor. Selbst bei der Entwicklung neuer Produkte vertrauten die beiden, um Personalkosten zu sparen, lange auf die Zuarbeit enthusiastischer Opera-Fans.

So überließen sie die Programmierung von Browsern für zusätzliche Betriebssysteme sogenannten Volunteers in verschiedenen Ländern – und  erlebten herbe Rückschläge: Ein Team dänischer Freiwilliger biss sich im Herbst an der Version für den Apple Macintosh die Zähne aus, und auch Anwender des immer populärer werdenden Freeware-Betriebssystems Linux mußten sich immer wieder vertrösten lassen, weil die externen Entwicklungshelfer auf der Stelle traten. Jetzt sollen, so PR-Managerin Thorbjørnsen, die wichtigsten Versionen intern entwickelt werden. Um die Finanzierung sicherzustellen, sollen die späteren Nutzer schon vorab zur Kasse gebeten werden.

Die Zukunft von Opera entscheidet sich gleichwohl im Markt der Windows-Anwender – und hier vor allem bei den Großkunden mit ihren Intranets. Während der skandinavische Browser an Universitäten und Fachhochschulen schon eine nennenswerte Fangemeinde hat, steht der Durchbruch in Handel und Industrie noch aus – da kämpfen die Opera-Erfinder mit den gleichen Problemen wie alle anderen Shareware-Autoren. „Das harmoniert nicht mit der eingespielten Beschaffungsbürokratie in den Betrieben“, bedauert Helmuth Gümbel von der Münchner Unternehmensberatung Strategy Partners, „um Shareware oder auch Freeware wie Linux einzuführen, braucht es Mut.“

Zu diesem Bonus für etablierte Hersteller kommt das finanzielle Argument hinzu: Ein Softwareeinkäufer lässt sich schwer davon überzeugen, für Shareware Geld auszugeben, solange Microsoft seinen Explorer gratis liefert.

Am Kap ist Helmar Rudolph dennoch guter Hoffnung, daß sich sein Einsatz demnächst auszahlt. Noch im ersten Halbjahr werde es Kooperationen mit deutschen Wiederverkäufern geben, die in ihren Branchen die Werbetrommel für Opera rühren sollen. Auch für das Endkundengeschäft ist er optimistisch. So hat er seinen Browser unter anderem auf den CD-ROM-Samplern von Data Becker und der Zeitschrift „Chip“ plazieren können.

Er kann sich auch Kooperationen mit Internet-Service-Providern vorstellen – obwohl die ihren Kunden bisher meist Software mitgeliefert haben, die nichts kostet – und peilt mittelfristig die Gründung einer Opera-Vertriebsfirma in Deutschland an, die er ebenfalls von Kapstadt aus führen will. Zumindest gibt es keine Zeitverschiebung. Kapstadt liegt fast auf demselben Längengrad wie Lüchow.

ULF J . FROITZHEIM

ALTERNATIVE BROWSER:

Was die Exoten können

Opera 3.51

Die Urversion dieses Programms wurde 1994 bei der norwegischen Telefongesellschaft Telenor für interne Zwecke entwickelt; Ende 1995 verließen die Autoren Jon von Tetzchner und Geir Ivarsøy das Unternehmen und gründeten ein Unternehmen zur Vermarktung von Opera. Die erste Shareware kam Ende 1996 auf den Markt. Allein über die Adresse www.download.com des amerikanischen Providers Cnet – dort gibt es Links zu sämtlichen lieferbaren Browsern – wurden binnen sechs Wochen 600.000 Kopien der aktuellen Version abgerufen. Besonderheiten: Im Gegensatz zu den gängigen Browsern wurde Opera nicht aus vorgefertigten Programmelernen – ten zusammengebaut, sondern von Grund auf neu entwickelt. Alles, was die Erfinder für entbehrlich hielten, ließen sie weg; darum sind E-Mails nur mit separatem Mailprogramm zu empfangen (beziehungsweise über einen WWW-Mail-Dienst wie Hotmail, GMX oder T-Online Webmail). Dafür ist Opera so kompakt, dass die Kernkomponenten auf eine einzige Diskette passen und auch alte Computer mit kleinem Arbeitsspeicher problemlos damit zurechtkommen. Opera gilt als schnellster Browser und kann mehrere Internetseiten neben- und übereinander darstellen; mit einer Zoomfunktion läßt sich jedes Fenster auf bis zu 2000 Prozent vergrößern oder auf 20 Prozent verkleinern. Alle Funktionen können zudem per Tastatur ausgewählt werden.

Bezug: Internet (www.operasoftware.com oder www.nta.opera.no), 30 Tage kostenloser Test (Vollversion), Voll-Lizenz 35 US-Dollar

Staroffice 5.0

Vor zwei Jahren hat der Hamburger Softwarehersteller Stardivision einen Browser in sein Allround-Büropaket Staroffice eingebaut, um einen nahtlosen Übergang zwischen Textverarbeitung und Onlinekommunikation zu schaffen. Besonderheiten: Auch wenn es die Entwickler um Firmenchef Marco Börries anders sehen, ist die eingebaute Web-Software kein Ersatz für einen vollwertigen Browser, nur eine praktische Ergänzung. Staroffice taugt, wenn man kurz mal etwas im Internet nachschauen will, ohne eigens ein zweites Programm zu starten, oder wenn der Text einer Webpage in ein eigenes Dokument kopiert werden solL Wer tiefer ins Netz eintauchen will, stößt sich aber bald an der gewöhnungsbedürftigen Handhabung – das All-in-one-Konzept erweist sich als Kompromiss. Wer mit elektronischer Post schon gearbeitet hat, tut sich außerdem schwer mit dem integrierten Mailprogramm.

Bezug: CD-ROM im PC-Handel; kostenlos aus dem Internet (www.stardivision.de)

Neoplanet 2.0

Der auf jedem Windows-PC vorinstallierte Microsoft Explorer gilt bei eingefleischten Multimediafreaks als halbe Sache. Die geistigen Eltern von Neoplanet wollten daraus eine ganze machen. Darum darf man den Explorer nicht deinstallieren,wenn man auf Neoplanet umsteigen will: Ohne dessen Funktionen im Hintergrund läuft der Browser nicht. Besonderheiten: Neoplanet ist vollgestopft mit sogenannten Channels – also Special-Interest-Informationskanälen, die von Medienunternehmen gespeist werden. Damit findet man viele aktuelle Informationen auch schon ohne Visite auf einer Portalseite wie Netcenter oder Yahoo. Aus Deutschland dabei ist der Berliner „Tagesspiegel“, aus Großbritannien die „Financial Times“. Grafisch wirkt Neoplanet leicht überfrachtet, und sonderlich schnell ist das Programm auch nicht.

Bezug: kostenlos aus dem Internet (www.neoplanet.com)

Hot Java

Mit der Programmiersprache Java gelang dem Computerhersteller Sun Microsystems ein großer Coup. Der Versuch, einen passenden Browser zu vermarkten, ging daneben: Hot Java gilt bei Web-Kennern als kalter Kaffee, denn die Seiten bauen sich sehr langsam auf. Besonderheiten: Hot Java paßt gut zu Intranets.

Bezug: kostenlos aus dem Internet (www.sun.com/software)

Arachne 1.48

In Osteuropa ist noch sehr viel Hardware installiert, die nur unter dem Uraltbetriebssystem MS-DOS läuft. Für diese Klientel hat die tschechische Firma xChaos Software einen extrem kompakten Browser entwickelt. Die Software arbeitet sehr ressourcensparend Besonderheiten: Das Programm kommt ohne Windows aus und kann trotzdem alles, worauf es im Internet ankommt.

Bezug: Internet (http://xch.arachne.cz), 30 Tage kostenloser Test, Voll-Lizenz 30 US-Dollar (26 Euro)

Lynx 2.8

An manchen Universitäten und Instituten müssen sich Studenten und Wissenschaftler noch mit antiquierter Hardware herumschlagen, beispielsweise mit Terminals, die keine grafischen Darstellungen zulassen. Für diese akademische Zielgruppe hat die University of Kansas den Lynx-Browser entwickelt. Besonderheiten: Lynx ist relativ winzig (0,5 Megabyte) und extrem schnell, kann aber ausschließlich Text wiedergeben. Wer die bunten Bilder im World Wide Web sowieso nur störend findet, kann sich Lynx auch auf einen Windows-PC laden und dann turboschnell online lesen.

Bezug: kostenlos aus dem Internet (www.lynx.com).

Mosaic 2.7

Der allererste Browser und Urahn von Netscape Navigator und Internet Explorer. Weil das National Center for Supercomputing Applications (NCSA) die Weiterentwicklung von Mosaic eingestellt hat, gilt dieser Browser inzwischen als hoffnungslos veraltet.

Bezug: kostenlos aus dem Internet: www.ncsa.uiuc.edu

UJF

Standards und Spezialitäten

Zwar sitzt Deutschlands größte Programmschmiede, die SAP AG, nicht in Bayern. Dennoch kommt praktisch kein Computeranwender in der Republik an Software aus dem Freistaat vorbei.

TopBusiness, Report IV, September 1994

Die Nachricht aus Übersee kam für Wolfgang Gentzsch völlig unerwartet:
„Wir haben erst mal geschluckt, als wir das gelesen haben“, erinnert sich der Chef der Genias Software GmbH im oberpfälzischen Neutraubling. Die Supercomputer-Experten der US-Raumfahrtagentur hatten „Codine“, eine Genias-Eigenentwicklung, mit elf amerikanischen Programmen verglichen und legten nun die Auswertung vor. Resultat: Die Software aus der Oberpfalz erfüllte auf Anhieb mehr der geforderten Kriterien als jedes der US-Konkurrenzprodukte – Sieger nach Punkten (siehe Kasten Seite 32).

Das transatlantische Lob war auch für den Geldgeber von Genias, die Münchner Atlas Venture GmbH, eine willkommene Überraschung. Seit dem Testbericht häufen sich nämlich schon Anfragen von Unternehmen aus dem Ausland, die ein solches Produkt gerne vertreiben würden. Ein derartiges Tempo bei der Markterschließung hatten die Wagnisfinanzierer dem Team des Unternehmers Gentzsch, der im Hauptberuf Informatikprofessor an der Fachhochschule Regensburg ist, gar nicht abverlangt. „Standards und Spezialitäten“ weiterlesen

Chip, Chip hurra )-: peinliche Headline :-(

Top/Business September 1994, Verlagsbeilage Bayern

 

Wenn es bei Computern und Kommunikation um die Standortfrage geht haben Deutschlands Nordlichter wenig Chancen. In dieser Branche führen fast alle Wege nach München.

Vom Streckennetz der großen Infobahn, auf der bald digitale Signale in Lichtgeschwindigkeit durch das globale Dorf flitzen sollen, existieren erst wenige Teilstücke. In Unterhaching, einem südlichen Vorort von München, liegt seit 1991 eine behelfsmäßige Auffahrt, die bereits heute eine enorme Verkehrsdichte aufweist. Immer mehr Computerbesitzer fädeln sich dort im Schritttempo in das Datennetz des Dienstleisters Compuserve ein und tauschen via Columbus (Ohio) Botschaften mit anderen Bürgern der virtuellen Welt – mit Privatleuten, mit Freaks und sogar mit Forschern, deren Workstations im weltweiten Wissenschaftsnetz Internet hängen.

Daß die deutsche Niederlassung von Compuserve ihren Sitz nicht am Rande von Hamburg, Köln oder Berlin hat, ist kein Zufall. Nirgendwo im Lande gibt es eine vergleichbare Ansammlung potentieller Teilnehmer wie im Raum München: Zum einen ist die bayerische Metropole die unangefochtene Hauptstadt der Elektronik- und Computer-Fachpresse – mit den Verlagen IDG, Magna Media, Vogel, Weka und Ziff -, zum anderen wimmelt es im Umfeld des Elektronik-Platzhirsches Siemens von Niederlassungen amerikanischer DV-Firmen, deren Mitarbeiter ebenfalls ein Faible für elektronische Post haben.

Compuserve gehört bereits zur vierten Welle der Zuzügler aus der Informations- und Kommunikationstechnik. Die erste kleine Woge war 1963 angerollt. „Chip, Chip hurra )-: peinliche Headline :-(„ weiterlesen