Schön, wenn sich junge Kollegen nicht nur mit modernster Digitaltechnik befassen, sondern sich auch für Technikgeschichte interessieren. Was am Ende dabei herauskommt, sollte allerdings Hand und Fuß haben.
Beim Durchblättern der Medienseiten der Süddeutschen, zu deren Lektüre ich in den vergangenen Wochen nicht gekommen war, entdeckte ich einen Text des Kollegen Johannes B., der die Kunst des Lattenschusses recht gut beherrscht und mich motiviert hat, die gute alte Blog-Rubrik „Ja, liest denn keiner mehr gegen?“ fortzusetzen.
Also schrieb der Autor in seinem Abgesang auf den „guten alten Kasten“ alias Fernsehgerät:
„Oft standen Markengeräte von Grundig und Braun im Wohnzimmer, klangvolle Namen. In den Neunzigern und Nullern dann eher ein Gerät von Bang und Olufsen.“
Möglicherweise hat der junge Kollege ja seine Kindheit und Jugend in Grünwald verbracht oder in einem Haus am Sonnenufer eines besseren oberbayerischen Sees, mindestens aber in Bogenhausen. Sonst könnte sich die Vokabel „oft“ nicht in diesen Satz verirrt haben. OFT standen in der Zeit, als Braun noch Fernseher baute, in Wohnzimmern normaler Bürger keine Geräte dieser Marke, „Jungredakteure wissen nichts vom Fernseher“ weiterlesen



