Münchner Richter empfiehlt „freundliche Berichterstattung“

Die Süddeutsche Zeitung berichtet über einen Rechtsstreit, der offenbart, wie tief manche Medien gesunken sind (falls sie im speziellen Fall nicht schon länger dort unten waren, wo man sie jetzt sieht) – und welche Ahnung manche Richter von Presserecht und -kodex haben. Nämlich so gut wie keine.

Es geht um einen gealterten Münchner Stenz namens Roberto B., der seit Jahrzehnten in Symbiose mit der Tratschpresse lebt. „Münchner Richter empfiehlt „freundliche Berichterstattung““ weiterlesen

„Facebook-Party“: keine Lappalie

Am Samstag ging’s heiß her in unserer kleinen Marktgemeinde: 18.000 Facebooker hatten sich – wenn auch größtenteils aus „Jux“, nämlich um Bayerns Bereitschaftspolizisten  (BePo) das freie Wochenende zu versauen – in Kaufering angesagt, um am Baggersee mit einer 13-Jährigen Kindergeburtstag zu feiern. Nur um mal die Dimension zu verdeutlichen: Das wären fast doppelt so viele „Gäste“ wie Einwohner gewesen.

Manche Menschen, auch Leserbriefschreiber bei unserer örtlichen Tageszeitung, halten den Aufwand für übertrieben, mit dem Landrat, Bürgermeister und Polizei auf die Bedrohung des öffentlichen Friedens reagiert haben. Immerhin hätte sich von den paar Hundert Besuchern, die sich am Ende trotz strafbewehrten Open-Air-Partyverbots bei uns vergnügten, wohl jeder seinen persönlichen Polizeibeamten aussuchen können.

Wer die Abschreckung im Vorfeld und den Auftritt der zum Teil aus der Bamberger Gegend herbeorderten BePo-Einheiten zu drakonisch oder zu martialisch hält, der möge bedenken, dass Kauferings Bürgermeister Erich Püttner ein berechtigtes Interesse daran hatte, nicht mit Adolf Sauerland in einem Atemzug genannt zu werden – und auch wir Bürger nicht erleben wollten, was den Duisburgern vor zwei Jahren passiert ist. „„Facebook-Party“: keine Lappalie“ weiterlesen

Ich lerne nicht programmieren

„Wenn wir die Digitalisierung wirklich begreifen wollten, dann müssten wir Programmieren lernen. Das werde bald so wichtig sein wie Lesen, Schreiben und Rechnen.“

Niklas Hofmann zitiert in der Süddeutschen Markus Beckedahl

Um Auto zu fahren, brauche ich nicht in der Lage zu sein, selbst ein Auto zu konstruieren. Ich muss es nur sicher beherrschen und die Verkehrsregeln kennen. Der Irrglaube, man lerne das Richtige über IT, wenn man sich mit Programmiersprachen befasst, zieht sich auch durch die Curricula für den Informatikunterricht an Schulen. Der produziert reihenweise digital-na(t)ive Analphabeten.

Das hat das Revier nicht verdient

Wenn man wie ich an der Ruhr aufgewachsen ist, blättert man natürlich ein Heftchen durch, das den Titel „RUHR.2012“ trägt und einem aus der Zeitung entgegenpurzelt – auch wenn der Untertitel „Das Magazin der Metropole Ruhr“ das Schlimmste ahnen lässt. Ein Fluss kann ja keine Metropole sein.

Leider erfüllt der Inhalt die Ahnung. Betulich-zeilenschinderische Texte, die mit „Content“ noch liebevoll umschrieben sind, stehen neben platten Werbeparolen und Bildunterschriften aus der Mottenkiste. Pars pro toto möchte ich nur dieses Beispiel herausgreifen, das aus einem Beitrag über einen „Nostalgie-Trip mit dem Roten Brummer“ stammt – eine „Schienenkreuzfahrt“ mit dem Uerdinger Schienenbus, den ich aus meiner Kindheit kenne:

aus "Ruhr.2012"
Neu? Wo ist hier etwas neu?

Eine solche Bildzeile hat das Foto des Essener Fotografen Ralph Lueger wirklich nicht verdient. „Das hat das Revier nicht verdient“ weiterlesen

Liechtensteiner Copycat

Können (angehende Medizin-) Studenten so dumm sein, dass sie auf ein solches Plagiat hereinfallen? Das „Infoportal“ wird von einem jungen bayerisch-tirolerischen Ehepaar betrieben, das nach Liechtenstein umgesiedelt ist und durch die wundersame Wirkung des deutschen Namensrechts an einen alten österreichischen Adelsnamen gelangt ist.

Die Pseudo-Underground-Uni-Website (hier das Original) ist aber bei weitem nicht das seltsamste Internet-Angebot der beiden. Sondern „Liechtensteiner Copycat“ weiterlesen