Wozu Urheberrecht? (2) – ACTA

Am Donnerstag ist die neue brand eins erschienen. Darin bin ich der „Guten Frage“ nachgegangen, wozu ACTA eigentlich gut sei. Ich spreche mich letztlich gegen das Anti-Counterfeit Trade Agreement aus – aber nicht aus den üblicherweise vorgebrachten Gründen – und zerpflücke die teilweise hanebüchenen Fehlinformationen, die monatelang über ACTA verbreitet wurden (bitte im Heft nachlesen; der Text bleibt wie üblich einen Monat hinter der papierenen Paywall, weil die Redaktion und ich von etwas leben müssen).

Kaum war das Heft in den Briefkästen und an den Kiosken, erreichte mich bei Google+ die erste Kritik. Absender: ein junger Leser, der die Ansicht vertritt, ich sei – sinngemäß – für solche Themen doch wohl leider eine Fehlbesetzung. Der unschwer als Sympathisant der Piratenpartei erkennbare Leser war schwer enttäuscht, dass jemand wie ich, der immer so tut, als kenne er sich im Internet aus, so etwas Unsägliches schreiben kann. „Wozu Urheberrecht? (2) – ACTA“ weiterlesen

Wozu Urheberrecht (1): TL, DR

Statt überall und nirgends meine Kommentare zur Urheberrechtsdiskussion zu hinterlassen und selbst den Überblick zu verlieren, was wo steht, drehe ich es heute um und poste hier bei mir daheim.

Das erlaubt mir, das, was ich sagen möchte, richtig zu dosieren, zu portionieren, zu strukturieren. Das Problem ist nämlich, dass viele Menschen nicht mehr die nötige Geduld aufbringen für längere Texte, jedenfalls nicht, wenn es sich um endlose Kommentar-Geplänkel handelt, die sie am Bildschirm lesen müssen. Eines der neuen Trendkürzel, die ich im vergangenen Jahr lernte, heißt:

TL, DR. Too long, didn’t read.

Die Leute lesen nicht zu Ende, was ihre intellektuellen Sparringspartner mitzuteilen haben. Sie geben ihren Senf zu einer Wurst, ohne zu wissen, ob der Senf von Aroma und Schärfe her zu dieser Wurst passt.

Reden ohne zuzuhören. Senden ohne zu empfangen. Aneinander vorbeireden. Nennen wir’s die Neue Oberflächlichkeit.

Sie sind nicht so. Sie sind hier.

Sie sind interessiert.

Ich lade Sie ein, sich als Leser/in einmal in die Lage der Urheber zu versetzen – und zu lernen, weshalb vieles, was in „DER Netzgemeinde“ (die es so ja gar nicht gibt) als wahr gilt, auf fundamentalen Missverständnissen und Vorurteilen beruht.

Wozu Urheberrecht?

Nehmen Sie sich Zeit, es herauszufinden. Hier.

Fragen Sie nach.

Fortsetzung folgt.

Déjà-vu im Web

Bernd Graff hat schon vor mehr als vier Jahren beobachtet, was heute unübersehbar ist.:

„Das Internet verkommt zu einem Debattierklub von Anonymen, Ahnungslosen und Denunzianten.“

Gewinner der Woche bei ViSdP…

ist…

„Ansgar Heveling

weil es dem bislang unbekannten Bundestags-Hinterbänkler gelungen ist, mit ein paar absichtsvoll unbedarften Äußerungen im Handelsblatt den stets empörungsbereiten Teil der Online-Öffentlichkeit zu aktivieren. Jetzt hat er seinen Shitstorm und ist berühmt. So geht das heute.“

V.iS.d.P. vom 3.2.2012

Das Traurige ist, dass es unter diesen Empörungsbereiten (das „bereit“ erinnert mich an die „Gewaltbereiten“, die ich eher als „gewaltwillig“ bis „gewalttätig“ ansehe) jede Couleur von selbstmitleidigen Dummköpfen gibt, die unfreiwillig den Abgeordneten Heveling in seiner Polemik bestätigen. Wer’s nicht glaubt: einfach oben den Handelsblatt-Link anklicken und zu den  Leserkommentaren wechseln!

2006: Das große Fernseh-Spiel

Das Handelsblatt hat im Moment ein großes Thema: Apples vermuteten Einstieg ins Fernsehgeschäft. Eigentlich ist es erstaunlich, dass das alles noch Zukunftsmusik ist und nicht längst Gegenwart. Den folgenden Beitrag habe ich vor fünf Jahren geschrieben – im BJVreport anlässlich der Münchner Medientage 2006. Die Illustration mit der Apple-Front-Row-Fernbedienung sollte symbolisieren, dass TV-Fernbedienungen, die wie Computertastaturen anmuten, eigentlich ausgedient haben.

Ob Computer und Fernseher zusammenwachsen, ist auch eine Frage der Ergonomie. Computertastaturen sind wenigstens genormt und beschriftet. Mit einer „Universal-Fernbedienung“ bewältigt der Zuschauer indes nur die Grundfunktionen von Fernseher und Recorder. Am radikalsten ist der Ansatz, gleich alle Funktionen in die Software zu verlagern: Die knopfarme Fernbedienung links gehört zu einem Multimedia-Computer.

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