Dass Herr Grube mit Vornamen Bahnchef heißt, wusste ich. Dass es einen Herrn Freenet gibt, der mit Vornamen Vilanek heißt, nicht. Danke, liebes Handelsblatt.
Nachtrag vom Donnerstagabend: Der „Unternehmenschef Vilanek Freenet“ kam vorhin zum dritten Mal über den Handelsblatt-Newsticker. Das bestätigt meinen lang gehegten Verdacht, dass da niemand mehr aufs Knöpfchen drücken muss, um die Contentschleuder auszulösen. Da ist ein Roboter am Werk, und da Roboter nichts gegenlesen, geht derselbe Fehler immer wieder raus.
Nachtrag vom Samstagabend: Falls Sie nachsehen möchten, wie lange sich so ein Fehler hält, ohne dass es einer merkt: hier der Link.
Die Deutsche Presse-Agentur mag groß sein, aber nicht so groß, wie H. P. Siebenhaar vom Handelsblatt sie macht. Kann ja mal passieren, dass an der Tastatur das Komma klemmt, das zwischen 87 und 8 gehört hätte. Also: Es waren 87,8 Millionen Euro.
Quelle: Handelsblatt online, 29.6.2011
Nachtrag 30. Juni, abends: Obwohl seit 22 Stunden ein Kommentar vorliegt, der auf den Fehler hinweist, hat noch niemand reagiert. Der verzehnfachte Umsatz ist immer noch online. Das heißt: Die Redakteure werden nicht automatisch benachrichtigt, wenn jemand ihre Meldungen kommentiert, und offenbar gibt es auch niemanden, der diesen Job gesammelt für die Kollegen übernimmt. Kommentare sind nur für die anderen Leser da; der Redaktion sind sie schnurz. Handelsblatt Online: eine Einbahnstraße.
Nachtrag 2. Juli, abends: Nein, niemand bemerkt den Lapsus. Wenn Sie nachsehen möchten: hier der Link. Sollten Sie entdecken, dass der Fehler korrigiert wurde, hinterlassen Sie bitte hier einen Kommentar. Danke. (Wenn die das in drei Wochen immer noch nicht geändert haben, petze ich bei Niggemeier. ;-))
Soso, Google – das Unternehmen, das ungeniert Landkarten mit zehn Jahre alten Fotos ins Internet stellt und neue Bundesstraßen auch nach zwei Jahren noch nicht zur Kenntnis nimmt, ist wach, aber die Telekom schläft?
Was für ein schönes Vorurteil, Herr SZ-Kollege und Google-Fan! Dummerweise war die Telekom – so wenig man sie mögen muss – schon vor zwei Jahren an dem Thema dran, jetzt kommt die praktische Umsetzung.
Christoph Keese kennt sich mit Journalisten aus, schließlich war er selbst lange einer von uns. Heute ist er aber Chef-Lobbyist eines Unternehmens, das Bibeln,Zahnbürsten und viele andere Produkte unters Volk bringt. Offizielle Berufsbezeichnung: Konzerngeschäftsführer Public Affairs der Axel Springer AG.
„Mehr als acht Milliarden Euro Jahresbudget der öffentlichen Sender zerrütten den entstehenden unabhängigen Journalismus, wenn sie ungebremst ins Internet vordringen.“
Warum das? Weil die Tagesschau eine Nachrichten-App für iGeräte verschenkt, die laut Keese so „vorzüglich“ gemacht ist, dass seine Leute nichts Besseres bieten können? „Springer-Hierarch lobt ARD-Journalisten“ weiterlesen