Da gibt es Leser, die einen (sehr dummen) Fehler entdecken und sogar zum Handy greifen, um die Redaktion darauf hinzuweisen. Vier Tage später sieht das Schiff immer noch wie eine Katze aus.
Hauptsache Foto…
…egal was drauf ist, dachte sich wohl die Handelsblatt-Online-Redaktion. „Kabel“ ist Kabel. Da kann man als Symbolbild einfach ein LAN-Kabel vom Computer nehmen, auch wenn das den Betrachter auf den Holzweg führt. Es geht nämlich gar nicht um Kabel, also Kupferadern in PVC-Mänteln, sondern um das, was die Amerikaner unter „Cable“ verstehen: Kabelfernsehen. Leider werden dessen Signale nicht über bunte Datenkabel mit bunten Steckern im High-Tech-Look übertragen, sondern über schlichte Koaxialkabel mit einer optisch langweiligen weißen oder schwarzen Kupplung, wie man sie seit Jahrzehnten von der Hausantenne kennt.
Die Blickfang-Idee ist ausbaufähig: Wenn es um den schnöden Straßenverkehr in Castrop-Rauxel geht, bietet sich ein Bild von der Rallye Monte Carlo an. Und Angela Merkel wird durch Heidi Klum ersetzt.
Anzeigen, die man ablehnen müsste (I)
Welche Verzweiflung treibt die Anzeigenabteilung der Süddeutschen, ihrem Kunden Media-Saturn dieses unverschämte Anzeigenmotiv nicht um die Ohren zu hauen, sondern zu drucken?
Ehec: Zweite allgemeine Verunsicherung
Und er kommt zu dem Ergebnis:
„Nur ein Traum war das Erlebnis.
Weil“, so schließt er messerscharf,
„nicht sein kann, was nicht sein darf.“Christian Morgenstern, Die unmögliche Tatsache
Wenn eine Zeitung sich einmal auf die Linie festgelegt hat, die unüberlegten Warnungen vor Gurken, Tomaten und Salat nicht mit der gebotenen Distanz zu behandeln, sondern sie unkritisch wiederzukäuen, dann darf sie Entwarnungen natürlich nicht ernst nehmen. So kann sie gleichzeitig sich selbst treu bleiben und mit etwas Verspätung die kritische Attitüde zeigen, die man von ihr erwartet.
„Ehec und kein Ende: Salat, Gurken und Tomaten sollen plötzlich wieder harmlos sein. Die Unsicherheit bleibt“
So untertitelt die Panorama-Redaktion der SZ heute ihren Bericht, in dem sie die Schuldsvermutung gegen die verdächtigten Gemüsesorten mühsam aufrecht erhält. Die Fotos der Delinquenten kommen mit einer ähnlich zweiflerisch-spöttischen, freilich von keinerlei Recherche gestützten Bildunterschrift daher:
„Drei Unschuldige und eine Täterin? „Ehec: Zweite allgemeine Verunsicherung“ weiterlesen
Fehlerverfertiger und Goldmatratzen
Armer Kollege Reinhard Brembeck: Ein Schlussredakteur bei der Süddeutschen hat die automatische Rechtschreibkorrektur über den Beitrag „Traumklangverfertiger“ laufen lassen und versehentlich die schwachsinnigen Verschlimmbesserungsvorschläge der Software per Mausklick akzeptiert. Aus „kantenlosem Schönklang“, nur so als Beispiel, wurde so der „faltenlose Schönling“.
Die SZ braucht aber keinen überlasteten DAU in der Schlussredaktion, um Unsinn in Druck gehen zu lassen. Aktuelle Beispiele gefällig?
– Schlimm genug, dass 6000 Hektar (also 60 Quadratkilometer) schönen Bayernlandes pro Jahr zubetoniert werden. Aber das ist nicht, wie das Wirtschaftsressort (9.6.) meint, die Fläche einer Stadt wie Augsburg, sondern nicht einmal die Hälfte (von 147 Quadratkilometern).
– Die IP-Adressen bestehen nicht aus 32 oder 128 Ziffern (Wirtschaft, 8.6., „Dolmetscher“), sondern aus 32 oder 128 Einsen und Nullen (Binärzahlen). In Ziffern (Dezimalzahlen) sind es bei IPv4 gerade mal elf bis zu zwölf.
– 32 Jahre sind zum Glück nicht, wie in der Politik (9.6.) zu lesen, die „relativ großzügige Restlaufzeit“, „Fehlerverfertiger und Goldmatratzen“ weiterlesen




