Unsere Türklinke blitzt…

…denn gestern hat uns auch noch die Bürgermeisterkandidatin der Kauferinger Mitte einen (kurzfristig angekündigten) Hausbesuch abgestattet. Bis dahin kannten wir Bärbel Wagener-Bühler, die noch in München wohnt und arbeitet, nur von der großen Kandidatenschau des LT in der Lechau-Halle. Warum also möchte die Tochter von Altbürgermeister Klaus Bühler in die breiten Fußstapfen ihres Vaters treten, in denen Erich Püttner nie so richtig Halt fand?

Bärbel Wagener-Bühler (Kauferinger Mitte)

Wagener-Bühler kennt natürlich das Problem, dass sie für eine Marionette gehalten wird. Wer die Volljuristin für naiv hält, ist es selber. Wer sie unterschätzt, tut dies vielleicht auch, weil er (wie auch ich bis gestern) meint, sie trete unter ihrem Kosenamen an. Klaus Bühlers Söhne Nicki und Tobi heißen bekanntlich Nicolas und Tobias. Aber Bärbel heißt nicht Barbara. Sie ist wirklich auf den Namen getauft.

Im persönlichen Gespräch verströmt Wagener-Bühler den Ehrgeiz, es zu schaffen, obwohl sie Klaus Bühlers Tochter ist. „Unsere Türklinke blitzt…“ weiterlesen

Fair bleiben beim Kandidatencheck

Wer kann‘s am besten? LT-Redakteur Dominic Wimmer (links) fragt die Kandidaten ab

Manche Mitbürger wundern sich, dass ich mich mit Äußerungen zur Bürgermeisterwahl so zurückhalte, während ich beim Thema Rechts-vor-links kein Blatt vor den Mund nehme. Es stimmt auch, dass ich bei der vorigen Wahl keinen Hehl aus meiner Skepsis gemacht habe. Wie diesmal auch, hatten sich fünf Kandidaten auf großem Podium vorgestellt, und ich hatte zu allen eine ordentliche Distanz. Es sprang kein Funke über, vielleicht auch, weil alles so schnell gehen musste, dass niemand in seiner Lebensplanung hatte, 2012 das Bürgermeisteramt in Kaufering zu übernehmen. Zugleich lag der Phantomschmerz eines Klaus Bühler in der Luft, der nach dem Verlust seiner Macht nicht fassen konnte, dass es auch für ihn Grenzen gab. Da fällt das Lästern und Finger-in-die-Wunde-Legen leicht.

Diesmal sieht es ein wenig anders aus. Die Wahl kam nicht aus heiterem Himmel auf uns zu, Bewerber konnten sich darauf einstellen. Ein wenig überraschend war allenfalls, dass Bürgermeister Erich Püttner keine Wiederwahl anstrebt. Wer die Kandidatinnen und Kandidaten sind und warum sie sich für geeignet halten, hat aber Dominic Wimmer vom LT bereits in einer Serie ausführlich und fair dargestellt. Da konnte man sich schon ganz gut ein Bild machen. Nun bin ich ja auch kein Lokaljournalist und das hier ist kein Kaufering-Blog, sondern nur mein persönliches Fenster zum Netz, aus dem ich meist meinen Kollegen, manchmal auch meinen Mitbürgern hier am Ort etwas zurufe. Da ich viel um die Ohren hatte, hielt sich mein Bedürfnis, auch noch zur Wahl meinen Senf dazuzugeben, in Grenzen. „Fair bleiben beim Kandidatencheck“ weiterlesen

Nachtrag zur märchenhaften Verbands-AG DFJV

Kürzlich hatte ich an dieser Stelle über ein Fake-Jubiläum geschrieben, darüber, dass es vor 20 Jahren mitnichten einen Deutschen Fachjournalisten-Verband gab und heute nur eine Aktiengesellschaft, die sich erstaunlicherweise so nennen darf.

Diese Firma beruft sich ja seit jeher darauf, Rechtsnachfolgerin des Vereins zu sein, der von 1999 bis 2006 unter diesem Namen auftrat. Dies sei sie im Wege der Singularsukzession geworden, sprich: der Einzelrechtsnachfolge.

Das klingt oberflächlich betrachtet gut, bei näherem Hinsehen abenteuerlich.  Erstens ist die Singularsukzession per definitionem ein Vorgang, der sich nur auf ein einziges Rechtsverhältnis bezieht; typische Fälle finden sich im Erbrecht. Wenn der alte DFJV e.V. beispielsweise drei Angestellte hatte, die danach für die DFJV AG tätig wurden, gab es drei Singularsukzessionen. Also quasi Sukzession im Plural. Der Mietvertrag für die Geschäftsstelle war dementsprechend eine weitere Singularsukzession.

Interessant wird es bei Tausenden von Vereinsmitgliedern: Wenn wir mal der Einlassung folgen, es sei überhaupt möglich, die Rechtspflichten eines Vereins gegenüber einem Mitglied 1:1 auf eine Kapitalgesellschaft zu übertragen, hätte es sich hier um Tausende Singularsukzessionen gehandelt. Wo es aber nicht einen einzelnen Vorgang gab, muss auch jeder Einzelfall getrennt betrachtet werden. Damit bricht die öffentliche Darstellung des vermeintlichen Rechtsformwandels wie ein Kartenhaus in sich zusammen.

Wie aber soll, bitteschön, ein Apfel – d.h. die Vereinsmitgliedschaft – per Singularsukzession überhaupt zur Birne (oder besser zum Pullover oder Wienerschnitzel oder was auch immer) – d.h. zum Kundenverhältnis – werden können?  „Nachtrag zur märchenhaften Verbands-AG DFJV“ weiterlesen

Böses Foul, Landsberger Tagblatt! Ein offener Brief an meine Kollegen.

Liebe Kollegen beim Landsberger Tagblatt,

ich höre und lese ja immer wieder, dass Bürger uns Journalisten vorwerfen, wir machten unseren Job nicht richtig. Es heißt, dass wir Themen verpennen, dass wir nicht schreiben, was Sache ist oder dass wir mit Fotos manipulieren. Das schmerzt mich, und als Vorstandsmitglied des Bayerischen Journalisten-Verbandes kann ich dem nicht gleichgültig gegenüberstehen.

Heute muss ich leider in meiner Eigenschaft als Bürger der Gemeinde Kaufering konstatieren, dass an diesen Vorwürfen manchmal etwas dran ist, und ich muss es Ihnen anlasten. In der Samstagsausgabe berichten Sie unter der Überschrift „Jetzt sind die Schilder da“ über die überstürzte Verwandlung unseres Orts in eine faktisch flächendeckende Rechts-vor-links-Zone völlig verspätet mit einem die Wirklichkeit wissentlich verfälschenden Foto und einem Text, der wesentliche Sachverhalte nicht korrekt rüberbringt.

Der Autofahrer war aufmerksam. Er fuhr langsam genug, um den Text auf dem halb von Bäumen verdeckten Schild rechtzeitig zu lesen. Aus dem Landsberger Tagblatt wusste er nicht, dass hier rechts vor links gilt.

Zur Sache: Ich bin einer von Tausenden Kauferingern, die sich vorige Woche ohne Vorwarnung, im wahrsten Sinn des Wortes über Nacht, in einer Tempo-30-Zone wiederfanden. Am Mittwochmorgen radelte ich durch die Eschenstraße – für Ortsfremde: das ist ein winziges, beschauliches Nebensträßchen – und staunte nicht schlecht, als ein von links kommender Autofahrer meinetwegen anhielt (siehe Foto, ich kam von rechts). Er fuhr auf der Kolpingstraße – für Ortsfremde: das ist DIE Nord-Süd-Verbindung, zugleich DIE Einkaufsstraße mit Supermärkten, anderen Läden und weiterem Gewerbe auf der Ostseite (im Bild links) sowie Wohnhäusern auf der Westseite. Hier gibt es viel Lieferverkehr, auch mit großen Lastzügen. „Böses Foul, Landsberger Tagblatt! Ein offener Brief an meine Kollegen.“ weiterlesen

Tempo 30 – zum Glück haben wir hier keine AfD

Das Land Niedersachsen plant einen Modellversuch mit Tempo 30 auf Hauptstraßen – und liefert mit diesem vermeidbaren Unfug der AfD eine Steilvorlage.