Pfennig: „LSR ist systematisch falsch“

„Das Gesetz ist systematisch falsch, weil es das Problem zwischen Urhebern und Presseverlegern verschleiert, aber nicht löst, indem es den Urhebern zwar einen schwer durchsetzbaren Anteil am Leistungsschutzrecht zuspricht, aber darauf verzichtet, eine Verwertungsgesellschaftspflicht einzuführen, die allein die Garantie einer fairen Beteiligung bieten könnte. In einer Situation, in der die Urheber die größten Schwierigkeiten haben, gegenüber den Verlagen ihre Rechte durchzusetzen und faire Vergütungen zu verhandeln, lässt sich absehen, dass sie am Ende mit leeren Händen dastehen werden.“

Gerhard Pfennig, Ex-Chef der VG Bild-Kunst und Sprecher der Initiative Urheberrecht, über das kürzlich beschlossene Internet-Leistungsschutzrecht für Presseverleger

Prekäres Geschäftsmodell

„Nur wenn Journalisten schlecht bezahlt werden und Musiker wenig verdienen, lassen sich darauf für das Internet die aktuellen Geschäftsmodelle aufbauen, die zum Teil daraus bestehen, Reichweite durch die kostenlose Bereitstellung von Inhalten zu erlangen.“

Karsten Wenzlaff, Gründer des Ikosom (Instituts für Kommunikation in sozialen Medien)

364 mal ein Musikstück gehört, 1 ct. Tantieme bezahlt

Ein Pandora-Abonnent kann einen Song ein Jahr 100 Jahre lang täglich hören, bis die Komponistin dafür einen US-CentDollar bekommt, schreibt Greg Sandoval auf The Verge sinngemäß:

Linda Perry, who penned the song „Beautiful“, a hit for singer Christina Aguilera, said that between January and March last year, „Beautiful“ was played more than 12.7 million times on Pandora and for that many plays Perry earned $349.16.

Da möchte man noch lieber deutscher Milchbauer sein als zu komponieren.

Der Hacker ist immer der Chinese

Wer denkt, die Generation der Digital Natives kenne sich im Internet aus (beziehungsweise: einer der „Top 30 unter 30“ des Medium Magazins sei ein solcher Netzeingeborener), hat sich geschnitten. Ein Kollege, der nach diesen Kriterien Online-Ahnung haben müsste, schrieb nämlich dieser Tage auf der Medienseite der SZ:

„Und der nächste Hackerangriff: Nach Wochen mit Attacken von bislang Unbekannten auf unter anderem Twitter, Facebook, Apple und Microsoft, wurde nun der Internetdienst Evernote attackiert.“

Erstens wären es schlechte Hacker, wenn sie ihre Identität nicht kaschieren würden, zweitens ist die Nachricht nicht, dass Hacker „nun“ einen solchen Dienst angreifen. Das versuchen bei einem Anbieter dieser Größe ständig welche. Die Nachricht ist, dass „Der Hacker ist immer der Chinese“ weiterlesen

Beise will Sozialdemokraten schlachten

„Kern der Politik waren Strukturreformen, die sich vor allem auf den Arbeitsmarkt bezogen, eine heilige Kuh bis dahin für Sozialdemokraten, die man nur füttern, nicht schlachten durfte.“

Marc Beise, Leitartikel der SZ vom 9.3.2013