Leistungsschutzrecht? Gefällt wohl niemandem.

Meldung aus dem na-Presseportal

Vor genau einer Woche hat der Zeitungsverlegerverband zum Abschluss der Münchner Medientage Google wegen Äußerungen zum Leistungsschutzrecht attackiert – per Pressemitteilung, die auch über „news aktuell“ verbreitet wurde, eine Tochter der dpa.

Dort kann die Zielgruppe – Journalisten und andere Menschen, die aus beruflichen Gründen PR-Texte freiwillig lesen – inzwischen ihr Gefallen via Facebook bekunden. Wie man sieht, gab es in dieser Woche niemanden, der fand: „Gefällt mir.“

Die Farbe der IBM oder Big Blues im Wirtschaftsteil

„Der in Anlehnung an sein Firmenlogo Big Blue genannte Konzern…“

So ein Unsinn (heute im Wirtschaftsteil – offline – unter der konstruierten Boulevard-Headline „Apple knackt IBM“ gefunden) kommt von Online-Recherche ohne Hintergrundwissen.

Ja, es gibt einige Schlaumeier-Websites, die so tun, als hätte IBM seinen Spitznamen wegen des Logos. Wer den Quatsch von wem abgeschrieben haben mag, weiß ich nicht.

Tja, früher war das Logo gar nicht blau. Es war meistens schwarz oder weiß, selten rot, grün oder rot-grün-blau. Gleichwohl hieß IBM schon „Big Blue“.

Das Modell 4381 aus den 80er Jahren war groß und blau.

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Blogger oder Nicht-Blogger?

Das ist für mich nicht die Frage. Jedenfalls nicht die, auf die es ankommt. Ja, ich blogge, denn schließlich nutze ich ja eine Blogger-Software. Dennoch maße ich mir nicht an, ein richtiger Blogger zu sein. Richtige Blogger haben andere Prioritäten im Leben als ich.

Zwar sitze auch ich den lieben langen Tag am Computer (mit dem ich übrigens weitaus vertrauter bin als die meisten derer, die sich heute für „Digital Natives“ halten). Aber mein Herz hängt an den Alten Medien. An der Tageszeitung am Morgen, die meine Sinne ganz anders anspricht als eine Newssite im Web. An gedruckten Zeitschriften, diesen oft wunderbaren Relikten des Gutenbergschen Semimillenniums, an gutem Hörfunk ohne Werbegefasel und an interessanten Fernsehsendungen.

Follower zu suchen, die vor dem Zuendelesen eines 140-Zeichen-Tweets gedanklich schon beim nächsten sind, überlasse ich deshalb gerne anderen. Mein Publikum sind Leser, die sich Zeit und Muße nehmen, ein Magazin in die Hand zu nehmen und Texte auf sich wirken zu lassen, die nicht für den Augenblick bestimmt sind, sondern als Anregung zum Nachdenken.

Darum habe ich gar nicht den Ehrgeiz, in den täglichen Wettlauf um das meistzitierte und verlinkte Blog (ich bin einer von der „Dasblog“-Fraktion) einzusteigen. Natürlich freue ich mich, wenn jemand mich in seinem Newsfeed haben will, aber News gibt es hier selten.

Statt dessen: neue Gedanken, mit denen ich vielleicht die eine oder den anderen auf ebensolche bringe. Gedanken über den Journalismus und seine Zukunft, über die Leuchten unserer Zunft und andere Leutchen, über „meinen“ Journalistenverband und andere Organisationen, über unsere Sprache, Absurditäten des Alltags und Spitzenleistungen supergenialer PR-Profis.

Wer etwas über mich und meine Arbeit erfahren will, findet eine Menge davon gleich hier nebenan im Archiv, das sich in weiten Teilen wie eine Chronik der Entwicklung des Computers und der digitalen Medien liest. Ich habe mir den Spaß erlaubt, so zu tun, als gebe es die Wortpresse schon seit Jahrzehnten: Alle Archivtexte (die ältesten stammen aus den Achtzigern) sind konsequent nach dem Zeitpunkt der Erstveröffentlichung im Printmedium sortiert und natürlich im Volltext durchsuchbar.

Allerdings ist dies weder eine Verkaufs- noch eine Verschenkplattform. Wer sich ungefragt bzw. unerlaubt aus dem Archiv bedient und meine Beiträge offline oder online publiziert, erklärt sich mit einer saftigen Rechnung in doppelter Höhe meines üblichen Honorars einverstanden (schmückt jemand sich selbst mit meinen Federn, gilt der vierfache Satz). Dies gilt analog für Fotos. Jeder, der die Nutzungsrechte erwerben möchte, kann mich gerne kontaktieren.

Zuletzt bearbeitet am 19. Oktober 2010

Abmahnfake mit Aktenzeichen

Videorama ist ein Anbieter von filmischem Content für Erwachsene, Florian Giese ein unbescholtener Rechtsanwalt. Sollten Sie eine E-Mail erhalten haben, deren Absender vorgibt, Herr Giese zu sein, und Ihnen namens des Mandanten Videorama vorwirft, von Ihrem Internetanschluss aus seien urheberrechtliche Straftaten mit mp3-Dateien begangen worden: Vergessen Sie’s! Machen Sie nicht Ihren Nachwuchs oder Ehepartner zur Schnecke! Die Kids sind unschuldig (zumindest wäre diese Mail kein Beweis ihrer Schuld). Bewahren Sie die Ruhe, googlen Sie den Anwalt.

Ganz unclever sind die Täter allerdings nicht: Die Mails enthalten ziemlich echt „Abmahnfake mit Aktenzeichen“ weiterlesen

Neue Rubrik: Ja liest denn keiner mehr gegen?

Im Zeitalter der ach so produktiven Newsdesks geht vieles in Druck, das nicht „fit to print“ ist. Exemplarische Folgen dieses Trends sind hier sporadisch ein Thema; jetzt habe ich sie in einer neuen Rubrik gebündelt: „Ja liest denn keiner mehr gegen?“

Falls Sie in einer Qualitätszeitung (Sie wissen schon, was ich meine, das ist hier ja nicht das Bildblog) hübsche Fehlleistungen entdecken: Zögern Sie nicht, mir einen Hinweis zu geben. Danke!