Das Zünglein an der Wasserwaage – und andere Pannen

Der Jury-Chef von Pressefoto Bayern, Hans-Eberhard Hess, beklagte sich im Dezember 2010 über die „visuelle Legasthenie“ von Redakteuren, die Texte mit Bildern schmücken, die nichts mit dem Artikel zu tun hätten. Nicht einmal die BU stelle einen Zusammenhang her. Er muss so etwas gemeint haben:

Wenn die Wasserwaage nicht leckt, hat sie auch kein Zünglein

* * * * *

Korrekturmeldung vom 4. Mai 2011

Da musste es wohl wieder mal schnell gehen. So schnell, dass dem Autor nicht auffiel, dass der als Quelle genutzte Text unter der Rubrik „Wahrheit“ stand, wo bekanntlich alles steht bis auf dieselbe – eine Anspielung auf die Prawda. Die taz bemerkte – oder kommentierte – den Vorfall erst eine gute Woche später: Der auf die Seite Drei gelassene Autor sei „auf die Wahrheit hereingefallen“. Selbst danach ließ sich die SZ noch eine Woche Zeit für das kleinlaute Geständnis, in dem die „Wahrheit“ natürlich nicht vorkommt.

* * * * *

„Seit mehr als 80 Jahren stellt der niederländische Elektronik-Konzern TV-Geräte her.“

Geheime Erkenntnis der SZ-Redaktion (Wirtschaft, 19.4.2011, „Philips drückt den Ausknopf“). Der Rest der Welt betrieb 1930 jedenfalls noch Grundlagenforschung in der Fernsehtechnik – und auch Philips hat damals noch keine Geräte verkauft.

* * * * *

„Jeder iPhone-Besucher kann mit einem Computer sein Profil auslesen.“

Behauptung aus der Rubrik „Dolmetscher“, in der die Wirtschaftsredaktion der SZ vermeintliche IT-Fachbegriffe glossiert. Thema am 27.4.2011: „Reality Distortion.“ Diese Wirklichkeitsverzerrung, „Das Zünglein an der Wasserwaage – und andere Pannen“ weiterlesen

Handelsblatt rüstet iMacs auf

Der neue iMac soll vier Intel-Prozessoren des Typs Core i5 haben, behauptet das Handelsbla(tt). Das wäre 16 Prozessorkerne. Ganz so dolle ist es nicht. Es ist EIN Prozessor mit vier Kernen. Also anders gesagt vier Prozessoren in einem Chip.

Kernspaltung?

 

 

 

 

Im übrigen irritiert mich das Wort „ANZEIGE“ über dem Foto.

Endeavour macht Handelsblatt Probleme

Ja, was denn nun?

Hier konnte sich die Redaktion des Handelsblattes wohl nicht entscheiden, was der aktuelle Stand der Dinge sein könnte. Man hätte es ja vielleicht am Wochentag erkennen können. Merke: Nichts ist so alt wie die E-Mail von gestern.

Mailticker von Handelsblatt online, Montag, 2. Mai 2011, 10:02 Uhr

 

 

Science-fiction-Zombie in der SZ: Der Kühlschrank-Füll-Dich

Aus der Süddeutschen Zeitung

Nein, den Kühlschrank-Füll-Dich gab es nicht, gibt es nicht und wird es nicht geben, aus den verschiedensten technischen und psychologischen Gründen. Er ist und bleibt eine Urban Legend, die zurückgeht auf zwei Kühlschränke mit Touchscreen-Monitor in der Tür. Niemand wollte die Dinger haben. Ob der Kühlschrank selbst die Milch bei einem Online-Shop bestellt oder nur seinem Herrchen eine Mail aufs iPhone schickt, ist Nebensache.

Ich habe den Kollegen, dem diese literarische Ausschmückung eines Technik-Themas eingefallen ist, gebeten, solche von Experten als „Running Gag“ klassifizierten Storys künftig für sich zu behalten. So etwas lässt uns Journalisten als Dampfplauderer erscheinen, die einfach irgendwas hinschreiben.

Und ich bitte hiermit die Redaktion der SZ darum, Beiträge von freien Kollegen, in denen derart kühne Behauptungen stehen, nachzurecherchieren, statt aus dem größten Unsinn auch noch Zwischentitel zu bauen.

Bin ich denn blöd?

Vorsicht: Jetzt kommt das schlaue Zuhause, das Energiesparen zur Wissenschaft macht.

Der Energieriese, der bei uns früher das Strommonopol hatte, kann sich nur schwer mit unserer Dummheit abfinden. Wir waren eines Tages so töricht, zu kündigen und unsere Elektrizität bei einem dieser regionalen Energiezwerge mit Hang zu Naturstrom zu bestellen. Obwohl uns hätte eigentlich klar sein müssen, dass so einer uns keine technologische Brücke in eine Zukunft bauen kann, in der es keine Kernreaktoren mehr gibt. Allein schon, weil er jeden Euro in grüne Kraftwerke steckt anstatt in grüne Imagekampagnen. Da der liebe Gott gerade nicht genug Hirn vorrätig hatte, das er auf uns hätte herniederwerfen können, hat sich der Energieriese nun höchstselbst unser erbarmt „Bin ich denn blöd?“ weiterlesen