Urteilsbegrundlosigkeit

Kein frischer, aber ein dennoch bemerkenswerter Quatsch aus dem Hirn einer Juristin (!) Dame, die sich als „vors.“ (itzende?) „Richterin am LSG Berlin“ ausgibt, nach allgemeiner Lesart also am Landessozialgericht der Länder Berlin und Brandenburg. Wie sie nun wissen lässt (siehe Kommentare), war damit das Landesschiedsgericht der PiPa gemeint. Offenbar sind die Piratisten so betriebsblind, dass sie meinen, aller Welt seien ihre parteiinternen Kürzel vertraut.

68. Je näher man Urhebern – wie Designern, Musikern und vielen anderen – steht, desto schneller wird einem klar: Wenn diese Leute nicht angemessen entlohnt werden, können sie es sich nicht leisten, neue Inhalte zu produzieren. Deshalb ist es für mich ganz natürlich, für die Inhalte zu bezahlen, von denen ich mehr sehen möchte. Ich bin jedoch nicht gewillt, über den Preis einer CD die 27. Retorten-Realityshow-Band von Dieter Bohlen und Konsorten zu finanzieren.

Daniela Berger, Software-Entwicklerin, Pirat, vors. Richterin am LSG Berlin

Klarmachen zum Ändern!

Abgesehen davon, dass ich zwar Nebenerwerbslandwirte kenne, aber keine Nebenerwerbsrichter, die eigentlich sonst in der Softwareentwicklung arbeiten, finde ich es ziemlich dadaistisch, was die Dame schreibt.

Auch ich bin nicht gewillt, die wievielauchimmerte Bohlenband zu finanzieren. Deshalb kaufe ich keine CDs von denen. Ich schaue mir die Sendungen auch nicht an. Ich kaufe mit Ausnahme von Nutella (einem Grundnahrungsmittel mehrerer Familienmitglieder) nicht einmal die typischerweise auf RTL beworbenen Produkte. Also auch keine Umwegfinanzierung. Kurzum: Wären alle wie ich, würde Didä verhungän. Auch Frau Berger wird nicht gezwungen, den Lebensunterhalt dieses Herrn zu sichern. Weshalb fordert sie dann also ein „neues Urheberrecht“?

Ich hoffe, ihre Urteilsbegründungen und ihr Programmcode sind logischer.

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5 Antworten auf „Urteilsbegrundlosigkeit“

  1. Erstens, ich bin keine Juristin. Habe ich nie behauptet.
    Nichtsdestotrotz haben die Berliner Piraten mich in unser Schiedsgericht gewählt, das aus drei Laien und zwei Volljuristen besteht.

    Zweitens war mein Beitrag nicht in erster Linie als Werbung für ein neues Urheberrecht, sondern für eine angemessene Vergütung von Künstlern gemeint.

    1. Erstens:
      Das LSG ist das Landessozialgericht, in diesem Fall also das Landessozialgericht Berlin-Brandenburg. Sich als Vorsitzende Richterin am LSG Berlin auszugeben – wo es, wie ich vor Eintreffen dieses Kommentars selbst gecheckt hatte, tatsächlich keine Richterin namens Berger gibt – dürfte justiziabel sein. Ich würde dringend empfehlen, diese Angeberei sein zu lassen, bevor die echten Richter wirklich Ärger machen.

      Zweitens:
      Wenn es darum geht, führt wohlfeiles Bohlenbashing nicht weiter.

      1. Das ist ein guter Hinweis.

        Da ich nur mit dem Landesschiedsgericht der Piraten zu tun habe und ansonsten keine Überschneidungen mit der Judikative habe, ist mir schlicht nicht aufgefallen, dass die Abkürzung „LSG“ schon vorbesetzt sein könnte.

        Das ist in der Tat äußerst mißverständlich.
        Ich entschuldige mich für diese unabsichtliche Irreführung.

  2. Hallo,

    da ich die trackbacks auf piratenpartei.de freischalte eine Anmerkung zu deinem Rant: doch du finanzierst sehr wohl Dieter Bohlen und co. Über Leerabgaben auf Datenträger und alle anderen Umwege, die zur GEMA führen.

    Ansonsten gibt es jede Menge weitere Gründe ein neues Urheberrecht zu fordern, wenn man sich das ganze mal etwas näher anschaut.

    1. Was für eine Haarspalterei! Wenn ich selbst Haare spalten wollte, würde ich jetzt schreiben: Ich schütte Geld in den Großen Topf der Gema, wenn ich Datenträger etc. kaufe. Aus diesem Großen Topf bekommt auch Bohlen Geld. Jetzt weist mir doch bitte mal anhand digitaler Signaturen nach, dass meine Cents auf Bohlens Konto gelandet sind. 🙂

      Es ist so: Ich trage im Gegensatz zu vielen Mitbürgern in keiner Weise dazu bei, dass Bohlen bei der GEMA Punkte sammelt, welche er braucht, um an der Ausschüttung teilzunehmen.

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