Anzeigen, die man ablehnen müsste (I)

Welche Verzweiflung treibt die Anzeigenabteilung der Süddeutschen, ihrem Kunden Media-Saturn dieses unverschämte Anzeigenmotiv nicht um die Ohren zu hauen, sondern zu drucken?

 

 

Der Elektronikhändler spart nicht Papier, das spart der Verlag. Der Inserent spart – anders als seine Kunden, die den gleichen Preis bezahlen, egal wie geworben wird – Geld. Und zwar massiv. Eine Seite statt einer achtseitigen Beilage: Wenn dieser Versuchsballon tatsächlich die erforderliche Flughöhe erreicht und daraus eine neue Werbestrategie wird, kostet das den Verlag Millionen im Jahr, denn Media-Saturn ist der größte Anzeigenkunde. Das Geld muss der Verlag anders wieder reinholen: durch weitere Einsparungen in der Redaktion (Ersatz erfahrener Redakteure durch willige, aber heillos überforderte Anfänger, wie sie heute schon der Zeitung brutal zusetzen) plus deftige Erhöhung des Abopreises.

„Sie sparen Geld“? Eine dreiste Werbelüge, für die sich der Verlag nicht hätte hergeben müssen. Denn zu Ende gedacht zahlen Leser, die sich davon in die Märkte locken lassen, ebenso drauf wie der Verlag.

Meine Konsequenz: Ich werde die Webseiten von Mediamarkt und Saturn ab sofort meiden und in den Läden nichts mehr kaufen. Egal zu welchem Preis. Möge der Versuchsballon abstürzen! (Ich weiß, der Wunsch ist naiv.)

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