Neu: Froitzheims Bildpresse

Um meine Fotos ansprechender präsentieren zu können, habe ich sie heute ausgelagert. Die Wort- und Bildpresse ist nur noch eine Wortpresse, die Bildpresse befindet sich nun hier.

About me

As you will have noticed, this is a german-language website targeted mainly at a german-speaking audience. Though I’ve always maintained strong ties towards the United States, my business is almost completely local.

For my international visitors, most of whom I consider being located in the U.S., here is a short summary of the information given on wp.ujf.biz.

My name is Ulf Jochen Froitzheim (= ujf like in ujf.biz), and I’m a freelance journalist mainly covering the IT, telecoms, car and retail industries for business and trade publications. My customers include brand eins, a prestigious monthly magazine for entrepreneurs and business professionals as well as the german version of Massachusetts Institute of Technology’s Technology Review.

One big new area of interest of mine is Sustainability & Renewables. Corporate Magazines for B-2-B customers of companies like Capgemini or Porsche Consulting are also an area I’m pretty familiar with, as an author as well as in the editor’s role. My secondary occupation is photography; maybe you want to have a little look at my photoblog Froitzheim’s Bildpresse which is still under construction.

A central part of this website’s content is my archive. You’ll find a lot of what I’ve written either in full text or as a link. So if you don’t bother reading long articles in German, you may take a deep look into the history of the IT and Internet industries. This is being complemented by blog articles mainly covering the media industry, copyright, piracy and privacy issues. My special pastime is criticizing media outlets that try to save money at the cost of editorial quality. Those posts are marked with „Ja liest denn keiner mehr gegen?“ which means „Isn’t there anyone left proof-reading?“

My office is located in Kaufering, a nice little town 30 miles west of Munich at the river Lech.

You might be interested in my CV, so here are some milestones:

today, on-going (since end-1991)

Freelance Reporter and Editor for Major Publishing Companies as well as Corporate Publishing Agencies

2002-2006

Freelance Reporter and Executive Editor of BJVreport, the bimonthly members‘ magazine of Bayerischer Journalisten-Verband, or BJV (Journalists’ Guild of Bavaria)

2002

Freelance Reporter and Media Trainer.

2000-2002

Special Correspondent, BIZZ magazine

BIZZ was a german business monthly for the target group of „young decision makers“. It was published by Gruner+Jahr Wirtschaftspresse in Cologne, a unit of Bertelsmann AG. The magazine had a paid circulation of more than 120000 copies. Unfortunately, Bizz was discontinued due to a big slump in advertising in the german print market.

1992-2000

Freelance Reporter for leading business weekly Wirtschaftswoche

1996

Developer — with Dieter Eckbauer and Max Schulze-Vorberg — of Global Online , one of the world’s first trade publications specialized on E-Commerce; this monthly magazine was published by Computerwoche Verlag AG, a subsidiary of IDG Group of the U.S. GO was sold in 1998 and discontinued by the new owner.

1995

Co-Developer — with Bernhard Rose and Dieter Eckbauer — of Computer Partner (meanwhile renamed ChannelPartner), a trade publication for IT salespeople (also with Computerwoche Verlag)

1989-1991

Staff Writer, highTech Magazine, Munich

1987-1989

Senior Editor, News & Business Bureau, Computerwoche

1986

Staff Writer, Computerwoche

1984-1985

Staff Writer, Computer Business (early predecessor of Computer Partner at IDG Germany)

Education:

I hold a Diploma in Journalism, Political Sciences and Economic Geography from Ludwig-Maximilians-Universitaet and received professional training at the German Journalist School (Deutsche Journalistenschule, DJS), both located in Munich, Bavaria.

Professional:

Held various honorary posts within Bayerischer Journalisten-Verband (Journalists‘ Guild of Bavaria, BJV), such as Chairman of the Magazine Writers Group, the 4,000-member Freelance Group or the 5,000-member Regional Association Munich/Upper Bavaria.

Currently: Board member of VG Wort, the mutual agency of Germany’s authors and publishers for collecting copyright levies.

Personal:

Born in Aachen, Germany, Nov. 1958. Married, two children.

Es war einmal ein Fachredakteur

Früher hatte ich kein Problem damit, von anderen als Fachjournalist gesehen zu werden. Als Fachjournalist galt man als Experte, nicht als Fachidiot. In meiner Zeit als Wirtschaftsredakteur eines Branchenblatts wusste ich im allgemeinen besser Bescheid über die Unternehmen „meiner“ Branche als die Allrounder aus den Wirtschaftsredaktionen der Tagespresse, die von den Pressereferenten der Industrie allerdings stets ernster genommen wurden.

In Zeiten, in denen angebliche Fachredakteure Anzeigen verkaufen und jeder als Fach-„Journalist“ rumläuft, der schon mal — und sei es aufgrund tätiger Mithilfe eines Ghostwriters — seinen Namen in der Autorenzeile eines überhaupt nicht journalistisch gemachten Nischenobjekts platzieren konnte, sehe ich das leider nun etwas anders.

Dass ich auf meiner Website überhaupt noch auf die Fachpresse eingehe, hat allein damit zu tun, dass dieses Metier eine entscheidende Rolle in meiner beruflichen Sozialisation gespielt hat: In meinen Jahren in der Fachpresse habe ich viel gelernt — vor allem von meinem früheren Boss Dieter „Ecki“ Eckbauer. Meinen früheren Kolleginnen und Kollegen, die heute noch die Fahne des Qualitäts-Fachjournalismus hochhalten, drücke ich die Daumen, dass ihre Ressourcen nicht noch knapper werden.

Und nun zurück zu meiner Vergangenheit: „Es war einmal ein Fachredakteur“ weiterlesen

Wirtschaftsmagazine, Publikumspresse, Special Interest, Corporate Publishing…

…sind seit langem mein Metier und bleiben es auch in crossmedialen Zeiten. Um Hörfunk und Fernsehen sollen sich die kümmern, die das besser können. Meine monatliche Kolumne mit Lästereien über den technischen Fortschritt ist zwar mittlerweile von den gedruckten Seiten der Technology Review ins Web umgezogen, und ich blogge schon ziemlich lange hier in meiner Wortpresse. Trotz unbestreitbarer Vorzüge des Online-Journalismus schlägt mein Herz immer noch für die Printkultur – und da wiederum reizt mich nicht das hektische (aus Freiberuflersicht auch brotarme) Nachrichtengeschäft. Ich bin & bleibe Spezialist für Zeitschriften, denn ich bin von dieser Mediengattung überzeugt und glaube, dass gut gemachte Magazine — also ein Bruchteil des heutigen Angebots — durchaus eine Zukunft haben, wenn…

…ja, wenn es ihnen denn gelingt, sich aus ihrer übermäßigen Abhängigkeit von Werbeeinnahmen zu lösen und der jeweilige Verlag nicht die Media-Agentin, sondern die Leserin als Königin Kundin betrachtet. (Gender-Disclaimer: Jede Schreibweise steht jeweils für sämtliche realen und gefühlten Geschlechter, und werx meint, Lesx und Kundx sei derdiedas einzig Wahrx, mag es sich vor seinem geistigen Ohr halt so anhören.)

Und worüber schreibe ich? Im Prinzip über alles, was interessant ist, aber es sollte schon irgendetwas mit meinem Motto Das Beste aus Wirtschaft und Technik zu tun haben.

„Wirtschaftsmagazine, Publikumspresse, Special Interest, Corporate Publishing…“ weiterlesen

Umbauen wie Sau

Das Billigkonzept der Konzernschwestern Media Markt und Saturn schwächelt. Die Ketten müssen weitere Käufer gewinnen: Durch neuen Schick, Beratung und Service. Weit sind sie noch nicht.

Text: Ulf J. Froitzheim

Ein unattraktiveres Ambiente als am Stahlgrubercenter ist in München schwer zu finden: ein Plattenbau, an dessen Waschbetonfassaden riesige rotgrundige Transparente Ende August für Digitalkameras werben: „Sauscharf! Mega-Umzug! Wir packen ein, Sie räumen ab!“

Dabei zieht es Martin Dilkaute gar nicht weg. Der Mitunternehmer der Media-Markt-München-Stahlgruber-Center TV-HiFi-Elektro GmbH hat seine Mitarbeiter schon wieder alles auspacken lassen, im selben Gebäude. Der hausinterne Umzug war nicht der letzte: Ende 2008 soll sich hier auf drei Etagen der „größte Media Markt der Welt“ breitmachen. Doch für einen Sonderverkauf taugt die kleine Zwischenlösung allemal, und so stehen um kurz vor sechs Uhr Mitarbeiter und Wachleute parat, einen Ansturm von Schnäppchenjägern zu kanalisieren, die das doppelseitige Zeitungsinserat „Saubillige Neueröffnung nach Umzug“ um den Schlaf gebracht haben soll.

Capital 22/2007

Viel Mühe haben sie nicht: Unter den zwei Dutzend Frühaufstehern geht es gesittet zu. Immerhin nehmen einzeIne Kunden die Mikrowelle (22 Euro) mit zur Kasse. Das restliche Sortiment von geschätzten 40000 Artikeln würdigt kaum jemand eines Blickes. Dabei wäre es der perfekte Zeitpunkt, sich beraten zu lassen. So viel Ruhe haben die Verkäufer seIten.

Noch steckt die Media-Saturn-Holding – ihr gehören jeweils 90 Prozent der Anteile an den Märkten – lokale Flops locker weg, und längst nicht jede „Neueröffnung“ bietet so desillusionierende Szenen wie die in München. Doch der Trend ist eindeutig: Das Geschäftsmodell der Media-Markt-Mitbegründer Leopold Stiefel und Walter Gunz, das mehr als 25 Jahre lang prächtig funktionierte und die Ingolstädter Firmengruppe zur Ertragsperle der Metro wachsen ließ, hat seinen Zenit überschritten.

Ein paar versprengte Frühaufsteher, mehr nicht

Der Umsatz pro Verkäufer liegt mit 382000 Euro im Jahr um vier Prozent unter dem Wert von 2003. Das Unternehmen wächst vor allem durch Expansion im europäischen Ausland. Rechnet man die stete Ausweitung der Verkaufsfläche heraus, betrug das Umsatzplus im deutschen Stammgeschäft 2006 gerade einmal 0,4 Prozent – und das trotz der zweifachen Sonderkonjunktur durch Fußball-WM und anstehende Mehrwertsteuererhöhung. Bis Juli 2007 sah der Zuwachs mit 1,3 Prozent, ebenfalls flächenbereinigt, nicht viel besser aus.

„Der deutsche Markt stagniert seit Jahren und wir haben es geschafft, in diesem Umfeld unseren Anteil zu erhöhen“, hält Roland Weise in Interviews gegen. Der Chef der Media-Saturn-Holding gibt sich „damit sehr zufrieden“. Doch Wettbewerber zeigen, dass mehr geht: So steigerte der Fachhandelsverbund Expert seinen Außenumsatz im Geschäftsjahr 2006/2007 um 14,8 Prozent, ein Drittel davon durch Flächenexpansion.

Zudem wird die Suche nach neuen Standorten schwerer: Seit Januar gönnten sich die beiden Vertriebslinien Rot (Media Markt) und Blau (Saturn) nur sechs neue Märkte in Deutschland, im Ausland wuchs das Filialnetz um 15 Standorte – eine Petitesse für einen Konzern, der 2005 und 2006 insgesamt 120 Läden aufgemacht oder übernommen hat, davon 38 in Deutschland. Gemessen an seinem gewohnten Tempo tritt der Schrittmacher der Metro fast auf der Stelle.

Rächt sich „Geiz ist geil“? Vize-Chef Klaus Peter Voigt will eine Abkehr von der provokanten Parole nicht bestätigen. „Als Konsumhaltung wird ,Geiz ist geil‘ ewig leben.“ Seine Firma stelle sich aber ein auf einen neuen, anspruchsvollen und preisbewussten Verbrauchertypus, den,er „clever Consumer“ nennt. Dieser Schlaukäufer soll in seinen Häusern „nicht an der Qualität, nicht am Service, nicht an der Beratung sparen, sondern nur am Preis“.

Rächt sich nun das langjährige Konzept „Geiz ist geil“?

In die Outlets der Kette, die von den beteiligten Geschäftsführern als Profitcenter geführt werden, scheint Voigts Philosophie noch nicht so recht vorzudringen. Beispiel München, Saturn in der Fußgängerzone: Der wegen der hohen City-Mieten etwas zu kompakte Laden – genauer gesagt seine Fotoabteilung – quillt fast über vor Interessenten. Sie buhlen um die Aufmerksamkeit der wenigen Verkäufer. Wer auf eigene Faust in den Regalen mit Kameraakkus und Speicherchipkarten den passenden Typ sucht, muss sich erst an seinen Mitkunden vorbeiquetschen, um dann festzustellen, dass die Beschriftung der SB-verpackten Ware doch Fragen offenlässt. Da heißt es warten, ein Gespräch stören, auf gut Glück kaufen – oder zur Konkurrenz gehen, wo die Ware oft auch nicht mehr kostet. Viele Computerabteilungen bei Saturn und Media Markt vermitteln ebenfalls den Eindruck, sie pflegten noch die „Stand-by-Beratung“, die Gründer Stiefel einst zum Kosten sparenden Bestandteil der Firmenphilosophie machte: Man lässt den Kunden tunlichst in Ruhe; bei Fragen wird er sich schon melden.

Glaubt man Voigt, haben die Ingolstädter die Zeichen der Zeit erkannt. Voigt: „Wir müssen der Komplexität der vernetzten Welt gerecht werden.“ Sein Haus bewerbe deshalb „sehr intensiv“ seine Dienstleistungen. „Installation, Lieferung, Home Service, vom Angebot her bleibt kein Wunsch unerfüllt.“ Service „als Produkt“ sei „definitiv verfügbar“. Will heißen: Er muss bezahlt werden.

Und die Gratisberatung im Laden? Zwar gibt es immer einen Hardwareexperten, der sich nach Einschätzung seiner Kollegen mit der gesuchten Gerätemarke perfekt auskennt, doch der spricht oder ist im Haus unterwegs. Voigt kennt das Problem und beteuert, ihn störe es auch, dass Kunden „vereinzelt“ und „insbesondere zu Stoßzeiten“ warten müssten. Dass zusätzliche Berater den Umsatz beflügeln könnten, glaubt er indes nicht: „Wir haben nicht zu wenig Personal.“

Doch so viele Mitarbeiter sind es auch wieder nicht für einen Vollsortimenter, der zunehmend erklärungsbedürftige Produkte anbietet: Eine durchschnittliche Filiale hat gut 3000 Quadratmeter und beschäftigt etwa 70 Mitarbeiter im Schichtdienst. In manchen Abteilungen ist es ganz alltäglich, dass ein Verkäufer auf einer Fläche von 100 Quadratmetern und mehr stundenlang der einzige Ansprechpartner ist.

So etwas ist gerade für reifere Jahrgänge, die auch für den Elektrohandel eine immer wichtigere Klientel werden, ein K.-o.-Kriterium: Wer sich als Techniklaie ein Heimkino mit Plasmabildschirm und Webanschluss zulegen will oder sich demnächst für Waschmaschinen interessiert, die den Programmablauf per Wireless-Lan an den Fernseher funken, steht sich ungern die Beine in den Bauch.

Fachhändler stürzen sich auf die Klientel der Best-Ager

Während der Marktführer noch mit sich ringt, stürzen sich die verbliebenen unabhängigen Händler auf die wachstumsträchtige Nische. Unter der Marke „Media@Home“ hat beispielsweise die Ditzinger Einkaufsgenossenschaft Euronics ein Konzept für ihre Händler entwickelt, das zahlungskräftige „Best Agers“ in den Mittelpunkt stellt. In eleganten Showrooms, die an gehobene Küchenstudios erinnern, zelebrieren die aus dem Massengeschäft gedrängten oder geflüchteten Fachhändler zeitlos moderne Lifestyleware von Marken wie Loewe, Bang & Olufsen oder KEF. Das Geschäftsmodell ist wie zur TV-Gründerzeit das des Handwerksmeisters: Die älteren Besserverdiener und wohlhabenden Jungpensionäre bezahlen Honorare für Beratung, Planung, Installation und Einweisung.

Gehobene Klientel in Berlin

Einen Teil der Media-Saturn-Geschäfte gezielt auf gehobenere Klientel auszurichten – in Berlin haben beide Vertriebslinien zusammen demnächst 23 Häuser, in München neun, in Hamburg acht -, hält Voigt indes für überflüssig: „Wir wollen kein ,50-plus‘, sondern alle Zielgruppen gleichermaßen ansprechen.“ Ein Spagat. Nur selten zeigt er noch so durchschlagenden Erfolg wie bei der Eröffnung des weltgrößten Media Markts im Berliner Einkaufszentrum Alexa Mitte September: Die Sonderangebote erschienen rund 5000 Käufern so verlockend, dass es im Gedränge zu zerdrückten Glastüren und mehreren Verletzten kam.