Momentum mal

Der altphilologisch versierte Kollege Hermann Unterstöger nimmt sich in seinem Sprachlabor (Süddeutsche von heute, Forum) auf Leserwunsch des Begriffs „Momentum“ an, der sich in zweifacher Ausführung in einen Beitrag über US-Truppen in Afghanistan eingeschlichen hatte. Der hochgeschätzte Sprachpfleger Unterstöger sucht die Erklärung im Lateinischen, und wenn da nichts trefflich Passendes zu finden ist, so mag dies daran liegen, dass es sich um einen neulateinisch daherkommenden Anglizismus handelt, mit dem bereits das mit der Eindeutschung der amerikanischen Nachrichtenquelle betraute Redaktionsmitglied offensichtlich nichts hatte anfangen können.

Momentum ist seit einigen Jahren ein Modewort in den USA, es leitet sich ab vom sächlichen Moment (wie in „das Drehmoment“) und bedeutet ursprünglich Wucht oder Schwung, ist aber auch ein beliebtes Synonym für Dynamik, Vortrieb, Schmackes.

Das klingt alles leider nicht halb so hochtrabend, weswegen ich die Prognose wage, dass wir von Momenta (hoffentlich kommt keiner auf die weitere Missverständnisse provozierende Idee, den Plural „Momenten“ zu bilden!) noch viel lesen und hören werden.

Sie rufen innerhalb unserer Bürozeiten an

„Dies ist die Sprachbox von 0228 37 66 31. Bitte sprechen Sie nach dem Signalton.“

Ansage auf der Nummer des „BPjM Service-Telefons“, also der Hotline der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien, während der Kernarbeitszeit dieser Behörde (Freitag, 12:25 Uhr).

„Tuuut … tuuut … tuuut … tuuut … tuuut …tuuut … tuuut …tuuut … tuuut …tuuut … tuuut …tuuut … tuuut …tuuut … tuuut …tututututututututututut

Frei- und anschließendes Besetztzeichen auf der Haupt-Rufnummer der BPjM während der Kernarbeitszeit dieser Behörde (Freitag, 12:29 Uhr).


Newsticker ohne Worte

Bei manchen Nachrichten ist man so sprachlos, dass eine Überschrift völlig ausreicht.

Quelle: Handelsblatt Newsticker

Gebührenzahler gabutt

Nein, stimmt nicht. Beim Korruptionsfall Kika wurde nicht der Gebührenzahler, sondern der Gebührenzähler beschädigt. Ach ne, nicht be-, sondern geschädigt.

Wusste gar nicht, dass es bei der GEZ überhaupt solche Geräte gibt. So was kannte ich nur von der Bundespost Telekom.

(Quelle: Handelsblatt-Newsticker)

Verleger vergraulen motivierten Nachwuchs

„Wir sind Idealisten. Wir lieben diesen Beruf. Und wir glauben, dass Medien eine wichtige Rolle in der Demokratie spielen. Aber wissen Sie was? Wenn Sie die Löhne so drastisch senken, geben Sie uns das Gefühl, dass Sie nicht mehr so recht an den Journalismus glauben. Es wirkt auf uns, als wären Zeitungen für Sie nur noch Spekulationsobjekte, die bis zum endgültigen Zusammenbruch des Geschäftsmodells eine größtmögliche Rendite abwerfen sollen.“

Aus einem Offenen Brief junger Journalisten auf openpetition.de (via meedia)